Labor lässt Schule hängen...
Drama nach Lolli-Tests

Wechseluntericht: Kurz vor acht Uhr kommen 124 Schüler der Altendorfer Grundschule, stets mit Eimer - Seife, Handtuch, Toilettenpapier; wegen Hygiene, halten Abstand, tragen Maske. Im Unterricht wird der Lolli-Test gemacht...
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  • Wechseluntericht: Kurz vor acht Uhr kommen 124 Schüler der Altendorfer Grundschule, stets mit Eimer - Seife, Handtuch, Toilettenpapier; wegen Hygiene, halten Abstand, tragen Maske. Im Unterricht wird der Lolli-Test gemacht...
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Lolli? Klingt leicht, lecker, lutschend…Abwarten. Nimmt man den Lolli-Test in der Bodelschwingh-Grundschule, befürchtet Rektorin Hanne Herz-Höhnke große Schwierigkeiten: „Wir haben Analphabeten unter den Eltern und einige Eltern, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind.“ Doch was bis jetzt nach den Tests vom Labor passierte – unglaublich!
Der Reihe nach. Montag war Start mit Lolli-Tests an Grund- und Förderschulen. Die Altendorfer Schule hat 224 Schüler aus ca. 50 Nationen, 96 % Migranten.

Die Schulwoche begann mit Wechselunterricht. Also, Montagmorgen wurden 114 Schüler mit Lollis getestet. Die Klassenleitungen erklären vorher den Kindern: 30 Sekunden auf Wattestäbchen herumlutschen. Kinderleicht. Danach sammelte fix eine Lehrerin im Behälter die Röhrchen rein. Die landeten wiederum im Nu in Tüten: Labordienstleistung Synlab holte pünktlich die Proben ab. Anders als Schnelltests sind Lolli-Tests keine Antigen-Tests, sondern aufwendige PCR-Tests. Damit lässt sich zuverlässiger feststellen, ob Corona-Infektionen vorliegen. Das Ergebnis wird in der Regel noch am selben Tag der Schulleitung übermittelt.

Der Stadtspiegel war beim Test dabei
Wie war’s? Daniela, 9, 3a: „Ich hatte ein bisschen Angst vor dem neuen Test, weil ich auch vorher bei dem Test in der Nase ein wenig Angst hatte. Doch der Lolli-Test ist auf jeden Fall besser, weil ich kein Stäbchen in die Nase führen musste.“ Hanouf, 9, 3a: „Ich dachte, der Lolli schmeckt gut. Doch er schmeckte mir nicht.“Nathnael, 7, 1b: „Der Test tat nicht weh. Der Lolli war kein richtiger Lolli. Den Test machten wir zusammen. Das war besser als vorher.“

Wechselunterricht – ein Tag Unterricht, nächster Tag Distanzunterricht. Folglich erhielten die getesteten Kinder sicherheitshalber einen zweiten Test für Zuhause. Der Nachteil? Die Schulleiterin führt an: „Alle Eltern erhielten von Düsseldorf detaillierte Informationen, wie der Ablauf ist. Wir haben aber auch Analphabeten. Das Problem, Lolli-Test Zuhause; mit dem Handy die Daten weiterleiten. Der zweite Test muss in die Schule gebracht, Daten per App von Eltern ans Labor übermittelt werden.“ Dazu müssen Eltern einen Strichcode mit dem Smartphone lesen, der dem Test-Kit beiliegt. „Ob alle das Schreiben gelesen oder auch verstanden haben, weiß ich nicht. Alles ist verwirrend.“

Bezirksbürgermeisterin ist fassungslos
Doris Eisenmenger, Bezirksbürgermeisterin, besucht seit Jahren mittwochs die Schule; ist vom Personal, den bunten Kindern, begeistert. Hilft, wo sie gebraucht wird. Corona-bedingt geht’s leider nicht. Jedoch der Lolli-Test zog sie in die Altendorfer Schule. „Ich bin immer noch fassungslos, was man den Eltern bezüglich des Tests zumutet; befürchte, dass viele Eltern die Unterlagen, die für den Test vorgesehen sind, nicht richtig einschätzen, da sie evtl. den deutschen Text nicht lesen können; folglich den Test nicht durchführen; die Daten nicht weiterleiten. Deshalb können wir nicht unbedingt davon ausgehen, dass diese Eltern einen positiven Test melden möchten-werden; bedeutet das doch Quarantäne für die gesamte Familie.“

Labor meldet sich nicht...

Fakt, in der Schule fluppte es. Flopp beim Institut Synlab. Stille! Kein Feedback, ob eine Corona-Infektion vorliegt oder nicht… Die Pool-Tests holte ein Fahrer gegen 10 Uhr von der Schule ab. Die Rektorin bilanziert: „In der Zwischenzeit versuchte ich mehrmals, mit dem Labor Kontakt
aufzunehmen, welches die Stäbchen auswertet. Um ein Ergebnis abrufen zu können, muss man sich beim zuständigen Labor registrieren. Das war jedoch auch in der Vorbereitungsphase nicht möglich. Montagnachmittag erreichte ich endlich die Hotline des Labors. „Wir sollen abwarten, man würde am Registrierungsproblem arbeiten, würden Bescheid erhalten. Nach Plan hätten wir Montagabend bereits eine Information über das Labor über die erste Pool-Testung erhalten sollen. Der Bescheid blieb aus. Dienstag wurde die zweite Gruppe B getestet. Das Testmaterial wurde wieder abgeholt. Mittwoch wird wieder die Gruppe A getestet, ganz nach Plan.“ Mittwoch: Noch immer kein Bescheid von der Firma an die Schulleiterin. Ein Drama. Geht es doch um Corona!

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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