Mitläufer gehen mit zum Amt - Eine neue Welle der Solidarität hat auch Duisburg erreicht

Eine neue Welle der Solidarität zieht durch Deutschland und hat auch in Duisburg bereits Anhänger und "Mitläufer" gefunden. Gemeinsam zum "jobcenter" und zu anderen Ämtern damit niemand sich allein fühlen muss, das ist der Grundgedanke des Vereins "Wir gehen mit", der in den nächsten Wochen gegründet werden soll und schon jetzt als Bürgerbewegung aktiv ist.

Der öffentliche "Rücktritt vom Amt" des politischen Geschäftsführers der Piratenpartei Johannes Ponader, hat erneut die Diskussion angefacht, inwieweit die Hilfesuchenden beim Jobcenter völlig allein und schutzlos dem Apparat des Amtes ausgeliefert sind.

Sehr schnell entwickelte sich die Idee zur Gründung eines Vereins mit Namen und Ziel "Wir gehen mit". In einer beispiellosen Welle der Solidarität erklärten sich in kurzer Zeit bundesweit die verschiedensten Menschen bereit als "Mitläufer" zur Verfügung zu stehen.

"Es war für mich selbstverständlich mich hier zu engagieren", erklärt Frank Knott, einer der "Mitläufer" in Duisburg.

"Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist nicht allein vor dem Mitarbeiter des Jobcenters zu sitzen. Da fühlt man sich oft völlig hilflos ausgeliefert. Eine zweite Person kann da viel helfen und Rückendeckung geben."

Deshalb steht er gern als "Mitläufer" zur Verfügung. Grundlage für die "Mitlaeufer" ist §13, Abs 4, SGB X, der besagt:

"Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht."

"Besonders wichtig ist allen "Mitläufern" die Unabhängigkeit von jedweden Organisationen und Parteien", erklärt Hans-Peter Weyer, Pressesprecher der Piratenpartei Duisburg und selbst aktiver "Mitläufer".

Es seien zwar allein durch den Fall Ponnader eine Menge Piraten auch aktive "Mitläufer" und die Piratenpartei stelle ihre technische Infrastruktur zur Verfügung, aber der Verein "Wir gehen mit" agiere völlig autark in seinem Aufbau und seiner Zielsetzung.

"Bei den Mitläufern geht es nicht um eine politische Demonstration", stellt Weyer klar, "sondern um die soziale Verantwortung gegenüber hilfebedürftigen Menschen in dieser Gesellschaft. Deshalb gehen wir mit und stellen uns an die Seite der Menschen, die sonst in diesem System oft allein gelassen werden."

Auch die PIRATEN Duisburg helfen gerne und haben den "Mitläufern" die Mailadresse

mitlaeufer@piratenpartei-duisburg.de

zur Verfügung gestellt. Dort können sich Hilfesuchende und zukünftige "Mitläufer" melden.

Frank Knott ist zudem telefonisch unter 02065 - 79 23 199 zu erreichen und Hans-Peter Weyer unter 0203 - 45 16 061

Autor:

Harald Molder aus Duisburg

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