Das Computer-Zeitalter - 3. Teil der Chronik zum 100jährigen Bücherei-Jubiläum

Den ersten EDV-lesbaren Büchereiausweis übergab Büchereileiterin Hannelore Seydel (2.v.r.) an den damaligen Hemeraner Bürgermeister Heinz Öhmann. | Foto: Foto: Archiv
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  • Den ersten EDV-lesbaren Büchereiausweis übergab Büchereileiterin Hannelore Seydel (2.v.r.) an den damaligen Hemeraner Bürgermeister Heinz Öhmann.
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Nach den ersten 75 Jahren ihrer wechselvollen Geschichte sollte das letzte Vierteljahrhundert der Hemeraner Büchereigeschichte bis zum heutigen Tage neben einer immer wieder aufflammenden Standortdiskussion vor allem durch den Einzug des Computerzeitalters gekennzeichnet sein. Nach dem Verzicht auf Leihgebühren erlebte die Stadtbücherei Hemer 1986 einen regelrechten „Boom“ mit einer Zunahme der Leserzahl um 71 Prozent (!). Im folgenden Jahr wurden „zukunftsweisende, technische Neuheiten“ wie ein „Mikrofiche-Lesegerät“ und eine „Bucheinband-Reinigungsmaschine“ in Betrieb genommen. Ende 1989 eröffnet die SPD eine langanhaltende, politische Diskussion, indem sie die Einrichtung eines Lesecafés in der Bücherei fordert. 1991 ergänzen erstmals Musik-CDs das Medienangebot, und der „Ausstellungsreigen“ mit handwerklichen und künstlerischen Arbeiten in den Bücherei-Vitrinen startet. Außerdem ist einmal mehr die „Platznot“ politisches Thema. Die Verwaltung errechnet u.a. einen Fehlbedarf von 1.100 m² und plant Investitionen u.a. in einen Aufzug für Behinderte. Zum Jahreswechsel 91/92 wird die letzte Außenstelle in Bredenbruch geschlossen. 1993 wird das Dach der Prinz‘schen Villa saniert, und das Gebäude erhält einen neuen Außenanstrich. Am 20. April 1998 hält das Computer-Zeitalter Einzug in die Bücherei. Die Ausleihe wird auf EDV-Betrieb umgestellt. Auf FDP-Initiative gründet sich am 28. Mai der Förderverein „Pro Buch“, und am 1. Juli 1998 werden wieder Nutzungsgebühren (für Erwachsene) eingeführt. Im März 1999 machen Umzugspläne der Verwaltung für die Bücherei in ein auf dem Hademareplatz geplantes Kulturzentrum erstmals die Runde. 2001 bringt die Teilnahme an einem bundesweiten Bibliotheksvergleich das Ergebnis, dass Hemer in Bereich Personalausstattung und räumliche Unterbringung das Schlusslicht bildet. 2004 wird tritt Sabine Röske die Nachfolge der langjährigen Büchereileiterin Hannelore Seydel an, die als einen Schwerpunkt ihrer Arbeit die Sprach- und Leseförderung von Kindern vorantreibt. 2005 können von den Kunden erstmals DVDs ausgeliehen werden. 2007 nimmt die Stadtbücherei Hemer erstmals an der bundesweiten Aktion „Sommer-Leseclub“ teil. Im Oktober 2008 übernimmt Pro Buch die ehemaligen Räume des Stadtarchivs. Ende 2008 verlässt Sabine Röske auf eigenen Wunsch die Bücherei. Nachfolgerin wird Katrin Gabriel, die sich bis zum heutigen Tag mit den „Problemfeldern“ Personalnot, reduzierte Öffnungszeiten und der erneuten politischen Diskussion um einen neuen Bücherei-Standort auseinandersetzen muss.

Den ersten EDV-lesbaren Büchereiausweis übergab Büchereileiterin Hannelore Seydel (2.v.r.) an den damaligen Hemeraner Bürgermeister Heinz Öhmann. | Foto: Foto: Archiv
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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