Dreigleisiger Ausbau der Strecke ABS 46/2 Landesgrenze D/NL – Emmerich am Rhein – Oberhausen
Einwand gegen Schließung des Bahnüberganges Kastanienstraße in Hamminkeln-Heiderott

Wird der Bahnübergang "Kastanienstraße" in Hamminkeln-Heiderott bald geschlossen?
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Der ADFC Fahrradclub Hamminkeln, der Hamminkelner Verkehrsverein und die Senioren-Union Stadtverband Hamminkeln haben gemeinsam einen Einwand gegen die komplette Schließung des Bahnübergangs „Kastanienstraße“ in Hamminkeln-Heiderott eingereicht - im Zusammenhang mit dem Dreigleisiger Ausbau der Strecke ABS 46/2 Landesgrenze D/NL – Emmerich am Rhein – Oberhausen.

Im gemeinsamen Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Hamminkeln, Bernd Romanski, heißt es:

"beim Ausbau der Bahnstrecke werden nach dem vorliegenden Plan im Bereich Mehrhoog / Hamminkeln die schienengleichen Bahnübergänge beseitigt und durch Straßenüberführungen oder -unterführungen ersetzt.

Durch den Wegfall des jetzigen Bahnübergangs „Kastanienstraße“ fühlen sich die Unterzeichner und ihre Mitglieder bei der Gestaltung ihrer Erholungs- und Freizeitaktivitäten (Radfahren und Wanderungen) stark eingeschränkt.

So soll der jetzige Bahnübergang „Kastanienstraße“ geschlossen werden und durch Anbindung an die Straßenüberführung „Butenfeld“ ersetzt werden. Dort entsteht eine Straßenüberführung durch eine Brücke mit einer lichten Weite von 27,4 m und einer lichten Höhe von 5,9 m über die Bahngleise.

Man müsste dann von Norden kommend am jetzigen Bahnübergang vorbei weiter auf der Kastanienstraße bis zum Weg „Butenfeld“ fahren, dann die Straßenüberführung nehmen und danach an der Bahntrasse entlang wieder zurück zum jetzigen Bahnübergang „Kastanienstraße/Am Schwarzen Wasser“ fahren. Das würde eine Beeinträchtigung für Fahrradfahrer und Fußgänger und eine starke Erschwernis für Rollator- und Rollstuhlfahrer bedeuten.

Die Gegend mit den landwirtschaftlichen Wegen „Kastanienstraße“, „Am Schwarzen Wasser“ und danach der „Heuweg“ durch den Diersfordter Wald zählt mit zu den schönsten Fahrrad- und Wanderstrecken in Hamminkeln und Flüren/Diersfordt.

Hier gibt es noch großflächige, fast unberührte Landschaft, die durch Wiesen, Weiden, Hecken, Baumgruppen und Wald abwechslungsreich gegliedert ist. Hier kann man die Ruhe und Stille der Natur noch ohne Straßenlärm genießen, da die Diersfordter Straße weit genug entfernt ist. Häufig kann man Rehwild, Hasen, Fasane und Greifvögel beobachten.

Das westlich der Bahnstrecke liegende Gelände ist fast nicht bebaut oder über die Diersfordter Straße/Heuweg zu erreichen. Dadurch gibt es fast keinen PKW-Verkehr und nur selten landwirtschaftliche Fahrzeuge, da die landwirtschaftlichen Flächen überwiegend als Wiesen oder Weiden genutzt werden."

Vorschlag für geeignetere Lösung

"Damit die Fahrradfahrer diese Idylle künftig ohne Umweg genießen können, sollte anstelle des jetzigen, schienengleichen Bahnübergangs eine Straßenunterführung für Fahrradfahrer und Wanderer gebaut werden.

Das umgebende Gelände bietet sich dafür an. Auf der westlichen Seite ist das Gelände im Abstand von ca. 80 m von den Gleisen 2,05 m niedriger als der Gleiskörper und auf der östlichen Seite im Abstand von 25 m um 1,50 m niedriger (aktuell gemessen und siehe Fotos)."

Vorteile:

  • "Fahrradfahrer und Wanderer müssen nicht den Umweg über die Überführung „Diersfordter Straße“ oder „Butenfeld“ nehmen. Die Diersfordter Straße ist durch den Lärm von schnellfahrenden PKW und LKW sehr laut. Nach der Überführung „Butenfeld“ muss man anschließend den Seitenweg entlang der Bahntrasse zurück zum Weg „Am Schwarzen Wasser“ nehmen. Die Bahntrasse ist sehr laut und die Dauer des Zuglärms wird noch deutlich zunehmen, da der Zweck des Ausbaus ja ein erhöhter Zugverkehr ist.
  • Das Landschaftsschutzgebiet auf der westlichen Seite der Bahnstrecke kann durch diese Unterführung mit den östlich gelegenen landwirtschaftlichen Flächen zu einem größeren Biotop verbunden werden. Tiere, die häufig die Bahnstrecke queren, wie Rehe, Hasen, Igel, Frösche, Fledermäuse, u.a. können die Unterführung nutzen. Die Gefährdung wird reduziert. Dadurch wird ein Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt erreicht und der genetische Artenaustausch gefördert.
  • Eventuell kann auf dem geplanten Seitenweg von der Überführung „Butenfeld“ bis zum Weg „Am Schwarzen Wasser“ verzichtet werden, da PKW-Fahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge voraussichtlich die Anfahrt über den Straßenübergang „Diersfordter Straße“ bevorzugen würden. Dadurch könnte der vorhandene Baumbestand auf der Fläche des geplantes Weges erhalten bleiben und der Boden müsste nicht verdichtet und versiegelt werden. Das würde auch eine Kostenersparnis bedeuten.
  • Nach §1 des Bundesnaturschutzgesetztes sind Natur und Landschaft so zu schützen, dass die biologische Vielfalt, die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft gesichert sind. Um das Bedürfnis der Menschen nach Erholung in einer als schön empfundenen Landschaft zu ermöglichen, ist nach §1 BNatSchG auch die Zugänglichkeit zu der Landschaft zu ermöglichen. Das wäre durch die Radfahrerunterführung sicher viel besser gegeben.                                          Zu einer landschaftsbezogenen Erholung zählt auch der Faktor Ruhe/Lärm. Bei einer Radfahrerunterführung muss man nicht den Straßenverkehrslärm an der Überführung „Diersfordter Straße“ sowie den Eisenbahnlärm am Verbindungsweg „Butenfeld“ – „Am Schwarzen Wasser“ ertragen.
  • Die großräumige, abwechslungsreiche und schöne Landschaft ist für Freizeit/Erholung und Radtourismus besonders geeignet. Sie ist Teil des überörtlichen Freiraumverbundes und verbunden mit den Landschaftsbereichen Flüren, Bislich, Diersfordt, Lackhausen, Weselerwald, Marienthal, Brünen, Ringenberg, Dingden Berg, Loikum und Mehrhoog.                 Die Attraktivität dieser Strecke hat auch eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung für die örtliche Gastronomie.
  • Die vielen durch den Ausbau erforderlichen Überführungen und Brücken beeinträchtigen schon erheblich das Orts- und Landschaftsbild der niederrheinischen Kulturlandschaft. Laut Aussagen der DB Netz AG sollen die Auswirkungen möglichst minimiert oder ausgeglichen werden. Das sei nicht nur eine Frage des gesellschaftlichen Konsens, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung.                                                                                                                      Durch eine Unterführung für Radfahrer an der Kastanienstraße/Am Schwarzen Wasser werden die Auswirkungen minimiert und zum Teil auch kompensiert.
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