Martin Rütters "Fall der Felle" - Teil 3: Schäferhund geht Artgenossen an

Ursula Klamt fragt: "Ich habe einen dreieinhalb Jahre alten schwarzen Schäferhund, er versteht sich nicht mit anderen Hunden. Sie will auf jeden Hund sofort drauf. Manchmal spielt sie mit einem, dann geht es eine Zeit lang gut, und dann will sie wieder auf ihn drauf. Was kann ich dagegen machen?"

Meine Antwort: "Reagiert ein Hund aggressiv auf einen anderen Hund, dann häufig aus einer Unsicherheit heraus, welche die unterschiedlichsten Ursachen haben kann. Oft werden andere Hunde, meist wenn es sich um gleichgeschlechtliche Artgenossen handelt, als Konkurrenten wahrgenommen, vielleicht zeigt Ihr Schäferhund dieses Verhalten aber auch aufgrund territorialer Motivation, er möchte einfach keine fremden Hunde in seinem Territorium haben. Das aggressive Verhalten kann aber auch eine mögliche Lösung für Ihren Schäferhund geworden sein, um heil aus einer für ihn bedrohlichen Situation heraus zu kommen. Es ist auch möglich, dass ein Hund sich für seine Menschen, die ihn begleiten, zuständig fühlt und Aggression gegenüber Artgenossen aufgrund sozialer Ursachen zeigt.
Da sich der Trainingsweg je nach Ursache gravierend unterscheidet, muss für ein gezieltes Training zunächst einmal eine Analyse des Verhaltens Ihres Hundes durchgeführt werden. So muss bei einem sozial motivierten Hund die Beziehung zwischen Mensch und Hund im Alltag betrachtet werden. Wer ist hier derjenige, der hauptsächlich agiert, und wer reagiert in der Regel? Bei einem territorial motivierten Hund müssen sämtliche territoriale Privilegien wie z.B. Liegeplätze mitten im Raum oder direkt an der Eingangstür entzogen werden. Ein Hund, der Aggression aufgrund schlechter Erfahrungen zeigt, muss seinen Menschen als Sicherheit gebenden Partner erfahren, der ihn nicht in Situationen bringt, die seine Angst auslösen. Parallel müssen durch positive Erfahrungen in kleinen Schritten die Angstauslöser gegenkonditioniert werden.
Um das Verhalten Ihres Schäferhundes nun zunächst einmal nicht zu steigern, sollten Sie in einem Bogen um andere Hunde herum laufen, denn frontale Begegnungen sind aus Hundesicht unhöflich. Nehmen Sie Ihren Schäferhund an Ihre Außenseite, so dass er nicht direkt an dem anderen Hund vorbei laufen muss.
Lenken Sie Ihren Schäferhund dabei z.B. mit einem Futter-Such-Spiel ab. Werfen Sie Futterstückchen einzeln auf den Boden und lassen Sie ihn das Futter suchen. So merkt er, dass es sich mehr lohnt, sich mit Ihnen zu beschäftigen, als andere Hunde zu provozieren. Bellt Ihr Schäferhund jedoch einen anderen Hund an, dürfen Sie kein Futter mehr werfen, sonst belohnen Sie sein Bellen. Gehen Sie im Bogen weiter, ohne mit ihm zu reden oder zu schimpfen. Denn das würde ihn eher anfeuern."

Euer Martin Rütter

Autor:

Martin Rütter aus Duisburg

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