Mineralbrunnen-Unternehmen in Derne profitiert aktuell vom Trend zu Mehrweg
50 Jahre Ardey Quelle

55.000 Quadratmeter umfasst das Ardey-Betriebsgelände am Flautweg 4 im Westen Dernes. Hier eine Luftbildaufnahme.
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  • 55.000 Quadratmeter umfasst das Ardey-Betriebsgelände am Flautweg 4 im Westen Dernes. Hier eine Luftbildaufnahme.
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Die Ardey Quelle GmbH & Co. KG blickt in diesem Januar auf 50 Jahre Firmengeschichte zurück. Das Jubiläum würdigte die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund mit einer Ehrenurkunde.

Den Namen Ardey ver­binden die Dortmunder nicht nur mit einem bevor­zugten Wander- und Erholungsgebiet vor der Haus­tür. Ardey heißt auch eins der beliebtesten Mine­ralwässer im östlichen Ruhrgebiet und Süd­westfalen.

Die Markengeschichte begann auf der Nierstefeldstraße 52, mitten in Derne, dem damaligen Firmensitz der Getränke-Selter KG. Das seit 1894 familiengeführte Unternehmen erweiterte zu Beginn der 1970er-Jahre sein Getränkeangebot um natürliches Mineralwasser, das aus ei­genen Brunnen auf dem Betriebsgelände gefördert wurde und gründete zur Vermarktung die Tochtergesellschaft Ardey Quelle GmbH & Co. KG.

Der neue Geschäftszweig florierte, die Markenfamilie wuchs und zusätz­liche Erfrischungsgetränke erweiterten das Sortiment. Da die Produkti­onsmengen weiter stiegen und der Standort we­gen der unmittelbar an­grenzenden Wohnbebauung keine Erweite­rungsmöglichkeiten bot, stand 1995 ein Umzug auf dem Programm.

55.000 m² großes Firmen-Areal am Flautweg 4

Im gleichen Stadtbezirk, verkehrsgünstig an der B236 gelegen, wurde am Flautweg 4 im Westen Dernes ein 55.000 Quadratmeter großes Gelände erschlossen. Von Beginn an setzte man sich dabei das Ziel, die Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten und nachhaltige Lösungen zu finden, die sowohl den Wasser­haushalt als auch den Boden schützen. Für die Rückhaltung, Verdunstung und Versickerung des Regenwassers wurde auf dem Grundstück ein Muldensystem errichtet, wobei ein gro­ßer Teil des beim Bau anfallenden Bodenaushubs direkt vor Ort ver­wendet werden konnte.

Die einfallsreiche Versickerungslösung hält jährlich etwa 200 Millionen Liter Regenwasser auf dem Gelände und wurde 1995 von Dortmunds damaligem Oberbürgermeister mit einer offiziellen Belobi­gung gewürdigt. Und auch heute noch, nachdem sich längst ein ökologisch wertvolles Biotop rund um die wassergefüllten Mulden entwi­ckelt hat, gilt die An­lage als vorbildlich. Die IHK zu Dortmund hat sie da­her 2016 als Best Practice Beispiel in ihre Broschüre „Wirtschaftsgrün“ aufgenommen.

Im Inneren der Produktions- und Lagerhallen haben Umweltschutz und Ressourcenschonung ebenfalls einen hohen Stellenwert. Seit 2016 verfügt der Betrieb über ein zertifiziertes Energie-Managementsystem (DIN EN ISO 50001), das zeitnah durch ein Umwelt-Management­system (DIN EN ISO 14001) ergänzt werden soll. Im Rahmen der Zertifizierungen verpflichtet sich das Unternehmen zu kontinuierlichen, nachprüfbaren Fortschritten. So konnte beispielsweise durch Umbau- und Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Flaschenreinigungsma­schine im Jahr 2017 der Prozesswasserverbrauch des Standortes um rund 20 Prozent gesenkt werden.

Neben der umweltverträglichen Produktion ist selbstverständlich die stets gleichbleibende hohe Qualität der Ardey-Produkte das zentrale An­liegen von Betriebsleitung und Belegschaft, die zurzeit aus 36 Mitarbei­ter*innen, darunter eine Auszubildende zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik, besteht.
Aus sechs Tiefbrunnen, die durch geologische Strukturen optimal vor äußeren Einflüssen geschützt sind, fördert der Betrieb natürli­ches Mine­ralwasser, das entweder unverändert abgefüllt oder zu Erfrischungsge­tränken und Schorlen weiter verarbeitet wird.

Ein Brunnen erfüllt sogar Heilwasseranforderungen

Einer der Brunnen erfüllt sogar die besonderen Anforderungen, die an ein Heilwasser gestellt werden. Es wird traditionell unter dem Namen St. Libori vermarktet und im Jubiläumsjahr einem kompletten Relaunch un­terzogen, der die Zugehörigkeit zum Markendach Ardey Quelle stärker verdeutlicht.

Eine Abfüllanlage mit einer Kapazität von 36.000 Glas-Mehrwegflaschen pro Stunde läuft im Zwei-Schicht-Betrieb. Jährlich werden rund 70 Millionen Flaschen gefüllt. Regelmäßige Investitionen sorgen dafür, dass die Technik stets dem aktuellen Standard entspricht. Das jüngste Beispiel ist der Austausch des Leerflascheninspektors gegen ein modernes Kon­trollsystem, das auch in Zukunft die hohe Produktsicherheit garantieren wird. Das IFS Food Zertifikat, für das der Produktionsstandort jedes Jahr extern überprüft wird, signalisiert, dass die Qualitätsansprüche von Han­delskunden und Verbrauchern zuverlässig erfüllt werden.

Seit 2004 Teil der Hövelmann-Gruppe

Seit 2004 ist die Ardey Quelle ein Unternehmen der Getränkegruppe Hövelmann und damit Teil eines der größten deutschen Mineral­brunnen. Unter dem Dach des Duisburger Familienunternehmens konnte der Dortmunder Betrieb auch ungünstige Marktentwicklungen durchstehen.

Als reiner Mehrweganbieter litt die Ardey Quelle in der Vergangenheit darunter, dass viele Menschen ihren Getränkebedarf be­vorzugt in Einwegflaschen einkauften. Aktuell profitiert das Unternehmen nun wieder von der verstärkten Hinwendung umweltbewusster Verbrau­cher zu Mehrweg-Glasflaschen aus regionaler Produktion.

Dies hängt auch mit der Einführung neuer, attraktiver Gebinde zusammen, die als universell verwendbare Poolflaschen von der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) entwickelt wurden. Diese so genannte „N2“-Flasche haben die Verbraucher äußerst positiv angenommen. Rund 60% mehr Glasabsatz konnte Ardey auf diese Weise erzielen.

Die Ardey Quelle wird weiter in diese neuen Gebinde investieren und verwendet sie seit Ende 2019 auch für ihre Limonaden und Schorle. Das Jubiläumsjahr verspricht also eine positive Entwicklung des alteingeses­senen Dortmunder Mineralbrunnens.

Autor:

Ralf K. Braun aus Dortmund-Ost

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