Fachwerkhaus ist „Tor zur Gemeinde“: Brackeler Gemeinde nutzt Haus Beckhoff seit 30 Jahren

Über das Jubiläum von Haus Beckhoff freuen sich (v.l.) Madeleine Kuss, Sandra Sternke Menne, Beate Köhler, Lestschewka, Zofia Köhler und Nina Geck.
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  • Über das Jubiläum von Haus Beckhoff freuen sich (v.l.) Madeleine Kuss, Sandra Sternke Menne, Beate Köhler, Lestschewka, Zofia Köhler und Nina Geck.
  • Foto: Schmitz
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Seit drei Jahrzehnten gehört das Haus Beckhoff zur Evangelischen Gemeinde in Brackel. Gefeiert wird aber nur im kleinen Rahmen.

Laut einer Inschrift ist es von 1813: Seit 30 Jahren befindet sich das Gebäude an diesem Standort, wie Brackels Pfarrerin Sandra Sternke-Menne erzählt. „Früher stand es am Brackeler Hellweg 117.“ Eigentümerin war Hertha Beckhoff, ein Brackeler Urgestein. „Jeder dachte, sie habe wenig Geld, da sie immer sehr ärmlich gekleidet war. Dabei war sie reich“, berichtet die Pfarrerin. Als sie 1978 verstarb, vererbte sie das Haus völlig überraschend der evangelischen Gemeinde in Brackel. „Das Grundstück und ein Geldbetrag gehörten dazu.“ Auflagen waren ihr Grab zu pflegen und das Haus zu verwalten.

Die Gemeinde beschloss, das Haus an einem neuen Standort wieder zu errichten. Der Standort an der Kreuzung Brackeler Hellweg/Flughafenstraße gefiel nicht jedem. „Es hieß, es verschandle den Blick auf die Kirche“, erzählt Sandra Sternke-Menne. „Mit einer schwarzen Plane wurde getestet, wie es aussehen würde“, erinnert sich Presbyter Egbert Vortmann. Letztlich ging es aber doch gut. Für den Unterhalt werden übrigens nur Gelder aus Hertha Beckhoffs Nachlass verwendet.

Eingeweiht wurde das Haus am 1. Advent 1989. Auch der damalige Oberbürgermeister Günter Samtlebe war anwesend Aus heutiger Sicht etwas kurios: Auf einem Foto zum Anlass, das den damaligen Gemeindebrief ziert, sind nur Männer zu sehen. „Heute arbeiten hier fast nur Frauen“, verrät Sandra Sternke-Menne schmunzelnd.

Haus und Kirche bilden ein Ensemble, findet Sandra Sternke-Menne. Da das Arent-Rupe-Haus früher an der Bauerstraße stand, gab es kein direktes Gemeindehaus. So entstand eine Begegnungsmöglichkeit direkt an der Kirche. „Es entstand ein Tor zur Gemeinde oder sogar zur Welt“, findet die Pfarrerin. „Wir sind ökumenisch und international ausgerichtet. Man trifft hier Menschen, die sonst nicht in die Kirche kommen.“ Im Haus findet unter anderem der Eine-Welt-Laden Platz, der fair gehandelte Produkte verkauft. Auch das Café gibt es, das montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet hat. „Es ist ein Ort der Ruhe“, so Sandra Sternke-Menne. In der kommenden Woche (5. bis 9. November) wird es dort zum Jubiläum Waffeln mit 30-Logo und ein Gläschen Sekt (9. November) geben.

Das Haus Beckhoff ist gegenüber dem Arent-Rupe-Haus eher für niedrigschwellige Angebote gedacht, wie etwas das Café Spiel mit Spaß. Aber auch für Feiern, etwa zur Konfirmation oder zur Taufe, kann es gemietet werden. Zum Kirchentag im kommenden Jahr ist hier ein Gute-Nacht-Café geplant, das von 18 bis 0 Uhr geöffnet sein soll.

Fester Plan ist es, das Haus so lange wie möglich zu betreiben. „Im Café werden bewusst niedrige Preise genommen, damit Menschen mit geringem Einkommen sich auch mal eine Waffel leisten können“, erklärt Sandra Sternke-Menne. „Damit wollen wir etwas an die Menschen weitergeben, auch wenn wir dadurch eher ein Minus mit dem Haus mit dem Haus machen.“

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