Viel Spaß, viel gelernt

Drei Wochen lang war die ehemalige Hauptschule Brüderstraße fest in Kinderhänden.
„Iser-Kid-City“ hieß das Projekt des städtischen Kinder- und Jugendbüros, das von Erwachsenenseite bereits viel Lob einheimste. Doch waren die Kinder, die dort ihre erste Ferienhälfte verbrachten ebenso begeistert?
„Ich fand es echt toll hier“, sagt der 11-jährige Christoph aus Kalthof, der zwei Wochen in der Kinderstadt verbracht hat. Seine Mutter hatte davon aus der Zeitung erfahren und konnte Christoph und seinen jüngeren Bruder gleich dafür begeistern. „Spaß hat mir zum Beispiel die Arbeit in der Schneiderei gemacht. Ich habe etliche Taschen genäht und auch alle verkauft“, freut sich Christoph.
Besonders eifrig war der 11-Jährige aber auch auf der Baustelle dabei, wo er u.a. an einem Kiosk, einem Bus und gar dem Brandenburger Tor mitgebaut hat. „Ich will später nämlich Architekt werden.“Natürlich konnte nicht alles, was es im realen Leben gibt in der Kinderstadt nachgestellt werden - doch einiges war hier auch besser: „Wir hatten hier einen höheren Verdienst und die Ware kostete deutlich weniger“, so Christoph, der die Preise vom Einkaufen gut im Kopf hat.
Wagas und Anas kommen mitten aus der Südlichen Innenstadt. So war es selbstverständlich, dass sie an dem Projekt teilnehmen wollten - die ganzen drei Wochen! Wagas‘ älterer Bruder war als Betreuer dabei. Die Jungs waren froh, dass endlich in ihrer gegend etwas passiert. „Gefallen hat uns vor allem das Glaubenszentrum.“ Das Glaubenszentrum wurde anstelle einer Kirche in der Kinderstadt eingerichtet. Schließlich waren unter den Teilnehmern sowohl christliche als auch muslimische Kinder. Ein guter Kompromiss! Nach und nach entwickelte sich dieses dann allmählich zu einem Kulturzentrum. „Das war schön hier in der Kinderstadt, alles war so harmonisch“, erzählt Shirin, die als Betreuerin dabei war. Die Arbeit mit den Kindern hat der 15-Jährigen viel spaß gemacht, „auch wenn ich selbst nicht mitspielen durfte“, schmunzelt sie.
Jetzt sind alle Kinder wieder zurück im „normalen“ Alltag. Jeder nimmt für sich etwas mit. So will Christoph einige Basteltipps umsetzen und Anas wird seine Erlebnisse aus den drei Wochen zu Papier bringen. Doch sie werden insgeheim nochviel mehr mitnehmen - hofft zumindest Petra Lamberts, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Iserlohn: „Natürlich sollten die Kinder hier vor allem Spaß haben. Doch mit diesem Projekt wollten wir bei ihnen auch ein Gefühl für diesen Stadtteil entwickeln. Wir müssen bereits die Jugendlichen für das Leben in der Gemeinde sensibilisieren und motivieren, sich aktiv einzubringen.“ Sonst werden auf Dauer auch alle städtebaulichen Anstrengungen nicht fruchten können.

Autor:

Melanie Giese aus Recklinghausen

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