Seit 1980 schlägt es in der Villa Rü:
Das Herz Rüttenscheids

Werner Settels und Alex Bremer kümmern sich bereits seit Jahrzehnten um die Geschicke der Villa Rü.
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  • Werner Settels und Alex Bremer kümmern sich bereits seit Jahrzehnten um die Geschicke der Villa Rü.
  • Foto: P. de Lanck
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Werner Settels sitzt entspannt in seinem Büro und blickt auf fast 30 Jahre Kinder- und Jugendarbeit zurück, die der Sozialpädagoge als Leiter der Villa Rü begleitet hat. Seit 2008 ist die ehemalige Christinenschule auch Bürgerzentrum und bietet ein buntes Programm für nahezu alle Altersklassen an. In all dem Trubel den Überblick zu behalten, erfordert kreatives Geschick und eine gute Planung.

Fast über die gesamte Front des großzügigen Büros zieht sich die bunte Tafel, die dies ermöglicht. Kleine Steckkärtchen stehen für die einzelnen Kurse und Vereine, die die Villa tagtäglich beleben. "Ohne diese Tafel könnten wir einpacken", lacht Werner Settels und Alex Bremer stimmt ihm zu.
Über 90 Gruppen und Vereinigungen sind mittlerweile in der Villa Rü beheimatet und bilden das Herzstück des ohnehin lebendigen Stadtteils Rüttenscheid. Auch über die Stadtteilgrenzen hinaus ist die Villa Rü ein Begriff. Nicht nur Konzerte und Hoffeste ziehen die Menschen an, auch das umfangreiche Kursangebot. Ob Senioren ihr Gedächtnis trainieren oder sich mit dem Tablet vertraut machen wollen oder Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs gemeinsame Stunden im Elterncafé verbringen.
Ein Tag in der Villa Rü bedeutet Begegnung. Auch für Settels und Bremer. "Früher hatten wir eine eher offene Struktur, wer wollte kam zu uns und verbrachte den Tag hier. Heute sind die Kinder durch den offenen Ganztag länger in der Schule und nutzen gezielt unsere Angebote."
Die Palette reicht von Kindertanz und -ballett über Taekwondo, diverse Kreativkurse, Elterntreffs, Kinderdisco und Veranstaltungen einer multikulturelle Vereinslandschaft bis in die späten Abendstunden. "Da läuft auch viel auf Vertrauensbasis", erklärt Settels. Vandalismus gibt es zum Glück selten.
Die Villa Rü ist eine feste Instanz auch in der Stadtteilarbeit. Bei der Stadtteilkonferenz, die viermal im Jahr stattfindet, schaut man regelmäßig über den Tellerrand.
Durch "Transition Town" kamen schließlich auch Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen wie das Repair-Café oder der Fair-Teiler dazu, der derzeit pausieren muss aber möglichst bald nach Realisation eines neuen Brandschutzkonzeptes zurückkehren soll. "Vielleicht sogar noch in diesem Jahr", wünscht sich Settels.
"Generell sind wir eine Anlaufstelle für alles", sieht Settels seinen Arbeitsplatz. Abends nimmt er im Kopf auch immer ein bisschen von all dem mit nach Hause. "Wenn Bürger mit ihren Fragen zu uns kommen, helfen wir ihnen gerne."
Besonders ans Herz gehen Werner Settels und Alex Bremer Begegnungen mit ehemaligen Jugendlichen, die mittlerweile ihre eigenen Familien gegründet haben und mit ihren Kindern hereinschauen. Sie sind die Zukunft der Villa Rü, die Werner Settels allerdings ab Januar nur noch extern betrachten wird. Dann geht er in den wohlverdienten Ruhestand.
Und auch die Villa Rü selbst steht vor Veränderungen. Bauordnungstechnisch gesehen gilt sie noch als Schule, was nun geändert werden soll. Eine Nutzungsänderung bringt Bauarbeiten mit sich - bei laufendem Betrieb versteht sich. Neue Leitungen, hier und da eine neue Raumaufteilung und ein solides Brandschutzkonzept bedeuten ggf. Einschränkungen, sind aber notwendig. An der Akzeptanz der Villa Rü als Herz des Stadtteils wird sich nichts ändern und die nächste Generation steht schon vor der Tür.
Infos zum Programm unter www.villarue.blogspot.com oder auf Facebook.

Werner Settels und Alex Bremer kümmern sich bereits seit Jahrzehnten um die Geschicke der Villa Rü.
 Ein alter Tresor aus der ehemals gegenüberliegenden Girardet Druckerei steht noch als Relikt im Büro von Settels und Bremer. Die Panzerknacker haben sich bisher vergeblich an ihm zu schaffen gemacht.
Autor:

Petra de Lanck aus Essen-Süd

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