"Wir brauchen das!" - Das Quartiersprojekt Scholven ist "NRW-Projekt des Monats" im Februar

Christina Fornefeld leitet das Stadtteilprojekt in Scholven der Caritas Gelsenkirchen und hat sich für den Engagementpreis NRW beworben - mit Erfolg. Fotos: Landgraf
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  • Christina Fornefeld leitet das Stadtteilprojekt in Scholven der Caritas Gelsenkirchen und hat sich für den Engagementpreis NRW beworben - mit Erfolg. Fotos: Landgraf
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Das Quartiersprojekt Scholven, das erst seit August 2014 läuft, ist für einen Preis nominiert, der ganz besonders das Engagement von Menschen im Fokus hat: Der Engagamentpreis NRW. Auf den Weg gebracht hat dies Christina Fornefeld, die das Stadtteilprojekt in Scholven im Dienst der Caritas Gelsenkirchen leitet.

Das Quartiersprojekt Scholven beinhaltet mehr als nur Stadtteilarbeit, bei der es darum geht, Menschen eine Anlaufstelle zu bieten. Zwar gibt es an der Adresse Im Brömm 13 einen Stadtteilladen, der Beratungsstelle und Treffpunkt für die Bürger ist, doch die Menschen, die dort frühstücken oder gemeinsam "Elfer Raus" spielen, verbinden viel mehr damit. Wenn man Christina Fornefeld zuhört, erfährt man, dass es mittlerweile den Menschen sehr wichtig geworden ist und zur Identifizierung mit ihrer Heimat beiträgt. Rund fünf Anwohnerversammlungen werden im Jahr durchgeführt, zu denen bis zu 30 Teilnehmende erscheinen, um über lokale Themen zu sprechen. "Ein Schwerpunkt ist, gesellschaftliche Aktivitäten durchzuführen", erklärt die 28-Jährige. Daraus sei im letzten Jahr der Adventsmarkt unter großer Beteiligung von Vereinen, sozialen Einrichtungen, Gemeinden und Privatpersonen entstanden, den es in der Form in Scholven zuvor nicht gegeben hat. 17 Marktstände wurden aufgebaut, eine kleine Bühne wurde bespielt - das Ganze erhielt positives Feedback. "Die Bürgergruppe, die das organisiert hat, möchte es auch 2018 noch einmal organisieren."

"Wir in Scholven"

Fornefeld hat die Leitung im Dezember 2016 übernommen. Sie erinnert sich noch an die Herzlichkeit: "Ich fand sehr schön, dass mich viele mit offenen Armen empfangen haben, als ich das Projekt übernahm, und quasi auch auf mich gewartet haben."
Die Kulturwisssenschaftlerin weiß dabei sehr genau, dass der Erfolg des Quartiersprojektes mit dem individuellen Einsatz der Menschen steht und fällt. Sie hat erfolgreich Urbanistik studiert und auch schon im Stadtumbaubüro Ge-City gearbeitet. "Das Engagement ist schon etwas besonderes und nicht selbstverständlich. Da muss man den Bürgern schon Wertschätzung entgegen bringen", so Fornefeld. Es gehe darum, den sozialen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Rückblickend auf die letzten Jahre ist dies in Scholven gelungen - weil sich immer wieder Personen zusammenfinden, die Ideen nicht nur haben, sondern auch umsetzen. Ein Fotoprojekt "Wir in Scholven" gehörte dazu, eine Stadtteilsäuberungsaktion, ein Sloganwettbewerb für Scholven, eine Schachaktion am Brunnen. Bürger gestalten aktiv mit, stricken am sozialen Netzwerk, so sehr, dass es einige mitnimmt, wenn sie daran denken, dass das Projekt bis Ende 2018 befristet ist.
"Den Menschen ist bewusst, dass das Projekt ausläuft. Da wird es schon manchmal sehr emotional. Das bewegt mich sehr, wenn sie mir dann sagen: Wir brauchen das Projekt", so die Akademikerin.

Stadtteilladen, Slogans und Schachaktion

Deswegen soll etwas für die Nachhaltigkeit getan werden. Die Scholvener sollen ihre Projekte eigenständig planen und umsetzen. Seit einem halben Jahr ist man bei Facebook aktiv. Und für den Erhalt des Stadtteilladens käme die Gründung eines Fördervereins in Frage.
Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst wird auf das Preisausschreiben in NRW geschaut. Schafft es das NRW-Projekt des Monats Februar, am Ende einen der Preise zu ergattern? Wir hoffen, ja.

Engagementpreis NRW 

Um vorbildliche Projekte bekannt zu machen und zu würdigen, loben das Land und die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege jährlich den Engagementpreis NRW aus. Dafür kann man sich mit Projekten bewerben. Die Projekte werden als "Engagement des Monats" auf der Seite www.engagiert-in-nrw.de vorgestellt. Die Chance besteht, einen von drei Preisen zu erhalten. Diese werden im Herbst 2018 bestimmt durch ein Online-Voting, ein Jury-Votum sowie die NRW-Stiftung (Sonderpreis). Jedes dieser drei Projekte erhält ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro.

Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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