Aktiv für bezahlbare Mieten in Essen

Gemeinsam ein starkes Bündnis: v.l. Peter Köster (IG BAU/ DGB), Günter Konczak, Konrad Lischka (Der Paritätische Essen), Peter Heemann (Werkstatt Solidarität Essen), Jan Mrosek (DGB) , Dieter Hillebrand (Stadtverbandsvorsitzender DGB), Siw Mammitzsch (Mietergemeinschaft Essen), Nicole Müller (AWO Essen)
  • Gemeinsam ein starkes Bündnis: v.l. Peter Köster (IG BAU/ DGB), Günter Konczak, Konrad Lischka (Der Paritätische Essen), Peter Heemann (Werkstatt Solidarität Essen), Jan Mrosek (DGB) , Dieter Hillebrand (Stadtverbandsvorsitzender DGB), Siw Mammitzsch (Mietergemeinschaft Essen), Nicole Müller (AWO Essen)
  • hochgeladen von Claudia Kornicki

Schön Wohnen bei bezahlbaren Mietkosten – dieser Wunsch rückt für viele sozial schwache Essenerinnen und Essener in immer weitere Ferne. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Sozialverbände, Gewerkschaften und die Mietergemeinschaft Essen steuern nun aktiv dagegen.

Im Kampf um die Verbesserung der Situation der Mieter haben sich der DGB-Stadtverband Essen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Essen, die IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen, die AWO Essen und die Mietergemeinschaft Essen e. V. zu einem neuen Bündnis zusammengeschlossen. Mit einer Veranstaltungsreihe wollen sie das Problem nun gemeinsam mit der Öffentlichkeit diskutieren. „Es ist ein erster Schritt, auf die Politik zuzugehen mit der Forderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, berichtet Siw Mammitzsch, Geschäftsführerin der Mietergemeinschaft Essen. Auch wenn die Lösung nicht allein kommunal erfolgen könne, so sei doch ein Anschub von Veränderungsprozessen auf kommunaler Ebene möglich.

Betroffen von Wohnungsknappheit seien vor allem die sozial schwachen Bewohner, die über ein geringes durchschnittliches Haushaltseinkommen verfügen. Bezahlbarer Wohnraum finde sich fast nur noch in den nördlichen Stadtteilen. Doch auch dort werde das Angebot an bezahlbaren Wohnungen immer knapper – was wiederum zu steigenden Mieten führt. Leidtragende seien nicht nur Empfänger von Sozialleistungen, Geringverdiener und Jugendliche, sondern zunehmend auch ältere Menschen. Gerade Rentnerinnen mit geringen Einkünften – vor allem, wenn der Partner verstorben ist – haben große Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Auch durchgeführte Modernisierungen verknappen das ohnehin schon rare Angebot weiterhin, weiß Siw Mammitzsch: „Mindestens ein Drittel der Bewohner zieht aufgrund von Modernisierung aus – nicht wegen der Belastung, sondern aus Angst vor einer Mieterhöhung.“

Die Lösung des komplexen Mietpreis-Problems liegt den Akteuren zufolge nicht allein im Bau neuer Wohnmöglichkeiten, sondern auch in der Sicherung des bestehenden Wohnraums. Feste Sozialquoten in Neubauten, längere Preisbindungsfristen bei Sozialwohnungen oder der kommunale Ankauf von Wohnungsbeständen werden unter anderem als mögliche Lösungsansätze benannt. Auch Leerstände sollen besser erfasst und vermittelt werden. „Wir brauchen in Essen ein stadtweites Handlungskonzept Wohnen, welches die verschiedenen Fragestellungen und die Gesamtsituation mit einbezieht“, fasst Siw Mammitzsch zusammen.

Betroffene und Entscheider sollen mitdiskutieren

Wie kann die Essener Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum versorgt werden? Diese Frage stellt das Bündnis nun auch den Betroffenen direkt und lädt zum gemeinsamen Austausch und Anstoß eines Veränderungsprozesses ein. Die Auftaktveranstaltung „Bezahlbarer Wohnraum muss her –aber wie?“ am 10.11.2018 im Gewerkschaftshaus Essen soll dabei der Start einer Kette von Veranstaltungen zum Thema sein. Sie ist öffentlich und richtet sich an „alle Betroffenen, die gerne ihre Situation verbessern möchten – aber auch an Entscheidungsträger“, berichtet Dieter Hillebrand, DGB-Stadtverbandsvorsitzender.

Die Teilnehmer können und sollen sich aktiv in die Diskussion mit einbringen. „In der Veranstaltung wollen wir keine Zahlen beschreiben, sondern konkrete Lösungen und umsetzbare Maßnahmen diskutieren“, erläutert Peter Köster, stellvertretender Vorsitzender DGB-Stadtverband, das Konzept. Die Umsetzung soll zeitnah geschehen – nicht erst in ferner Zukunft. Wie viele weitere Veranstaltungen in welchem Rhythmus zukünftig stattfinden sollen, stehe noch nicht fest und hängt laut Köster von der Auftaktveranstaltung ab. Ganz klar im Fokus habe das Bündnis dabei die Kommunalwahlen NRW 2020. Mit den erarbeiteten Handlungskonzepten sollen die wirtschaftlich und politisch Verantwortlichen konfrontiert werden - und so endlich eine Verbesserung der Situation erzielt werden.

Veranstaltungsdaten „Bezahlbarer Wohnraum muss her - aber wie?“:
Samstag, 10. November 2018, im Gewerkschaftshaus Essen
10:00 bis 16:00 Uhr (inkl. Mittagspause)|Einlass ab 09:00 Uhr (Infomarkt)
Teichstr. 4a (Eingang Orange) |45127 Essen
- Die Teilnahme ist kostenfrei -

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