Bis zum Abriss von Haus Bruch läutete sie in der dortigen Kapelle - Im Jahr 1627 gegossen
Hattingen: Die fünfte Glocke ist zurück in St. Georg

Pfarrer Dr. Udo Polenske (links) und Kirchbaumeister Willi Arnscheidt mit der lange verloren geglaubten fünften Glocke der St.-Georgs-Kirche, einem der Wahrzeichen von Hattingen. Sie wiegt immerhin 30 Kilogramm.      Foto: Römer
  • Pfarrer Dr. Udo Polenske (links) und Kirchbaumeister Willi Arnscheidt mit der lange verloren geglaubten fünften Glocke der St.-Georgs-Kirche, einem der Wahrzeichen von Hattingen. Sie wiegt immerhin 30 Kilogramm. Foto: Römer
  • hochgeladen von Roland Römer

Die St.-Georgs-Kirche, mit ihrem schiefen Kirchturm eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt, erhält ihre fünfte Glocke - zurück! Sie hat eine bewegte Vergangenheit, war auf einem alten Stich zu sehen. Nur wusste lange niemand (mehr) etwas von ihr.

Eigentlich war es Dr. Claus Peter, der das Ganze angestoßen hat, seit 1988 Glockensachverständiger der Ev. Kirche von Westfalen. Wie der STADTSPIEGEL ausführlich berichtete, war er Anfang 2018 in Hattingen, denn das Aufhängesystem der Glocken von St. Georg muss dringend saniert werden.
"Anschließend sind wir gemeinsam etwas essen gegangen", erinnert sich Pfarrer Dr. Udo Polenske. "Beim Essen fragte er plötzlich, wo denn eigentlich die fünfte Glocke unserer Kirche hingekommen sei. Er konnte sich genau daran erinnern, dass er die mal vor 32 (!) Jahren im Büro der Kirchengemeinde gesehen hatte. Darauf hatten wir alle keine Antwort."

Gesucht und gefunden bei Kirchenarchivar Harri Petras

Aber es begann eine Suche, die besser da begonnen worden wäre, wo das Finden am wahrscheinlichsten ist: bei Kirchenarchivar Harri Petras nämlich. Bei ihm stand sie, so Pfarrer Polenske, "verstaubt unterm Schreibtisch".
Und er kann gleich die Geschichte dieser Glocke erzählen: "Die Glocke ist über 400 Jahre alt und hervorragend gearbeitet. Sie hing in der Kapelle von Haus Bruch, einem alten Rittergut, das erstmals 1217 Erwähnung findet. Es stand auf dem Gelände der einstigen Henrichshütte und ist heute nicht mehr da. Wie es so üblich ist, wurde beim Abriss des Gebäudes die Glocke der örtlichen Kirchengemeinde angeboten. Oft landete sie dann im Arbeitszimmer des Pfarrers, nur in unserem Fall wohl nicht", schmunzelt er.
Die Glocke ist aus Bronze, hat einen Durchmesser von 340 Millimeter, ist 315 mm hoch und wiegt 30 Kilogramm. Im oberen Bereich trägt sie die Inschrift: "Daniel Loner aus Nürnberg goss mich 1627". Dass der Name des Gießers aufgeführt ist, sei ein Markenzeichen für Qualität, weiß Pfarrer Dr. Udo Polenske.

Glocke erhält Aufhängevorrichtung und Motor

Sie soll zunächst aufgearbeitet werden, obwohl sie sich schon jetzt in einem sehr guten Zustand befindet. Anschließend erhält sie eine Aufhängevorrichtung an der Nord- oder Südseite des Kirchturms. "Das wird noch mit der Unteren Denkmalbehörde abgesprochen", erklärt Kirchbaumeister Willi Arnscheidt. Außerdem wird die Glocke mit einem Motor versehen, der sie läuten lässt und der von unten eingeschaltet werden kann. Denn: "Sie soll im Gottesdienst beim Vaterunser geläutet werden. Das ist so üblich", sagt Udo Polenske und wird sie auch als Totenglocke verwenden. Außerdem soll sie beleuchtet werden, damit sie auch zu sehen ist im Glocken-Kämmerchen von St. Georg.
All' diese Arbeiten werden von der Kirchengemeinde mit rund 5.000 Euro veranschlagt.
Daher bitten Willi Arnscheidt und Pfarrer Polenske um Spenden. Sie können abgegeben werden im Gemeindebüro, Kirchplatz 19, oder per Überweisung auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Hattingen, IBAN DE89430510400000210062.

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