Die Unendlichkeit spürt man an Tagen wie diesen

Kevin (12) und Anna-Lena (14) mit sunshine5kids-Gründerin Gaby Schäfer beim Besuch in der Redaktion des STADTSPIEGEL. Kevin kommt aus Hattingen, Anna-Lena aus Sprockhövel Foto: Pielorz
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  • Kevin (12) und Anna-Lena (14) mit sunshine5kids-Gründerin Gaby Schäfer beim Besuch in der Redaktion des STADTSPIEGEL. Kevin kommt aus Hattingen, Anna-Lena aus Sprockhövel Foto: Pielorz
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Schon mehrfach berichteten wir über den Sprockhöveler Verein „sunshine4kids“, der von Gaby Schäfer gegründet wurde. Die regelmäßigen Segelfreizeiten für Kinder und Jugendliche sind gedacht für Teilnehmer, die bisher nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen. Dazu zählen beispielsweise Kinder, die erkrankt waren oder deren Geschwister krank sind, aber auch Kinder, die durch Tod einen Verlust im persönlichen Umfeld erlitten haben. Von der letzten Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer kamen alle begeistert zurück.

Fünfzehn Yachten stachen in See, auf jedem Boot mindestens vier Kinder und zwei Erwachsene, manchmal mehr. Zum Team gehören Kinderärzte, geschulte Betreuer, Skipper, Psychologen und Schiffseigner– ein hochwertiges Team aus vierzig Erwachsenen, die sich um sechzig Kinder und Jugendliche kümmern. Gemeinsam ist den Kindern und Jugendlichen eines: sie haben ein schwieriges Schicksal und Dinge erlebt, die man in dem Alter eigentlich nicht erleben sollte. Dazu gehören Tod, Frankheit, Missbrauch und vieles mehr.
Kevin (12) und Anna-Lena (14) sind beide zum zweiten Mal dabei. „Wir nehmen oft Kinder mehrmals mit, weil sie diese Erholung einfach mehrfach brauchen“, so gaby Schäfer, Gründerin des Vereines „sunhine4kids“. Kevin besucht eine sechste Klasse, Anna-Lena geht in eine neunte Klasse. Beide sind begeistert von dem einwöchigen Segeltörn. Während Kevin vor allem die Zeit mit kräftigem Wind genossen hat, liebte Anna-Lena eher die ruhigen und warmen Phasen. „Bei der Krängung (Anm. der Redaktion: Schieflage des Bootes) war das heftig. da ging es mir nicht so gut. Aber ein Skipper kann das etwas steuern, dann ging es wieder“, berichtet Anna-Lena. Das kann Kevin gar nicht verstehen. „Das war doch total cool“. Na ja, Geschmacksache.
Jedenfalls haben die beiden Jugendlichen richtig was erlebt. Gemeinschaft mit anderen, Freunde finden, Segel rauf- und runterfahren, aber auch Geschirr spülen und Knoten machen. Vom Boot ins Meer springen – einfach toll bei wunderbarem Wetter.
Navigieren, Holzboote bauen, Ausflüge an Land und am Abend immer in einem Hafen, das war die Woche in Kurzform.
„Wir hatten auch eine Hoffnungsflotten-Hymne von den Toten Hosen: An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit, an Tagen wie diesen haben wir noch ewig Zeit...“ träumt Anna-Lena laut. Man glaubt ihr sofort, dass sich dieses Gefühl eingestellt hat.
Nach der einen Woche wären alle gern geblieben. Beim Abschiedsfest flossen Tränen. Viele Gruppen hatten etwas vorbereitet. Anna-Lena beispielsweise hat gesungen und das war so gut, dass es alle vom Hocker gehauen hat. „Sie sollte sich echt bei Castings bewerben, das war unglaublich gut“, so Gaby Schäfer.
Anna-Lena lächelt verlegen und erzählt, dass sie auf ihrer Schule bei einem „Starlight-Express-Projekt“ dabei war und gesungen hat. Hat Spaß gemacht.
Auf dem Abschiedsfest haben alle 100 Menschen, Kinder, Jugendliche und Betreuer, gemeinsam „ihre“ Hymne von den Toten Hosen gesungen – ein toller Moment.
„Die Zeit auf dem Wasser war einfach so frei und die Sorgen so fern. Hoffentlich dürfen wir irgendwann noch einmal wieder kommen“, so die Kinder und Jugendlichen in einem Tagebuch-Bericht von der Reise.
„Die Flotte hat in diesem Jahr alle Erwartungen übertroffen“, so Gaby Schäfer, die Ministerpräsidentin hannelore Kraft als Schirmherrin gewinnen konnte. Am 19. Juli 2013 soll es wieder losgehen mit der Hoffnungsflotte 2013, dann mit zwanzig Segelyachten. Nach dem Segeln ist vor dem Segeln...
„Aber wir kümmern uns auch nach der Freizeit um unsere sunshine-Kinder. Wir helfen bei Praktika und Ausbildungsplätzen, sind ständig auf der Suche nach Sponsoren für unsere Projekte“, so Gaby Schäfer.
Einen weiteren Sponsor hat sie gerade gefunden: den heimischen Energieversorger AVU. Unter dem Motto „Together4kids“ startet der Sprockhöveler Verein sunshine4kids in Kooperation mit der AVU (Aktion „Junges EN“) einen Segeltörn der besonderen Art: Vom 21. bis 23. September startet das Therapieboot zu einer „Studienfahrt“ in die Nordsee und das Wattenmeer. „Wir bringen den Kindern so das Bewusstsein zum Thema regenerative Energien näher und versuchen nachhaltig verantwortungsvollen Umgang mit dem Gut Strom zu vermitteln.“, erklärt sunshine4kids Gründerin Gaby Schäfer das Projekt. Veranschaulicht wird das Vorhaben von der schiffseigenen Solaranlage und einem Windgenerator.
Sechs „Matrosen“ werden noch gesucht und um die begehrten Plätze so fair wie möglich zu vergeben, haben sich die Verantwortlichen für eine Verlosung entschieden. Wer gewinnen möchte schickt eine kurze Email an sunshine4kids@web.de. Wie sunshine-üblich richtet sich das Angebot an Kinder, die krank sind, einen oder beide Elternteile verloren haben oder schwierige Lebenssituationen bewältigen müssen.

Weitere Infos unter: www.sunshine4kids.de

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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