Initiative schafft Unglaubliches
Spendenflut für Obdach-/Wohnungslose

E-FS1618 -  heiße Autonummer mit Hintergrund-Story von FairSorger
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Kein Corona-Ende, Jobverlust, Kälte, Regen. Obdachlose in Essen werden immer mehr. Sie sitzen auf feuchten Decken, teils mit ihrem wärmenden Hund, abends vor geschlossenen Geschäftseingängen. Tagsüber gehen sie in offene Kirchen zum Aufwärmen, schlafen in Parks.

Wie kann man den Menschen helfen?
Ein Engel auf Erden ist Rita Fröhlich-Eberl. Sie hilft ihnen seit 2016 ehrenamtlich. Machte zum Magnet FairSorger e.V., ursprünglich aus einer Gruppe ehrenamtlich engagierter Bürger*innen, die sich um wohnungslose und bedürftige Menschen kümmern. Nicht mit Worten sondern starken Taten. So fällt der Spenden-Transporter von Fröhlich-Eberl schon aus dem Rahmen. Kein Schrotti, aber auch nicht neu. „Den bekam ich von der Fernsehsendung ´Mein neuer Alter`. Auto-Kennzeichen: E - FS 1618. Sie klärt auf: „FS - Fernsehen, 16 -Vereinsgründung, 18 -Wagenschenkung.“

"Damit habe ich nicht gerechnet"
Was die taffe Frau jetzt im Reisebüro Ellen Schröder, Kölner Straße, nach dem Fair-Sorger e.V. Aufruf „gute Kleidung, neue Socken, Getränke, Hygieneartikel, Tierfutter etc. bitte spenden“ sich danach stapelte, verschlug ihr fast die Sprache. Kartons, Tüten, volle Taschen lagerten im Geschäft von Ellen Schröder vom Boden bis fast zur Decke. „Damit habe ich nicht gerechnet.“ Alles wechselte anschließend in den Wagen von Fröhlich-Eberl; picke packe vollgestopft plus Beifahrersitz. „Zwei Touren mit Spenden fahre ich jetzt ins Lager Stadtmitte.“ Welche Straße? „Die Obdachlosen wissen wo, das spricht sich schnell rum.“

Viele Geldspenden in Umschlägen 
Glücklich und zufrieden zeigt sich der Arbeitskreis „Miteinander in Frohnhausen“. Ellen Schröder gesteht: „Mit so vielen Spenden habe ich nicht gerechnet. Da sieht man, wie fleißig und gut vernetzt die Frohnhauser sind, auf die kann man sich verlassen. Bereits im vergangenen Jahr rief der Arbeitskreis zu einer Spenden-Aktion für das Alfred-Krupp-Heim auf, die auch sehr erfolgreich war. Deshalb überlegten wir uns, wieder für Spenden aufzurufen mit der Zielgruppe Obdachlose und Wohnungslose, weil die Menschen in der Pandemie sehr stark leiden. Über die riesige Spendenbereitschaft, auch Geld in Umschlägen plus eine größere Summe vom Interessengemeinschaft Frohnhausen sind wir natürlich unheimlich glücklich.“

Wichtige Botschaft
Begeisterung ebenfalls bei Kerstin Palluch, Stadtteilarbeit Jugendamt Essen. „Wir freuen uns, dass die Frohnhauser*innen wieder so große Spendenbereitschaft gezeigt haben. Vielen Dank dafür. Mit solchen Aktionen wachsen wir immer mehr zusammen.“
Zustimmung von Torsten Mühlberg, Internat für Hörgeschädigte, Diakoniewerk Essen, der sich glücklich zeigt, „dass wir bei dem Arbeitskreis mitmachen, um auch den Stadtteil noch schöner, anziehender zu gestalten.“
Auf Claudia Walter, MGH Mehrgenerationenhaus, ist stets Verlass. „Das MGH beteiligt sich immer gerne aktiv an den starken Aktionen des Miteinander Arbeitskreises.“
Christoph Winkler, Stadtteilbeauftragter, Universität Duisburg-Essen, Institut für Stadtteilentwicklung, resümiert: „Ich finde es ist eine wichtige Botschaft in einer Zeit, in der die Gesellschaft auseinandertriftet; ein Zeichen der Solidarität aus Frohnhausen. Ich bin sprachlos über die sehr große Spendenbereitschaft.“

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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