Mietpreisspiegel: Warum die Veronikastufe nur Klasse 4 ist, die Girardetstraße aber Klasse 5

Nahtlos scheinen Girardet- und Veronikastraße ineinander überzugehen, weshalb sich Anwohner auch über die Mietpreisspiegel-Einteilung in verschiedene Lageklassen wundern mögen. Entscheidend ist jedoch der Bodenrichtwert, also der Durchschnittspreis pro Quadratmeter.
  • Nahtlos scheinen Girardet- und Veronikastraße ineinander überzugehen, weshalb sich Anwohner auch über die Mietpreisspiegel-Einteilung in verschiedene Lageklassen wundern mögen. Entscheidend ist jedoch der Bodenrichtwert, also der Durchschnittspreis pro Quadratmeter.
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Note 5 ist alles andere als mangelhaft im Mietspiegel der Stadt Essen. Der seit dem letzten Jahr gültige ist erstmals "qualifiziert", berücksichtigt also mehr Elemente bei der Beurteilung als sein Vorgänger. Das Ergebnis sind Lageklassen, von denen 1 die niedrigste, also preiswerteste, 5 die höchste darstellt. Das kann sich auf die Mieten auswirken und wird deshalb nicht von jedem Anwohner ohne weiteres akzeptiert. Zumal wenn, wie etwa in Rüttenscheid, gleich nebenan eine andere Lageklasse gilt.

So beklagt eine Anwohnerin der Girardetstraße, dass ihre Wohnung nun der Lageklasse 5 zugeordnet sei, was eine höhere Wohnlage gegenüber vorher bedeute: "Dabei liegt das Haus in einem Mischgebiet, während die Veronikastraße nebenan, wo es viel mehr Eigentumswohnungen gibt als hier, in Klasse 4 ist."

Bedenkt man, dass nur rund zehn Prozent der Essener Adressen die 5 erhalten haben, darunter Straßen wie Brucker Holt in Bredeney oder Kantorie in Rellinghausen, mag es in der Tat verwundern, dass die Girardetstraße mit ihren Gewerbebetrieben etc. derselben (Preis-)Klasse zugehören soll.
Martin Rätzke, Sprecher der Stadt Essen, erklärt auf Anfrage gegenüber dem Süd Anzeiger, dass Datenerhebung und Auswertung vom Hamburger GEWOS Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH vorgenommen wurden - auf Basis eines mathematischen Modells. Dieses berücksichtigt unter anderem Bodenrichtwert, Lärm, Entfernung zur Grundschule, zur nächsten Park- oder Grünfläche, Bevölkerungsdichte, Anzahl der Bewohner, die arbeitslos sind bzw. Sozialleistungen erhalten, Anzahl der Ärzte.
Maßgeblich, so Rätzke, war letztlich der Bodenrichtwert: "Nach diesem Modell wurde die Girardetstraße in die überwiegende Lageklasse 5 und die Veronikastraße in die überwiegende Lageklasse 4 eingestuft. In Grenzbereichen zwischen den Lageklassen kann es vorkommen, dass aus nur geringfügigen Unterschieden eine Einstufung in eine andere Lageklasse resultiert."

Eine Einteilung in fünf Lageklassen wurde für das Essener Stadtgebiet vorgenommen. 40 Prozent der Essener Adressen sind der Lageklasse 3 zugeordnet worden. Jeweils 20 Prozent gehören seit dem letzten Jahr der Lageklasse 2 bzw. 4 an. Nur etwa 10 Prozent der hiesigen Adressen sind in Lageklasse 1 bzw. 5 eingestuft.

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Kettwig

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