„Integration in und durch Arbeit“ – dritte Integrationskonferenz im Essener Westen mit neuen Projekten und Zielen

Viel Spaß beim gemeinsamen Singen, Tanzen und Basteln haben die Besucher jeden Mittwoch im Theatercafé "der leere raum"
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  • hochgeladen von Claudia Kornicki

Mit der Vorstellung neuer Projekte und der Möglichkeit zum gemeinsamen Arbeiten und Netzwerken ging am 13.11.2018 die Integrationskonferenz im Stadtbezirk III in die dritte Runde. Den thematischen Schwerpunkt bildete die Frage, wie „Integration in und durch Arbeit“ noch besser gelingen kann. Zukünftig soll eine stärkere Information und Einbindung ortsansässiger Unternehmen im Fokus stehen, damit noch mehr geflüchtete Menschen den Einstieg ins Arbeitsleben finden können.

Seit der ersten Integrationskonferenz vor einem Jahr ist viel Bewegung in die westlichen Essener Stadtbezirke gekommen und einige Projekte aus den ermittelten Bedarfen heraus entstanden. Für ein besseres Zusammenleben von Alteingesessenen und Neuzugewanderten – Thema des ersten Veranstaltungsteils – sorgt auch das Angebot des Theatercafés „der leere raum“ an der Raumerstraße 11. „Wir hatten die Idee, in unseren Räumlichkeiten Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenzubringen“, berichtet Leiterin Claudia Maurer über die Entstehung. Dabei sollte es nicht nur beim Reden alleine bleiben: „Gemeinsam Kunst zu erschaffen, ist noch schöner.“ Jeden Mittwoch ab 14 Uhr wird nun bei Kaffee und Kuchen gemeinsam gesungen, getanzt und gebastelt. Viele schöne Werke sind bereits entstanden.

In Holsterhausen steht ein neues Projekt in den Startlöchern: Das „Fachgeschäft für Stadtwandel“ an der Gemarkenstraße will sich zukünftig aktiv für Nachhaltigkeit und den ökologischen Wandel einsetzen. Auf 240 Quadratmetern will das achtköpfige Projektteam eine „interaktive Fläche“ bieten, die unter anderem die Kleiderkammer für Flüchtlinge und das Café Pape beherbergen soll. Weitere Kooperationen mit städtischen Institutionen sind geplant. Interaktiv soll es werden – eine echte Begegnungsstätte, die zum Nachdenken und Mitmachen einlädt. „Wir versuchen, den Stadtteil zu wandeln und die Leute aus ihren Wohnungen herauszuholen. Jeder kann mitmachen“, erklärt Projektmitglied Ariane Möllmann. Eröffnet werden soll am 07.12.2018 ab 14 Uhr.

Integration in Arbeit – Chancen und Hindernisse

Wie können geflüchtete Menschen noch besser in den Arbeitsmarkt integriert werden? Wo liegen die Chancen und Hemmnisse? Zentrale Fragestellungen und zugleich Forschungsauftrag der Project Consult GmbH, welche sich in den letzten zwei Jahren innerhalb des Projektes „Quartpoint“ intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat. Neben geringer Bildung oder fehlender Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus dem Heimatland erschweren vor allem mangelnde Sprachkenntnisse oder die lange Verweildauer in Sprachkursen eine berufliche Integration. Auch starre rechtliche Strukturen seien häufig ein Hindernis – vor allem für kleinere Unternehmen, die sich zeitlich gar nicht mit der Thematik auseinandersetzen können. Förderlich hingegen sollen sich beruflich Qualifizierungsmaßnahmen und persönliche Kontakte auswirken. Diese gelte es zu intensivieren. Auch ein engerer Kontakt zur heimischen Wirtschaft und eine schnelle und unkomplizierte Beratung kleinerer Unternehmen im Hinblick auf Formalitäten können weitere Fortschritte bringen. Kurzfristig zu lösen sei das Problem nicht: „Wir stehen erst am Anfang. Das Thema wird uns noch die nächsten Jahre und Jahrzehnte beschäftigen“, ist sich Projektmitarbeiterin Jale Wohlert sicher.

Das Jobcenter Essen freut sich in diesem Jahr über eine „positive Entwicklung“ im Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen in Arbeit oder Selbstständigkeit. Zentrale Themen seien auch dort vor allem eine ausreichende Qualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt, die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen des Herkunftslandes, aber auch die Erschließung neuer Berufsfelder. Für eine Beratung steht unter anderem die Anlaufstelle „Integration Point Essen (IP)“ im Gebäude der Agentur für Arbeit zur Verfügung. Neben Vermittlung und Weiterbildungsberatung wird auch Hilfe der Orientierung im Behörden- und Sozialsystem angeboten. Navigation im Dokumentendschungel bietet auch die Flüchtlingsberatung des Diakoniewerks. Mehrere Anlaufstellen im westlichen Essener Stadtgebiet bieten sowohl einmalige Beratung wie auch engmaschige Betreuung an – je nach Bedarf. Neben der Asylverfahrensberatung ist vor allem die Sozialberatung ein wichtiges Standbein, das gerne in Anspruch genommen wird.

Ansässige Unternehmen stärker ins Boot holen

Auch wenn das Jobcenter und die anderen helfenden Stellen bereits sehr gute Arbeit leisten, sei das Potenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft: „Wir wollen verstärkt die kleinen und mittleren Unternehmen ansprechen“, berichtet Christian Uhl von der Stabsstelle Integration der Stadt Essen über das Vorhaben der nächsten Monate. Die ortsansässigen Unternehmen sollen die Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten besser kennenlernen, um die Chancen für einen möglichen Arbeitsstart in ihrem Betrieb nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. Die Möglichkeit zum Austausch und der Entwicklung gemeinsamer Ideen und Handlungsansätze gab es am Ende der Veranstaltung.

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