Kolumne Feinkost

Zur Feinkost gehören Lebensmittel, die nicht dem alltäglichen Bedarf zuzuordnen sind. Kaviar, Froschschenkel, Schnecken, Austern, Champagner sowie exostische Früchte und Gemüse gehören dazu. Feinkosterzeugnisse sind beispielsweise feine Salate (Geflügelsalat, Waldorfsalat), Pasteten, Würzsaucen, Mayonnaisen, Käse, ausgewählte Fleischprodute und einige Fertiggerichte wie Ragout Fin oder Frikasse.

Der Begriff "Feinkost" ist gesetzlich nicht näher geregelt.

Im Gefüge der Düsseldorfer Stadtteile hat sich Benrath (das liegt tief im Süden der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt) ein besonderes Ansehen erworben: Es gilt als Hochburg der Feinkost.

Und das kommt nicht von ungefährt, wie Gerowin Edler Freiherr von der Gänseburg berichtet. "Wie SIe schon allein an meinem Namen sicherlich leicht bemerken, ist der Adel in dieser Gegend überproportional vertreten. Schauen Sie sich doch nur die vielen Prachtvillen und Prunkbauten an! Wer so lebt, legt natürlich und selbstverständlich auch großen Wert auf Gaumenfreuden."

Doch woh ihn besorgen? Einen Jäger, der das selbst erlegte Wildbret auch vermarktete und verkaufte, gab es schon vor Ort. Aber Froschschenkel? Schnecken und Austern? Whisky und Champagner? Wer darauf (etwa bei Empfängen) nicht verzichten wollte, mußte lange Zeit sehr weite Wege gehen, um fündig zu werden.

Doch dann ergriff Karl-Ernst-August Fürst zu Züyt die Initiative. "Ich bin Großgrundbesitzer und Landwirt. Ich kenne mich mit Lebensmitteln einigermaßen aus," berichtet der Blaublüter bescheiden. "Im Rahmen der Deindustrialisierung sind im Düsseldorfer Süden riesige Flächen frei geworden. Niemand wollte sie haben und nutzen. Also habe ich zugegriffen und etwas Neues gewagt.

Zuerst wurden die Flächen entgiftet und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht. Die nächsten Schritte folgten ganz langsam. Der Freiherr ließ eine Fischzucht anlegen - der Stör produziert Kaviar in rauhen Mengen. Fisch und Kaviar können gemeinsam verkauft werden. Als dieses "Produktionsfeld" erschlossen war, wagte er  sich an die Froschschenkel heran. "Frösche kann man nicht in Legebatterien züchten." Diese Erkenntnis kam schnell. Einige Seen und Feuchtwiesen mußten extra erschlossen werden, quasi als Froschfarmen, um mit der Froschzucht beginnen zu können. "Ich bin inzwischen der größte Arbeitgeber für Tierwirte im ganzen Rheinland," berichtet Züyt nicht ohne Stolz.

Eine Insel der Selbstversorgung ist Benrath inzwischen. Und mehr als das. Dank seiner zentralen und doch abgeschiedenen Lage ist der Ort ein Geheimtipp für natürlichen und Geldadel. Hier wird gekauft, was man eben so an Luxus braucht. "Wer nicht selbst kommt, bestellt," berichtet Züyt. Und streichelt dabei Wohlstandbauch und prall gefüllte Geldbörse.

Autor:

Andreas Rüdig aus Duisburg

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