DUISBURG BRING SICH SELBST UM

Mit rund 1200 Besuchern war das Theater Duisburg zur gestrigen Podiumsdiskussion rappelvoll. Der Kulturjournalist, Schauspieler und Autor Stefan Keim führte souverän und schlagfertig durch den Abend. Etwa 600 weitere Unterschriften zur Erhaltung der Opernehe Düsseldorf/Duisburg wurden gesammelt.

Auftackt des überaus gelungenen Abends machte der 160 Kinder-starke Schülerchor zur Melodie "What shall we do with the drunken Sailor" mit dem Lied "Bildung ist Zukunft".

Nach der Vorstellung der Gastgeber Dr. Doris König (Vors. d. Freunde der Duisburger Philharmoniker e.V) und Hermann Kewitz (pro Duisburg e.V), führten die Duisburger Philharmoniker einen Ausschnitt aus Franz Schuberts "Die Unvollendete" auf. Auffällig: Ein Teil der Musiker war "ordentlich, wie es sich für Musiker gehört" - Zitat Stefan Keim - im Frack, der andere Teil im Freizeitlook gekleidet. Und das hatte seinen guten Grund! Der Solocellist Friedmann Dreßler las eine überaus witzige, fiktive Geschichte zum Thema "Einsparung" vor. Warum spielen sechs Violinisten, wenn es zwei auch täten? Warum spielen die Blechbläser das, was zuvor die Streicher spielten? Hallo?? Da kann doch gespart werden. Ebenfalls an den "aufwendigen" 16zehntel Noten!
Diesen Irrsinn spielten die in Frack gekleideteten Philharmoniker unter der Leitung des sichtlich amüsierten Dirigenten Giordano Bellincampi, sehr zur Belustigung des Publikums. Ein musikalisches Werk würde zu einem "Song" versparstückelt.

Im anschließenden Podiumsgespräch versuchte der Kulturdezernent Karl Janssen vom ihm bereits im Vorfeld getätigte Äußerungen glatt zu bügeln, worauf eine wütende Stimme aus dem Publikum "Alles Lüge" rief.
Stefan Keim lenkte geschickt und mit einem Hauch Ironie das Gespräch und vermied, dass sich einige Redner in endlosen Monologen verstrickten.

Sehr bewegend war die Rede des Duisburger Violinisten Frank Peter Zimmermann, dessen Großvater von 1912 bis 1954 Im Orchester spielte und sein Vater dessen Erbe übernahm. Das Theater sei sein zu Hause gewesen, bereits mit fünf Jahren erlernte er das Violinspiel von seiner Mutter, einer Violinlehrerin.

Nach einer grandiosen Aufführung von "Dies irae" aus Wolfang Amadeus Mozarts "Requiem", folgte eine Videobotschaft des Ballettdirektors Martin Schäpfer. Mitglieder des "Jugendclub Spieltrieb" lasen Briefe und Kommentare Duisburger Bürgerinnen und Bürger vor. Zitat eines Briefes: "Duisburg bringt sich selbst um!"

Den glanzvollen, abschließenden Höhepunkt boten die Duisburger Philharmoniker mit "Gente! gente! all'armi, all'armi" aus "Le nozze di Figaro" mit den Solistinnen und Solisten der Deutschen Oper am Rhein.

Das Publikum zollte den Abend mit nicht endenen Beifall und stehenden Ovationen. Ergreifend schön!

Eine 56-jährige, glückliche (Opern)ehe darf nicht geschieden werden. Die Duisburger Bürgerinnen und Bürger haben ihr Theater mit aufgebaut. KULTUR DARF NICHT STERBEN!

Deshalb die dringende Bitte: Falls Sie es bisher noch nicht getan haben, unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift den Erhalt der Opernehe Düsseldorf/Duisburg, den Erhalt des Theater Duisburg. Unterstützen Sie die Petition!

Weitere Informationen unter: www.operamrhein.de/petition

Autor:

Britta Odenthal aus Duisburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

2 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.