Demenz-WG "Frieda": Gesprächsthema Puppenhaus

Präsentieren WG-Bewohner Herrn Machus ihr Projekt: Nejla Selmani, Medina San, Samia Narjiss (vorne), Sanae Aoufi und Sarah Drosten.
  • Präsentieren WG-Bewohner Herrn Machus ihr Projekt: Nejla Selmani, Medina San, Samia Narjiss (vorne), Sanae Aoufi und Sarah Drosten.
  • Foto: Michael de Clerque
  • hochgeladen von Janina Rauers

Tisch und Bett im Miniaturformat, Fenster mit Weitblick und bunte Tapeten: Schüler der Wilhelm-Fabry-Realschule haben gemeinsam ein Puppenhaus gestaltet. Nun wird es in der Demenz-WG „Frieda“ im Hildener Norden ausgestellt.

Jeder Schüler der Klasse 8 b hat im Kunstunterricht unter Anleitung von Lehrerin Ines Kretschmer-Vorwerk ein Zimmer gestaltet - nach realem Vorbild, aber auch Wünsche flossen mit ein. Zum Beispiel hat sich Medina San für komplett schwarze Wände entschieden, ein Mitschüler hat einen Swimmingpool samt Rutsche in den Garten gesetzt.

Die Jugendlichen experimentierten mit Farben, Materialien und Klebetechniken. Die fertigen kleinen Kunstwerke wurden zunächst in einem Seniorenzentrum ausgestellt, nun haben sie in der Demenz-Wohngemeinschaft „Frieda“ im Hildener Norden eine neue Bleibe gefunden.

„Dass die Bewohner eher verhalten reagieren, hat mit dem Krankheitsbild zu tun“, erklärt Peter Belitz, Sprecher der Mietergemeinschaft von „Frieda“ den Schülern. Das Projekt sei eine willkommene Abwechslung im WG-Alltag, versichert er.

Alltagsbetreuer, die nachmittags in der WG vorbeischauen und sich mit den Bewohnern unterhalten, werden die nachgebauten Zimmer beispielsweise als Anknüpfungspunkt für ein Gespräch nutzen.

„Frieda“ an der Schumannstraße 16 bietet seit 2012 zehn demenzkranken Menschen Platz. Die WG ist weder ein Pflegeheim noch eine stationäre Einrichtung. Das Miteinander von Bewohnern, Personal und Angehörigen wird durch die Mietergemeinschaft geregelt. „Es ist ähnlich wie in einer Studenten-WG. Auch dort ist festgelegt, wer einkauft, abwäscht, wer die Treppe reinigt oder Getränke besorgt“, erklärt Belitz. Pflegepersonal ist zu festen Zeiten vor Ort, ansonsten auf Abruf bereit.

Zur rechtlichen Konstruktion: Das Diakonische Werk Hilden ist Eigentümer der Frieda-Räumlichkeiten und hat diese an die Mietergemeinschaft vermietet. Die Mietergemeinschaft wiederum vermietet die Wohnungen an die Bewohner.
Derzeit sind die zehn Plätze belegt, es ist aber möglich, sich auf die Warteliste setzen zu lassen.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Demenz-WG "Frieda" sowie telefonisch bei Peter Belitz unter der Rufnummer 02104/17 19 21.

Autor:

Janina Rauers aus Hilden

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