Mädchenfreundschaft für immer
Klassentreffen 65 Jahre nach der Schulentlassung

Wenn das kein Glücksfall ist – denn bis heute sind Gisela, Hildegard und Hildegard, Brunhilde, Erika, Christa, Helga, Irene und Lieselotte und noch einige andere Damen Freundinnen aus der Schulzeit.
Sechs Jahre, von 1947-1953, drückten die Mädchen gemeinsam die Schulbank in der damaligen Wickenburg-Realschule – heute Realschule Essen-West.
Klassentreffen 65 Jahre nach der Schulentlassung
Seit ihrer Schulentlassung sind sich die „Mädels“ treu geblieben und treffen sich jedes Jahr am ersten Samstag nach Allerheiligen im Restaurant Hülsmannshof. So wurden auch in diesem Jahr bei Kaffee und Kuchen alte Zeiten aufgefrischt und herzlich über die eine oder andere Begebenheit gelacht.
Auch damals wurde schon gefudelt
„Heute können wir es ja zugeben“ schmunzelt Hildegard.
„Wir waren nicht die liebste Klasse, aber die Beste. Für Streiche waren wir immer zu haben. Einmal haben wir zur Winterzeit alle Fenster in der Klasse geöffnet, sodass wir wegen der Kälte keine Englischarbeit schreiben mussten“. Für so manche Schülerin wurde sogar die Versetzung knapp, denn wer mit mehr als drei Fehlverhalten im Klassenbuch stand, musste mit seinen Eltern beim Direktor vorsprechen.
Hauswirtschaft und Stenografie
Die meisten Unterrichtsfächer gibt es zur heutigen Zeit noch immer, aber wie es sich für schickliche Mädchen damals gehörte, stand Kochen, Handarbeiten und Stenografie auf dem Lehrplan. „Selbst auf unseren Zeugnissen stand die erreichte Silbenzahl in Stenografie“ erzählt Irene, die später selbst Lehrerin geworden ist.
Unterricht nach Mädchen und Jungen getrennt
Wie es früher so üblich war, gab es getrennten Unterricht für Jungen und Mädchen. Im Wochenwechsel waren vormittags nur die Mädchen und nachmittags nur die Jungen im Schulgebäude an der Mülheimer Straße. Schulhefte konnte man nicht im Supermarkt kaufen und Schulbücher mussten für viel Geld von den Eltern beschafft werden.
Klassenlehrer „Papa“ Schulte
Einen ihrer Pauker liebten die Mädchen sehr: ihren Klassenlehrer Herrn Schulte, den sie heimlich „Papa Schulte“ nannten. „Sehr leistungsorientiert, aber gerecht war er“ erinnert sich Brunhilde. „Er stand voll hinter uns und drückte manchmal auch ein Auge zu, wenn es um die Eintragung eines Minus vor der Zensur ging“.
Schöne Erinnerungen haben die heute meist Achtzigjährigen Damen an ihre Abschlussfahrt zum Kloster Maria Laach in der Eifel. Mit „Papa Schulte“ sind sie dort gewandert, schwimmen gegangen und durften sogar ein Gläschen Wein trinken.
Klassenfahrten auch heute noch
Die gemeinsame Schulzeit hat die Damen so geprägt, dass sie sich einfach nicht trennen wollten. „Noch heute machen wir jedes Jahr eine gemeinsame Klassenfahrt“ lacht Gisela. An der Mosel oder im schönen Ahrtal wird dann gewandert und je nach Lust und Laune „überfällt“ die Damenriege auch schon einmal eine Boutique. „Wir machen einfach alles, was Spaß macht“ schwärmt Hildegard. „Dazu gehört lecker Eis essen genauso wie den Kurpark in Bad Salzuflen unsicher machen“.
Bleibt der munteren Truppe zu wünschen, dass sie noch viele Jahre ihre „Mädchenfreundschaft für immer“ pflegen können.

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