"Mit einem blauen Auge davongekommen"
Stabiler Arbeitsmarkt trotz Corona-Pandemie

Der Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis bleibt trotz der Corona-Pandemie stabil. Das betonte Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, im Ausschuss für Soziales und Gesundheit. „Sehr erfreulich“ sei die vergleichsweise unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

In der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales hat Volker Riecke den robusten Arbeitsmarkt im Kreis aufgezeigt. Der Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis stellte unter anderem die Zahlen aus dem vergangenen Jahr vor. Demnach waren Ende Dezember insgesamt 10.230 Menschen ohne Arbeit – ein Anstieg um 419 Personen im Vergleich zum Januar. Den Höchststand an Arbeitslosen gab es im Juli 2020 mit 11.040 Personen. Ursache waren laut Riecke aber nicht Corona und die daraus resultierenden Maßnahmen. Vielmehr sei die konjunkturelle Lage im Kreis bereits seit Herbst 2019 "etwas angespannt" gewesen. Hauptgrund: Auftragsrückgänge vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie im Automotivbereich.
Auch der Anstieg der Arbeitslosenzahlen von Dezember 2020 auf Januar 2021 (+ 288 Personen) steht nach Auskunft Rieckes nicht in Zusammenhang mit der Pandemie, sondern sei "jahreszeitlich bedingt". Sein Fazit: "Wir sind auf dem Arbeitsmarkt mit einem blauen Auge durch das Pandemiejahr 2020 gekommen."

Vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit

Erfreuliche Nachrichten hatte der Geschäftsführer des Jobcenters beim Blick auf die vergleichsweise niedrige Jugendarbeitslosigkeit. "Es ist eine sehr positive Entwicklung, dass wir eine unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in unserem Kreis haben", sagte Riecke. Bundesweit liegt der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen im SGB II bei acht Prozent, in Nordrhein-Westfalen bei 7,7 Prozent und im Märkischen Kreis auf stabilem Niveau bei 7,2 Prozent.
Aktuell betreut das Jobcenter in circa 16.107 Bedarfsgemeinschaften 21.667 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Die darin enthaltene Zahl der Arbeitslosen hat nach dem positiven Trend der vergangenen Monate im Januar zwar um 288 auf 10.518 Personen zugenommen. "Dennoch bewegen wir uns bei den Zahlen der Bedarfsgemeinschaften und der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten auf dem Niveau vor Beginn der Pandemie", sagte Riecke.

Autor:

Stephan Faber aus Hagen

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