"Frühstück mit und ohne Literatur" wieder am 2. Februar im Glashaus Café Kulisse
"Wir haben es erfunden"

Auf das wunderbare Frühstücksbuffet in der Kulisse im Glashaus freuen sich die Förderverein-Mitglieder jeden Monat. Aber auch im Dom-Café und anderen Lokalitäten lässt es sich prima plauschen, vorlesen und schlemmen.
  • Auf das wunderbare Frühstücksbuffet in der Kulisse im Glashaus freuen sich die Förderverein-Mitglieder jeden Monat. Aber auch im Dom-Café und anderen Lokalitäten lässt es sich prima plauschen, vorlesen und schlemmen.
  • hochgeladen von Thorsten Seiffert

 „Nehmen alle das Frühstück oder bekommen Sie nur Kaffee und Kuchen?“ An jedem ersten Samstagvormittag des Monats treffen sich die Mitglieder des Förderverein Stadtbibliothek im Glashaus-Bistro Kulisse. Nur in Ausnahmefällen weichen die Damen und Herren auf andere Lokalitäten, wie ins Dom-Café, aus. Auf ihre Essensgewohnheiten verzichten möchten sie deshalb aber nie.

von Sara Holz

Bitte das kleine Gedeck. Ein Brötchen mit Käse. Käse? Alles, aber bloß keinen Käse! Für mich dazu lieber Kakao, den Kaffee hatte ich schon zuhause. Die Kellnerinnen kritzeln fleißig mit. Es wird eine Großbestellung: 21 Personen sind zum Jahresauftakt gekommen. „Wir nennen die Veranstaltung bewusst Frühstück mit und ohne Literatur“, erklärt die Vorsitzende Ruth Heine. Statt einer akademischen Runde hat man sich eher ein unverbindliches Beisammensein mit Büchern geschaffen. „Manchmal gibt es für die Treffen nicht einmal ein Thema“, so Heine. Babette Nieder erklärt das mit den Worten von Erich Kästner aus seinem „Spruch zur Silvesternacht“: „Man soll das Jahr nicht mit Programmen beladen wie ein krankes Pferd. Wenn man es allzu sehr beschwert, bricht es zu guter Letzt zusammen.“
Rund dreizehn Jahre ist es her, dass Hildegard Maibaum die Idee zur Veranstaltung kam. Warum nicht eigentlich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden und die regelmäßige Informations- und Ideenbörse in eine gemütlich-kreative Frühstücksrunde einbetten? Konsequent tauscht man sich seither zwischen Brötchen und Marmelade aus – und gönnt sich darüber hinaus literarische Häppchen. An guten Tagen sind es um die 20, manchmal 10 oder sogar nur 4 Mitglieder. Externe, speziell Schriftsteller und solche, die es werden möchten, sind dabei stets willkommen. Je größer die Runde, umso bunter und lauter wird´s; im kleineren Kreis kommt hingegen dem Schrifttum mehr Beachtung zu. Von der Glosse aus der Zeitung über Klassiker des Literaturkanons bis hin zu Eigenpublikationen, aber auch Lieder, Gedichte und Gedanken - alles ist erlaubt. „Literaturfrühstücke gibt es mittlerweile zahlreiche, aber wir haben´s erfunden“, darauf besteht Michael Otta. Und Sigrid Porr bestätigt: Die Recklinghäuser haben es sich von uns abgeguckt. Historische Beweise sind da wohl keine mehr vonnöten.
Der Austausch ist inzwischen in vollem Gange. „Was machen eigentlich deine Kinder?“ Familie Porr ist weit verstreut: Ein Sohn ist nach Schottland ausgewandert, ein anderer doziert in Australien. Und ihr Mann Arthur? „Der liegt noch im Bett“, lacht sie. Sonst kommt das Ehepaar gemeinsam zum Treff. Viele der Anwesenden engagieren sich im Raum Herten nicht nur für die Literatur, sondern auch in der Politik oder fürs Theater. Hängt noch jemanden der Magen schon in den Knien? „Von Höksken op Stöksken“ gehen die Gespräche, so wie das Gedichtband von Fritz Laukemper, der als Ehemaliger hinzugestoßen ist. 1951 machte er sich mit Fahrrad und Rucksack auf ins Ruhrgebiet; seine Liebe gilt nicht nur der Sprache, sondern auch der Natur. „Am Teich ein Schwanenpaar ganz stolz, zieht beim Sonnenaufgang seine Kreise, und am Berg in Busch und Holz, lebt jedes Tier auf seine Weise ...“, trägt er aus dem Gedächtnis einen Auszug aus dem eigenen Schaffen vor – und erntet dafür Lob und Applaus.
Mit zwei nicht ganz ernst gemeinten Wünschen von Adolf Glaßbrenner verabschiedet Elisabeth Linkmann schließlich die Mitstreiter: „Dass ich alle, alle Menschen könnt' mit gleicher Lieb' umfassen, und dass Ein'ge ich von ihnen morgen dürfte hängen lassen.“ 

Infos: 

-Zum "Frühstück mit und ohne Literatur" treffen sich die Mitglieder des Fördervereins der Stadtbibliothek Herten immer am ersten Samstag des Monats im Glashaus Café Kulisse. Die nächste Runde findet am 2. Februar statt. Los geht es um 10 Uhr.

- Die gemütliche monatliche Frühstückstafel ist die kreative Informations- und Ideenbörse des Fördervereins. Gäste, vor allem Literaturfreunde, Schriftsteller & Co., sind aber immer herzlich willkommen.

- Weitere Termine und Informationen auf der Homepage : www.foerderverein-der-stadtbibliothek- im-glashaus.de.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen