"Goch hilft" packt Geschenke für Gochs arme Kinder

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Warum in die Ferne blicken, will man die Not sehen, meint Sascha Ruelfs, der Kindern vor Ort, mitten in Goch, helfen will: Während allerorten in der Vorweihnachtszeit die westliche Welt mit allerlei Aktionen versucht die Armut ein wenig erträglicher zu gestalten, möchte Ruelfs den Armen vor der eigenen Tür ein Licht aufstellen. Damit es dort zu Weihnachten leuchtende Augen gibt ...

VON FRANZ GEIB

Hinter der Mauer 69 lautet der ultimative Tipp des Helfens und Schenkens. In der ehemaligen Praxis von Dr. Emmerich hat Sascha Ruelfs mit ein paar Freunden einen Ort der Hilfsbereitschaft geschaffen. In verschiedenen Räumen lagert Kleidung sowohl für den Sommer als auch den Winter, für Herren, Damen und Kinder, außerdem Schuhe, Bettwäsche, Klein- und Kleinstmöbel, jede Menge Brettspiele, Barbiepuppen, Stofftiere, Autos und das eine oder andere neuzeitliche Spielutensil. Alles gespendet von Menschen, die dafür keine Verwendung mehr sehen, oder die eigens für den guten Zweck eingekauft haben, sagt Mandy Kemnitz, die ebenso wie Julia Scheibe mit Sascha Ruelfs die "Goch hilft"-Stube betreibt und dabei von einigen "stillen" Helfern unterstützt wird.

Kostenlos "einkaufen"

"Wir schenken weiter, was wir selbst geschenkt bekommen", erläutert Sascha Ruelfs das Prinzip von "Goch hilft". Bedürftige, die ihren Status nachweisen können, dürfen sich in den Räumen umschauen, und ihren jeweiligen Bedarf decken. "Bei uns bekommt jeder die Gelegenheit zweimal im Monat kostenlos 'einkaufen' zu gehen", so Ruelfs, der allenfalls bei Winterjacken eine Einschränkung machen will, um diese gerechter verteilen zu können.
Ab 9. 30 bis 13 Uhr sind die drei Helfer von Montag bis Freitag (außer Donnerstag) in der "Goch hilft"-Einrichtung. Es gibt je eine Damen- und eine Herrenabteilung, eine Kinderecke, und eine für Bettzeug. Alles hier ist für Familien, die nicht viel haben. "Sechs bis sieben Menschen kommen täglich, und wenn die Gocher Tafel geöffnet hat, sind, es an diesen beiden Tagen noch mehr. Manchmal reicht die Schlange der Wartenden bis auf die Straße", weiß Julia Scheibe. Unter den Menschen, die das Nötigste nötig haben und hierher kommen seien Flüchtlinge, Alleinerziehende, Rentner und viele Kinder. "Wir hatten mal ein Gocher Schwester-/Bruderpaar, das auf der Straße lebte, und jetzt die erste Wohnung beziehen konnte. Die haben sich über so einfache Dinge wie ein paar Töpfe gefreut", erinnert sich Mandy Kemnitz.


Zum Teil neuwertige Dinge


Die Sach-Spenden kommen nicht nur aus Goch, bedankt sich Sascha Ruelfs für das Engagement der Unterstützer, die sogar in Xanten von der guten Sache in Goch gehört haben. Und so mancher anonyme Helfer stelle die Dinge für den Bedarf einfach vor die Tür, ohne den Dank des Hilfsteams abzuwarten.
Jeden Donnerstag ist die Einrichtung zu, dann wird die neu eingetroffene Ware geprüft und einsortiert. Angenommen wird alles, außer Unterwäsche. Bei Spielzeug wird auf einen ordnungsgemäßen Zustand geachtet. Mandy Kemnitz: "Wir hatten mal einen Karton voller Barbies, allerdings viele ohne Arme und Köpfe. Aber manchmal müssen wir noch nicht mal richtig nachschauen, weil auch neuwertige, zum Teil noch eingepackte Dinge, darunter sind."
Sascha Ruelfs und sein Team achten immer darauf, wo und welche Bedürfnisse gestillt werden: "Wenn wir merken, dass da jemand nur etwas haben möchte, um damit Handel zu betreiben, schieben wir schon einen Riegel davor." Das sei zwar nicht immer leicht, aber die Mitarbeiter haben da ihre Methoden, um herauszubekommen, für welchen Zweck was denn benötigt wird. Ansonsten heißt es: "Was umsonst reinkommt, geht umsonst raus"!
Ab Donnerstag gehe es aber nun darum, den armen Kindern dieser Stadt ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten, und dazu benötigen die Leute von "Goch hilft" die Hilfe der Wochenblattleser, wie Sascha Ruelfs erläutert: "Wir bitten die Gocher um Spenden aller Art, um Gocher Kindern zur Weihnachtszeit eine Freude zu machen!" Die ersten Unterstützer sind bereits am Start, weiß Ruelfs: Die Stadtwerke haben fünf Tagestickets ausgegeben, die Steak Brothers haben ebenfalls in die Tasche gegriffen und die Arnold Janssen-Grundschule sammelt im Rahmen eines Schulprojektes für Kinder in Goch.

Geschenkeboxen in der Drogerie

Auch die Drogeriekette Müller ist dabei: In entsprechenden Geschenkboxen können Kunden ihre für andere Kinder bestimmten Geschenke sammeln lassen. "Goch hilft" hofft so, dass bis zum 15. Dezember möglichst viele Aufmerksamkeiten von Gochern zusammen kommen, danach werden die Geschenke verpackt und anschließend zu den Bedürftigen nach Hause gebracht.
Sascha Ruelfs, in dessen Kundenkartei 50 Familien mit rund 150 Kindern gelistet sind, weiß: "Natürlich kann nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen. Aber der Weihnachtsmann oder das Christkind werden sich alle Mühe geben ..."
Zu erreichen ist Sascha Ruelfs auch auf der Facebook-Seite "Goch hilft": Der Gocher antwortet bei Kontaktaufnahme in der Regel innerhalb einer Stunde ...

Autor:

Franz Geib aus Goch

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