Buddeln im Garten
Im Hohenhof in Hagen laufen archäologische Grabungen

Das Geheimnis der Gestaltung des Gartens im Hohenhof versucht ein Team des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) um Archäologin Dr. Eva Cichy zu ergründen. Fundamente, eine Steineinfassung und eine Stufe hat das Team bereits freigelegt.
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  • Das Geheimnis der Gestaltung des Gartens im Hohenhof versucht ein Team des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) um Archäologin Dr. Eva Cichy zu ergründen. Fundamente, eine Steineinfassung und eine Stufe hat das Team bereits freigelegt.
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Ein schwarzes Loch tut sich im Garten des Hohenhofs, dem ehemaligen Wohnhaus von Karl Ernst Osthaus, auf – im tatsächlichen und im übertragenen Sinn. Zum einen finden dort archäologische Grabungen statt. Zum anderen gibt es zu fast 60 Jahren Entwicklung nur wenige Informationen.

Von Vera Demuth

Bei üblichen Instandsetzungarbeiten im Garten des Hohenhofs, der seit 1986 im Besitz der Stadt ist, kamen immer mehr Fragen nach Details zu Entstehung, Entwicklung und früherer Gestaltung des Gartens auf, die niemand beantworten konnte. So entstand die Idee, die Geheimnisse des Gartens durch archäologische Grabungen zu lüften.
Seit April 2019 sind daher nun Dr. Eva Cichy, Archäologin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und Landschaftsarchitektin Susanne Weisser vor Ort. Sie versuchen, herauszubekommen, welche Elemente der Gestaltung 1907 vom Architekten Henry van de Velde gestaltet wurden, welche 1913 vom Landschaftsarchitekten Leberecht Migge, und was vielleicht zwar geplant, aber nie angelegt wurde. "Bei Migge haben Erster Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise reingegrätscht, so dass nicht klar ist, ob alles umgesetzt wurde", erklärt Cichy.

Fundament einer Maillol-Plastik freigelegt

Im Südgarten auf der Hauptsichtachse, wo einst die Plastik Sérénité des Künstlers Aristide Maillol stand, haben Cichy und Weisser im November ihren bisherigen Hauptfund gemacht: das Fundament der Plastik. "Das konnten wir eindeutig identifizieren, und es war dort, wo es sein sollte", freut sich Cichy, dass hier Pläne und Umsetzung übereinstimmen. Auch eine umlaufende Steineinfassung wurde freigegraben, bei der jedoch nicht zu erkennen ist, ob sie zu Beginn oder später angelegt wurde. Eine freigelegte Stufe entdeckten Cichy und Weisser in einem Plan von 1962 wieder, "aber wir wissen nicht, von wann sie ist", so Cichy.
Weissers These lautet, dass der Garten zu Van de Veldes Zeiten eben war, von Migge zum Teil tiefer gelegt wurde und nach dem Verkauf des Gebäudes 1928 von den neuen Besitzern wieder planiert wurde. Informationen zu diesem und anderen Rätseln sind wichtig, "weil wir erst dann in der Lage sind zu entscheiden, wie der Garten aussehen soll", erläutert Ina Hanemann von der Denkmalbehörde.
Denn letztlich soll der Garten saniert und rekonstruiert werden. "Er würde den Hohenhof als Gesamtkunstwerk vollständig machen", sagt Baudezernent Henning Keune. Zugleich sieht Kulturdezernentin Margarita Kaufmann in der Rekonstruktion des Gartens die Möglichkeit, "den Hagenern ihre Geschichte zurückzugeben".

Abschluss bis zur IGA 2027

Die Sanierung soll bis 2027 pünktlich zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrgebiet abgeschlossen werden. "Ein historischer Garten würde wunderbar dazu passen", so Keune.

Fotos und Infos gesucht

- Zwischen 1928 und 1986 gibt es eine Lücke an Fotos und Dokumenten dazu, wie sich insbesondere der Garten des Hohenhofs entwickelt hat. Daher werden Bürger gebeten, sich zu melden, wenn sie Bilder oder Schriftstücke aus dieser Zeit haben.
- Sie können sich an Denkmalpflegerin Ina Hanemann unter Tel. 02331-2073154 und per E-Mail an ina.hanemann@stadt-hagen.de wenden.

Das Geheimnis der Gestaltung des Gartens im Hohenhof versucht ein Team des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) um Archäologin Dr. Eva Cichy zu ergründen. Fundamente, eine Steineinfassung und eine Stufe hat das Team bereits freigelegt.
Auch anhand von Plänen versuchen Landschaftsarchitektin Susanne Weisser (l.) und Dr. Eva Cichy, Archäologin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), herauszufinden, wie der Garten des Hohenhofs ursprünglich gestaltet war.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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