"Hattinger Kreuz-Weg 2012" hat seine siebte Station erreicht

Station 7 Kirchplatz
7Bilder

Mittwoch, 4. April. Das Kreuz ist in der Karwoche an seiner 7. Station, dem St.-Georgs-Kirchplatz in Hattingen, aufgestellt worden. Nun steht und leuchtet es mitten auf dem Kirchplatz - und damit rechtzeitig zu Karfreitag und Ostern in der Mitte der Stadt Hattingen.

Ein letztes Mal gibt es auch direkt an der 7. Station den "Treffpunkt Kreuz-Weg", an dem zum Nachdenken über das Kreuz eingeladen wird. In der Karwoche ist der Termiin auf Karsamstag, 7. April, um 18 Uhr gelegt.

2011 war es eine Premiere, nun wurde die Idee in anderer Form neu aufgelegt:
In 7 Wochen von Aschermittwoch bis Ostern wurde das orangefarbene Kreuz des Hattinger Künstlers Holger Vockert an sieben Standorten in Hattingen aufgestellt. Weiterführende Schulen in Hattingen hatten sich in ihren Religionskursen mit dem Kreuz beschäftigt und überraschende und beeindruckende Assoziationen erarbeitet.
Der „Weg“ des Kreuzes wurde Woche für Woche bekannt gegeben - durch die Wahl ihrer Standorte haben die Schülerinnen und Schüler Aufmerksamkeit, Gespräche und Auseinandersetzung ermöglicht.

Hier ein kurzer Rückblick auf die Stationen 1 bis 6:

1 „Alter“
Die Schülergruppe des 7-er Reli-Kurses vom Gymnasium Holthausen beschloss nach kurzer Zeit, das Kreuz vor ein Altenheim zu stellen und entschied sich für das AWO-Seniorenheim in Welper. „Durch das Kreuz wollen wir symbolisieren, dass Senioren oftmals vernachlässigt werden und vergessen werden ... aber das Kreuz steht auch für die Hoffnung auf ein ‚schönes Altsein’. Wir haben uns gefragt, wie es den Senioren im Altenheim geht und ob sie sich dort wohl fühlen. Durch dieses Projekt konnten uns die Senioren unsere Fragen selber beantworten und wir haben einen Einblick bekommen, was es heißt „alt“ zu sein.

2 „Krieg“
Schülerinnen und Schüler der 7-er Kurse Ev. Religion vom Gymnasium Waldstraße stellten das Kreuz an den Gedenkstein und die Gedenktafel vor ihrer Schule.
Durch das Kreuz wollten sie den Blick auf dieses von vielen übersehene Mahnmal lenken. „Wir haben gemerkt, dass noch nicht mal alle von uns den Stein schon mal wirklich wahrgenommen haben. Als der Krieg kam, waren viele genauso alt wie wir heute, ... Wir haben uns Gedanken gemacht, warum überhaupt ein Krieg begonnen worden ist und warum so junge Menschen in den Krieg ziehen mussten.“

3 „Krank“
Für die Marie-Curie-Realschule rückte schnell die Idee in den Vordergrund, das Kreuz ins Gelände der Helios-Klinik in Holthausen zu stellen. Also haben die Religionskurse begonnen, sich mit dem Kreuz und mit Krankheit auseinander zu setzen. Es ging darum, wie Menschen damit umgehen, wenn plötzlich Krankheit oder ein Unfall in ihr Leben herein brechen. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit der biblischen Gestalt Hiob und von da aus auch mit der Frage nach Gott. Im Kreuz haben sie ein Mut und Hoffnung gebendes Zeichen gesehen, das Menschen Kraft zum Leben gibt.

4 „Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung“
Die Realschule Grünstraße hatte sich einen geschichtsträchtigen Ort gesucht: Die Stelle, an der bis 1938 die Hattinger Synagoge gestanden hat. „Wir möchten hinsehen auf den Gedenkstein, die Stolpersteine, die Straßennamen, wir möchten erinnern an die Synagoge, möchten von unerträglichen Anfeindungen, Grausamkeiten und Benachteiligungen erzählen. Und wir möchten fragen, was heute ist und wo heute Ausgrenzung vorkommt. Das Kreuz, an dem der Jude Jesus hing, dessen Arme für alle offen waren, ist bleibende Mahnung.“

5 „Das Kreuz mit dem Fußball“
Die Kombination von Fußball und einem Kreuz war ungewöhnlich. Schüler der Klasse 8c der Gesamtschule Hattingen hatten die Idee dazu, weil ihnen eine Zeitungsmeldung zu Gewalt im Umfeld eines Fußballspiels aufgefallen war und weil es unter ihnen reichlich aktive Fußballer gibt. „Wir wollen mit dieser Aktion in Welper am Fußballplatz öffentlich unter der Gewalt leiden, wollen aufstehen gegen Gewalt und den Glauben an Miteinander wieder auferstehen lassen.“

6 „Kinder brauchen Perspektiven“
Unter der Überschrift „Kinder brauchen Perspektiven“ haben angehende Erzieher/innen vom Berufskolleg Hattingen das Kreuz am Parkplatz der Schulenburg, hoch über Hattingen, aufgestellt. Wie Jesus es vorgelebt hat, so wollten sie sich auch selber an die Seite der Bedürftigen und Kleinen stellen und deren Perspektive wahr- und einnehmen. Dabei ging ihr Blick einerseits auf die Situation von Kindern weltweit, andererseits wurde auf dem Hintergrund des Bildungspaketes in Augenschein genommen, welche Probleme es für Kinder in Deutschland gibt.

Frank Bottenberg (Gesamtverantwortung)
Weitere Infos auf: www.hattinger-kreuz-weg.de

Autor:

Frank Bottenberg aus Hattingen

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