Zurück aus Down Under: Veronika Hollands war ein Jahr in Australien

Freuen sich, dass sie Familie wieder komplett ist: Veronika Hollands mit ihrer Jacke voller Pins, Sticker und Trophäen mit Mutter Birgit.                                                                                                                  Foto: Caroline Gustedt
  • Freuen sich, dass sie Familie wieder komplett ist: Veronika Hollands mit ihrer Jacke voller Pins, Sticker und Trophäen mit Mutter Birgit. Foto: Caroline Gustedt
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Esserden. Erst mal wieder ankommen am Niederrhein… ab heute geht es dann wieder in die Schule. Die 17-jährige Veronika Hollands aus Esserden ist am Samstag nach einem einjährigen Aufenthalt in Australien nach Hause zurück gekehrt.

Nicht wirklich an einem Austausch interessiert war sie, als in der 10. Klasse alle davon redeten. Dann hat es auf einmal ‚Klick’ gemacht: „Als ich eines Mittags mit dem Rad von der Schule nach Hause fuhr, war die Idee da und ich konnte an nichts Anderes mehr denken!“ erinnert sich Veronika Hollands und machte sich sofort an die Arbeit, entsprechende Organisationen für einen Schüleraustausch im Internet zu checken. Schließlich bewarb sie sich beim Rotary Club und hatte Glück. Sie wurde ausgewählt und nahm an verschiedenen Info- und Vorbereitungstreffen teil. Daran nahmen diejenigen teil, die wegfahren wollte und auch diejenigen, die bereits im Ausland waren, und die Atomsphäre war großartig, erinnert sie sich. Australien sollte es sein, das war der Wunsch von Veronika Hollands, ein englischsprachiges Land, weit weg. Kein mulmiges Gefühl, keine Angst vor der großen weiten Welt. Neugier und die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen begleiteten ihre Reise ebenso wie Vorstellungen von dem, was sie wohl erwarten würde. Die Regeln beim Auslandsaufenthalt der Rotarier sind streng: Vier Gastfamilien betreuen die Austauschschüler nacheinander im Laufe eines Jahres, ansonsten gelten die „Vier D“ No Drugs, no Driving, no Drinking, no Dates“. Keine Drogen, kein Alkohol, kein Autofahren und keine Liebschaften. Natürlich haben mich die Gastfamilien mitgenommen zu Festen und Feiern; es ist nicht so, dass man nicht vor die Tür kommt!“ zieht Veronika Bilanz. Ansonsten geht man in Australien länger als in Deutschland zur Schule und wenn man nachmittags zurück kommt, macht man nichts mehr. Am Wochenende jobben dann alle. Dass sich die Schüler untereinander verabreden ist eigentlich nicht so üblich. Wie sie auch findet, dass man zwar länger am Arbeitsplatz und in der Schule ist, dort aber die Dinge gelassener laufen als in Deutschland: „Ich glaube, die Arbeitszeit in Deutschland ist kürzer, aber die Effektivität ist höher. In Australien hält man gerne auch mal zwischendurch ein Pläuschchen…“. Auch in anderer Hinsicht hat Veronika Hollands die Mentalitäten verglichen: Ähnlich wie in Japan geht man auch in Australien mit Naturkatastrophen anders um als in Deutschland. Kein Panikmache und nicht pausenlos Sorgen- und Katastrophenberichte. In „Down Under“ nimmt man die Dinge halt wie sie kommen und lamentiert nicht. Man schaut, wie man sich mit der Situation arrangieren kann. Ein bisschen vermisst hat die Austauschschülerin aus Esserden auch ‚Gespräche mit Tiefgang’: „Man ist mir überall mit großer Freundlichkeit begegnet und auch nach einem Schulwechsel ist man wieder schnell integriert. Einladungen, Geselligkeit…alles ja. Aber Gespräche über ‚Gott und die Welt’ im wahrsten Wortsinn, philosophieren, und zu ‚erkennen was die Welt, im Innersten zusammenhält’ – das ist eher nicht an der Tagesordnung. Grandios fand sie natürlich auch eine Sightseeing-Tour quer durch den Kontinent, auf der man das ganze Spektrum zwischen Regenwald und Wüste, das Barriere Reef und andere Schönheiten des kleinen Kontinents erleben konnte. Gemeinsam mit 30 Anderen aus aller Herren Länder. Als dann die Abreise bevor stand, war da auch ein bisschen Wehmut, denn ich wusste, dass ich auch in Australien doch einige Menschen vermissen würde. Darüber hinweg getröstet hat dann doch noch das tolle Feedback bei einem letzen Highlight des Austauschjahres. Eine Präsentation über ihrer Erfahrungen vor ‚großem Publikum’: Dazu gehörten der neue Präsident des Rotarierdistricts und zahlreiche lokale Politiker.

Als Veronika vor einem Jahr die Heimat verließ, bereiteten ihr Familie und Nachbarn einen unvergesslichen Abschied. Viele hielten mit Hilfe der kostenlosen Internettelefonie Kontakt über Skype. Auch ihre Eltern und die ältere Schwester Anna waren das Jahr über ‚nah dran’. Es gab immer wieder Tage, an denen es nicht leicht ist, ein Kind so weit weg zu wissen. Weihnachten etwa ist so eine Zeit“, fand Veronikas Mutter Birgit. Jetzt sind natürlich alle froh, dass Veronika begeistert, voller Erlebnisse und mit der Entschlossenheit, nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr in Südamerika zu machen, heim gekehrt ist. Jetzt steht aber erst einmal der Endspurt für die Reifeprüfung an. Damit sie aber auch langsam wieder am Niederrhein ankommt, haben ihr die Nachbarn und Verwandten in Esserden wieder einen tollen Bahnhof bereitet: Ein kleiner Zug geleitete sie durch die Esserdener Straße bis zum Elternhaus. Immer mehr Nachbarn schlossen sich dem Begrüßungszug an, und zu Hause warteten schon viele Freunde im elterlichen Garten.

Autor:

Caroline Büsgen aus Emmerich am Rhein

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