Die Oper „Orlando Paladino“ feiert am Sonntag, 19. Januar, Premiere
Haydn stellt eine Herausforderung dar

Pasquale (Tobias Glagau) und Eurilla (Dongmin Lee, oben) setzen auf die körperliche Liebe, während Orlando die wahre Liebe sucht und durch seine unglückliche Liebe zu Angelica wahnsinnig zu werden droht. Foto: Monika und Karl Forster
  • Pasquale (Tobias Glagau) und Eurilla (Dongmin Lee, oben) setzen auf die körperliche Liebe, während Orlando die wahre Liebe sucht und durch seine unglückliche Liebe zu Angelica wahnsinnig zu werden droht. Foto: Monika und Karl Forster
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Als „freundliche und nicht feindliche Übernahme“ aus Zürich bezeichnet Werner Ehrhardt, der musikalische Leiter der Oper „Orlando Paladino“ am MiR, die Inszenierung am Gelsenkirchener Haus. Denn das MiR übernimmt die Inszenierung der international gefragten Regisseurin Jetske Mijnssen ebenso wie das Bühnenbild von Ben Baur aus Zürich.

Und so feiert am Sonntag, 19. Januar, um 18 Uhr im großen Haus des MiR die Joseph-Haydn-Oper „Orlando Paladino“, deren Libretto von Nunziato Porta stammt und deren Handlung auf eine Episode aus Ludovico Ariostos Orlando furioso zurückgeht, ihre Premiere.
Dabei zeigt sich Werner Ehrhardt begeistert von der Intensität des jungen und spielfreudigen Ensembles am MiR. Die szenische Einstudierung liegt hier in den Händen von Claudia Isabel Martin, die bereits in Zürich gemeinsam mit Jetske Mijnssen an der Inszenierung arbeitete.
„Die Liebe ist eine Verrücktheit, eine Krankheit mit vielen Facetten. In diesem Stück geht es um menschliche Tiefe, Virtuosität und Zerbrechlichkeit. Das gab es 1782 genauso wie heute, daher spielt unsere Inszenierung in einer Kneipe, in der junge Leute aufeinandertreffen und immer wieder versuchen, sich aufeinander einzulassen“, erklärt Regisseurin Jetske Mijnssen.
Und so treffen in der Bar und Osteria Romantica Menschen mit den unterschiedlichsten Gefühlen wie Liebe, Enttäuschung, Trauer, Freude und Schmerz aufeinander.
„Das macht es jedem im Publikum einfach, hier anzudocken und sich in einer der Figuren wiederzufinden“, freut sich Dramaturg Olaf Roth. Wobei auch das Bühnenbild einen schnellen Zugang in die Oper fördert, wie Claudia Isabel Martin erläutert: „Den Charme des Bühnenbildes macht aus, dass jeder schon einmal in einer Kneipe war, die so oder ähnlich aussah. Das nimmt die Zuschauer sehr schnell mit in die Handlung.“
Was die Umsetzung betrifft, erklärt Ehrhardt: „Die vielfältige Musik verlangt eine unglaubliche Präzision, die an ein Uhrwerk oder Puzzle erinnert, und das betrifft Musiker wie Sänger. Hier werden alle Stufen mit Raffinesse bedient und die Herausforderung besteht darin, diese Raffinessen herauszuarbeiten und dem Publikum zu präsentieren. Für das Ensemble bedeutet das, dass die theatralischen Gesten mit schon übertriebenem Pathos dargestellt werden. Nötig ist auch eine gesangliche Meisterschaft und Beweglichkeit, die genau getimt sein und trotzdem vollendet dargebracht werden muss.“
Dabei zeigt er sich vom Gelsenkirchener Ensemble wie auch der Neuen Philharmonie Westfalen beeindruckt. Dem Publikum rät Ehrhardt: „Die Zuschauer müssen einfach nur kommen und zuhören, den Rest machen die Musiker und das Ensemble. Dabei sorgt das enervierende Tempo für Energie und Quierligkeit und sorgt mit der witzigen Inszenierung für gute Unterhaltung.“

Die Handlung von "Orlando Paladino"

Als „heroisch-komisches Drama“ bezeichnet Joseph Haydns Textdichter Nunziato Porta die Oper „Orlando Paladino“, deren Titelheld aus unglücklicher Liebe zu Angelica schier wahnsinnig wird. Angelica wiederum hat es nicht leicht mit ihrem Geliebten Medoro, während Rodomonte mit machohaftem Gebaren seine Sehnsucht nach Liebe überspielt. Für Eurilla und Pasquale steht eindeutig die körperliche Liebe im Vordergrund. Wie gut, dass die selbsternannte Zauberin Alcina nie um einen Ratschlag verlegen ist! Als einzige Figur macht Orlando eine Entwicklung durch. Er allein begreift, dass er, wenn sich etwas ändern soll, zuerst bei sich selbst anfangen und seine maßlose Eifersucht überwinden muss. Ein echtes Happy-End bleibt dem Publikum zwar verwehrt, aber immerhin dreht sich das Liebeskarussell munter weiter.

Es sind nur wenige Aufführungen geplant

Nach der Premiere folgen Termine am Sonntag, 26. Januar, 18 Uhr; Donnerstag, 30. Januar, 19.30 Uhr; Sonntag, 2. Februar, 18 Uhr; Freitag, 7. Februar, 19.30 Uhr, und Samstag, 29. Februar, 19.30 Uhr.
Eintrittskarten gibt es wie immer an der Theaterkasse des MiR, Telefon 4097-200.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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