Objekt des Monats
Besonderer Bierkrug: Jubiläumskrug der "Westfälische Turn- und Feuerwehrgerätefabrik Heinrich Meyer"

Zum 25-jährigen Bestehen der Firma "Westfälische Turn- und Feuerwehrgerätefabrik Heinrich Meyer" gab es einen Jubiläums-Bierkrug. | Foto: Stadt Hagen
  • Zum 25-jährigen Bestehen der Firma "Westfälische Turn- und Feuerwehrgerätefabrik Heinrich Meyer" gab es einen Jubiläums-Bierkrug.
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Ein Bierkrug, den die "Westfälische Turn- und Feuerwehrgerätefabrik Heinrich Meyer" 1911 zu ihrem 25-jährigen Bestehen erhalten hat, ist im März als Objekt des Monats in den Räumen des Jungen Museums im Osthaus Museum ausgestellt. Noch bis zur Eröffnung des Stadtmuseums Hagen 2021 ist ein monatlich wechselndes Ausstellungsstück zu besichtigen.

Der Wehringhauser Heinrich Meyer gründete 1886 die "Westfälische Turn- und Feuerwehrgerätefabrik Heinrich Meyer" in Altenhagen. 1922 teilten seine beiden Söhne das Werk in zwei selbständige Firmen. Unter der Bezeichnung "Meyer Hagen" übernahm Eugen Meyer die Produktion der Schwimmsportgeräte sowie der Feuerwehrwagen und -geräte. Hans Meyer nannte seinen Betrieb zunächst "Meyer's Tungeräte- und Schulmöbelfabrik GmbH Hagen". Später setzte sich der Name "Turnmeyer-Werke GmbH" durch. Heinrich Meyer blieb bis zu seinem Tod 50 Jahre nach der Gründung Teilhaber beider Firmen.
1934 verlegte Eugen Meyer seinen Betrieb in ein neues Gebäude in Hagen-Oberhagen. Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs wurde die Fabrik stark beschädigt. Der Betrieb mit den Spezialmaschinen für die Fertigung von Feuerwehrfahrzeugen und zur Herstellung von Feuerwehrgeräten war zu 90 Prozent zerstört. Statt nach dem Krieg weiter Feuerwehrfahrzeuge herzustellen, verlagerte die Firma daher ihren Schwerpunkt auf den Brandschutz-Service. 1990 übernahm der Hagener Claus Bohne den Betrieb. Er erweiterte die Abteilung Brandschutz, sodass ab sofort auch Verkauf und Wartung von tragbaren Feuerlöschgeräten, aber auch Serviceleistungen wie Montage und Wartung von Wandhydranten und Brandabschottungen zum Angebot der Firma zählten. Hinzu kam die Installation von Rauch- und Wärme-Abzugsanlagen. Unter dem Namen "Feuerschutztechnik Meyer Hagen GmbH" beschäftigt die Firma heute 17 Beschäftigte.
Auch Hans Meyers Firma wurde bei einem Bombenangriff 1944 weitgehend vernichtet. Doch nur ein Jahr später konnte die Fertigung von Turn- und Spielplatzgeräten, auf die sich Meyer spezialisiert hatte, schon wieder aufgenommen werden. In den folgenden Jahren stiegen die Produktionszahlen und Einnahmen der Firma stetig an. Durch die Einführung der DIN-Normen im Turnen, den Rückgang von Turnhallenbauten und dem stärker werdenden Preiskampf geriet die Firma mit ihrem hohen Qualitätsstandard unter immer größeren Kostendruck. Im Frühling 1984 musste "Turnmeyer" schließlich Konkurs anmelden.

Auch "Turnmeyer" existiert bis heute

Brigitte Witte, die Urenkelin des Firmengründers, gründete mit ihrem Mann Roland als Geschäftsführer noch im gleichen Jahr eine neue Turn- und Sportgerätefirma, die den Namen "Turnmeyer" für ihre Produkte als Warenzeichen nutzte. Die Produktion von Turngeräten lohnte sich jedoch nicht mehr. Stattdessen kümmerte sich die Firma um die Revision und Reparatur sowie den Handel von Turngeräten. Inzwischen bedient der Betrieb über 40 verschiedene Sportarten. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz.

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Lokalkompass Hagen aus Hagen

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