Interviewpartner gesucht zu Erfahrungen mit Maßnahmen/ Arbeitsgelegenheiten im Hartz IV Bezug

Mit einem Rundschreiben wandte sich Wiebke Dierkes, Dipl.Päd./ Wiss. Mitarbeiterin der Philipps­ Universität Marburg - Institut für Erziehungswissenschaft – auch an aufRECHT e.V. auf der Suche nach Interviewpartner zu Erfahrungen mit Maßnahmen des Jobcenters.

Die Ziele der Studie skizziert sie:
Mich interessieren die alltäglichen Erfahrungen, die Sie als Erwerbslose
in diesen Maßnahmen machen! Warum nehmen Sie an den Maßnahmen teil, wie
erleben Sie die Stimmung dort? Welche Inhalte finden Sie hilfreich und
welche nicht? Wie erleben Sie den Umgang mit Ihnen in den Maßnahmen –
untereinander, aber auch mit den dort arbeitenden Sozialarbeitern und
Pädagogen? Wie ist das Verhältnis zum Jobcenter? Was fehlt Ihnen in
diesen Maßnahmen, worüber ärgern Sie sich? Wie wehren Sie sich gegen
Unzumutbares? Welche Rolle spielen Druck und Zwang in diesem Feld? Wie
sähe für Sie eine wirklich gelungene Unterstützung aus?
 
Anschreiben Interviewpartner

Zwangseinweisungen und Endlosschleifen

Als Beratungsstelle sind uns auch immer wieder verschiedenste Berichte zugetragen worden, die erhebliche Bedenken an der Rechtmäßigkeit und dem Nutzen einer Vielzahl solcher Maßnahmen erwecken. Dies gilt grundsätzlich zunächst für alle Maßnahmen die gegen den Willen der Betroffenen und nur unter Sanktionsandrohung zustande kommen. Ein Bildungsträger, der nicht glaubwürdig von seinem Leistungsangebot zu überzeugen vermag, ist sein Geld nicht wert.

Aber auch von Wiederholungen von nutzlosen Maßnahmen wird uns berichtet. Bevorzugt werden Wiederholungen von Bewerbungstraining angeboten, um dann an Zeitarbeit und Minijob verwiesen zu werden.

Einige erste Negativbeispiele habe ich unter „Krabbelgruppen für Erwachsene“  dokumentiert. Weitere sind in Vorbereitung und ich freue mich über weitere Rückmeldungen.

Zuweisungen gelten als Vermittlungserfolg und bereinigen die Arbeitslosenstatistik

Nein, es geht nicht um wirksame Hilfe für Betroffene. Sonst würden nämlich mehr Fördergelder für solche Weiterbildungen investiert, die von den Arbeitssuchenden auch tatsächlich nachgefragt werden. Den Erwerbslosen wird häufig Auflage gemacht Einstellungszusagen für mindestens 1 Jahr nachzuweisen. Würde man die gleichen Ansprüche bei den Trägern solcher 0/8/15-Maßnahmen zur Bedingung machen, hätte man schnell die Spreu vom Weizen getrennt.
Auch wenn man unqualifizierte Vermittlung in Nonsens-Maßnahmen bei den Geschäftsführern des Jobcenter in Abzug stellen würde, wäre die Selektion schnell getroffen.

Nur gute Bildungsangebote stärken das Selbstbewußtein

Es gehört zu den Erfahrungen der Bildungsträger, dass auch die Anleiter nur dann motiviert arbeiten können, wenn Ihnen erfolgversprechende Interessenten zugeteilt werden. Man kann nur mit Menschen arbeiten, die freiwillig mitwirken.

Vielleicht kann die Studie dazu beitragen die Qualität guter Angebote zu verbessern und die sinnlosen Maßnahmen einzustampfen. Den Steuerzahler würde es freuen.

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