Deutscher Tanzpreis im Aalto Theater - eng mit der Stadt Essen verbunden
Ihre Welt ist der Tanz

Große Ehre für Heide-Marie Härtel (Bildmitte), die mit dem Deutschen Tanzpreis 2021 im Aalto Theater ausgezeichnet wurde. Geehrt wurden auch Ursula Borrmann (links, vorne), Claire Cunningham (zweite von links, vorne) sowie Adil Laraki (rechts).
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  • Große Ehre für Heide-Marie Härtel (Bildmitte), die mit dem Deutschen Tanzpreis 2021 im Aalto Theater ausgezeichnet wurde. Geehrt wurden auch Ursula Borrmann (links, vorne), Claire Cunningham (zweite von links, vorne) sowie Adil Laraki (rechts).
  • Foto: Ursula Kaufmann
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Einmal mehr waren alle Scheinwerfer auf Essen und das Aalto Theater gerichtet: Dort wurde der Deutsche Tanzpreis, der renommierteste Preis für den Tanz in Deutschland, übergeben. Ausgezeichnet wurde diesmal Heide-Marie Härtel vom Deutschen Tanzfilminstitut Bremen, Ehrungen gab es für Ursula Borrmann, Claire Cunningham und Adil Laraki.

Seit 1983 wird der Deutsche Tanzpreis jährlich vergeben. Gründer ist Ulrich Roehm, der an der Essener Folkwang Universität der Künste unter Kurt Jooss Tanz studierte, als Tänzer international in großen Ensembles unterwegs war und nach seiner Rückkehr aus Kanada 1973 in Essen sein eigenes Ballettstudio, das er über dreißig Jahre leitete, gründete. 1983 realisierte er die Idee eines „ehrenden Preises“ für Tanz, wurde später für seine Verdienste um den Tanz in Deutschland von Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit dem "Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens" ausgezeichnet.
Mit Essen eng verbunden ist auch Adil Laraki, der einst als Tänzer am Essener Ballett gewirkt hat und sich bereits seit 2002 als Betriebsratsvorsitzender der Theater und Philharmonie Essen für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf und hinter der Bühne einsetzt. Für sein Engagement, mit dem er bundesweit auf sich aufmerksam gemacht hat, erhielt er nun eine Ehrung.
Auch Lisa Jopt, designierte Präsidentin der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, ist voll des Lobes: „Adil spricht die Sprache der Künstlerinnen und Künstler. Adil findet Lösungen. Und Adil lacht gerne. Diese Qualitäten schätzen nicht nur schutzbedürftige Künstlerinnen und Künstler,sondern er wird immer wieder auch von Theaterleitenden konsultiert. Wenn man mit Adil telefoniert, hat man das Gefühl: Die Welt ist veränderbar und es macht Spaß, sie zu verändern.“
Geehrt wurde auch die Ballettpädagogin Ursula Borrmann, die in den 1980er Jahren ein Unterrichtssystem für Laientanz entwickelt hat. Tausende Schülerinnen und Schüler lernen seitdem nach ihrer Methode, die für den künstlerischen Tanz befähigt und bei der besonderer Wert auch auf Musikalität, künstlerischen Ausdruck und zwischenmenschlichen Umgang gelegt wird.
Eine Ehrung erhielt auch Claire Cunningham, die sich für körperliche Vielfalt im Tanz und in der Gesellschaft einsetzt. "Sie nutzt und (zweck)-entfremdet ihre Krücken als Erweiterung ihres tanzenden Körpers", fasst es die Jury zusammen.
Sichtlich gerührt über den Deutschen Tanzpreis 2021 zeigte sich Heide-Marie Härtel vom Deutschen Tanzfilminstitut Bremen. Nach ihrer Zeit als "Tänzerin mit Soloverpflichtung" in Bremen, stellte sie sich die Frage, wie sich Tanz filmen lässt. Das Deutsche Tanzfilminstitut Bremen wurde gegründet, eine tanzspezifische Datenbank wurde aufgebaut. Claudia Henne, Kulturjournalistin und Tanzkritikerin, in ihrer Laudatio: „Wer die Räume des Tanzfilminstituts betritt, kann aus dem Vollen schöpfen und sich darauf verlassen, dass Heide-Marie Härtel auch in schwierigen Fällen weiterhelfen kann und eine Idee hat, wo sich das gesuchte Material finden lassen könnte. Ich habe bei der gemeinsamen Arbeit immer wieder darüber gestaunt, wie viele Bilder, Namen, Tanzaufführungen, Zusammenhänge und wie viele Geschichten diese Frau im Kopf hat.“ 40.000 Medieneinheiten haben sich im Institut angesammelt und dokumentieren den Bühnentanz seit den 1960er Jahren in Deutschland und weltweit.
Künstlerische Beiträge in Anlehnung an das tänzerische Umfeld der Preisträgerinnen und Preisträger boten den vielseitigen Rahmen der Ballett-Gala zur Verleihung des Deutschen Tanzpreises. Zu den Höhepunkten des Abends gehörte u. a. der Auftritt des Folkwang Tanzstudios mit Ausschnitten aus dem energiegeladenen „Auftaucher“ der Choreografin Henrietta Horn, die von 1999 bis 2008 gemeinsam mit Pina Bausch die künstlerische Leitung des Folkwang Tanzstudios innehatte.
Mit „Écoute ... Chopin!“ stand Susanne Linke mit einer Prélude von Chopin als Dank für die Preisträgerin Heide-Marie Härtel auf der Bühne und durfte sich über großen Applaus freuen.
Auch der Choreograf Armen Hakobyan, einst Solotänzer im Aalto Ballett Essen, durfte eine Kostprobe seines Könnens präsentieren: Das Aalto Ballett zeigte sein “Many a Moon”. Die Choreografie wurde in den Kurzstücke-Abend "Keep Moving!" übernommen ist aktuell auch im Ballettabend "Passions - Keep Moving!" am Aalto Theater zu sehen.

Autor:

Frank Blum aus Essen-Süd

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