Eröffnung der „Bummelzone“: Neue Serie des Stadtspiegels „Wir in der Weststraße“ startet

So sah es früher auf der Weststraße aus: Ato reihte sich an Auto - bis die Fußgängerzone kam.
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  • So sah es früher auf der Weststraße aus: Ato reihte sich an Auto - bis die Fußgängerzone kam.
  • Foto: Stadtarchiv Kamen
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

„Wir in der Weststraße“ heißt eine neue Reihe, mit der der Stadtspiegel eine der wichtigsten Straßen der Kamener Innenstadt vorstellen will. Zum Start geht es um die Einweihung der Fußgängerzone auf der Weststraße.

„Der erste Teil der Bummelzone, so wurde die Fußgängerzone zunächst genannt, entstand 1972 mit dem Neumarkt, heute Willy-Brandt-Platz, und der Tiefgarage. Die Weststraße wurde Ende Oktober 1974 als ‚Bummelzone‘ eröffnet“, erzählt Jürgen Dupke vom Kamener Stadtarchiv. Die Fußgängerzone ist am 1. November 1972 offiziell in Kraft getreten und am 25. Oktober 1974 – also vor ungefähr 44 Jahren „in Benutzung genommen“, wie es in einem Schreiben der Stadt an die örtlichen Händler heißt.

Bevor die Straße zur Fußgängerzone wurde, war sie für den normalen Verkehr freigegeben – allerdings nicht für Fahrräder und Motorräder. „Warum die Durchfahrt für Fahrräder verboten war, ist uns nicht bekannt. Da die Straße schmal ist, wird es wohl Verkehrssicherheitsgründe gehabt haben“, vermutet Jürgen Dupke.

Um sich ein Bild der Stimmung in der Bevölkerung machen zu können, befragten Schüler im Auftrag der Stadt Passanten auf der Straße. Diese waren mehrheitlich für eine Fußgängerzone, hauptsächlich aus Sicherheitsgründen und um mehr Ruhe zu haben. Allerdings wurde auch eine Verlagerung des Verkehrs auf Nebenstraßen und weniger Parkmöglichkeiten befürchtet. Aber auch die Händler, die an der Straße ansässig waren, konnten ihre Meinung sagen. „Sie haben sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen“, beschreibt Jürgen Dupke. Die Stadt versuchte, den Händlern die Vorteile zu zeigen, indem sie beschrieb, die Kunden könnten so besser die Auslagen betrachten, auf die andere Straßenseite wechseln und ungestört einkaufen.

Die Sperrung der Weststraße für den Verkehr wurde auch mit umfangreichen Baumaßnahmen in der Innenstadt begründet. Nach der Sperrung fuhren trotzdem einige Autofahrer durch; vermutet wurde „aus Verwirrung“. Pläne sollten Abhilfe schaffen. Eine Bürgerversammlung gab 1971 ihre Zustimmung. Ursprünglich sollte die Eröffnung mit einem großen Fest mit Feuerwerk und Bühnenprogramm gefeiert werden. „Das hat man dann aber verworfen“, so Dupke. Auch der Termin wurde mehrfach verschoben. 1974 wurden offenbar Ruhebänke aufgestellt und die Straßen „plattiert“, fand Dupke heraus.

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