Marler stellt Strafanzeige gegen Jens Spahn

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Sterbehilfe in Ausnahmefällen nicht bestrafen: Helmut Feldmann setzt seinen Kampf fort – Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwartet.
Helmut Feldmann setzt sich seit über 4 Jahren verstärkt für die Sterbehilfe bei unheilbar kranken Menschen ein und hat inzwischen schon vieles erreicht - aber noch nicht alles, was ihm wichtig ist.

"Ich war immer ein Kämpfer und habe viel erreicht". Das sagt Helmut Feldmann aus Marl, der sich für das Recht auf Sterbehilfe einsetzt. Der Aktenstapel zeugt davon. Aktuell hat er sich Bundesgesundheitsminister Jans Spahn und Peter Müller, Ministerpräsident a.D. (Saarland) und Richter am Bundesverfassungsgericht (!) vorgeknöpft.  

Dazu gehört u.a. das Peter Müller (Richter am Bundesverfassungsgericht und von 2009 – 2011 Ministerpräsident des Saarlandes) im Saarland im Mai letzten Jahres aus dem Verfahren zur aktiven Sterbehilfe vor dem Bundesverfassungsgericht ausgeschlossen wurde. Müller hatte sich zweimal, davon einmal in einer Kirche bei einer Kanzlerrede, gegen Sterbehilfe ausgesprochen und klar positioniert. Er müsse jedoch als Bundesverfassungsrichter neutral bleiben, so Helmut Feldmann.
Derzeit wartet der Marler auf Antwort seiner Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Dort wurde im April über den §217 StGB verhandelt, der die „geschäftsmäßige Förderung von Sterbehilfe“ strafbar macht.
Im Oktober hat Helmut Feldmann Strafanzeige gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erhoben, der sich über die Richter hinweg gesetzt hat. So hat Spahn dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) untersagt, Betäubungsmittel zur Sterbehilfe auszugeben und so eine Straftat zu begehen.

Sterbehilfe sollte, so Helmut Feldmann, dann erlaubt sein, wenn der Betreffende keine Lebensqualität mehr hat. In seinem Fall heißt das beispielsweise spazieren gehen, selber kochen, Auto fahren und Unternehmungen mit seinen beiden Kindern.
Seine Familie, sowie seine langjährige Lebensgefährtin stehen in dieser Entscheidung absolut hinter ihm. Für die Angehörigen ist nichts schlimmer, als einen geliebten Menschen leiden zu sehen und nicht helfen zu können, machtlos zu sein.
Helmut Feldmann hat seine ältere Schwester viele zu lange leiden sehen. Sie lag zwei Jahre nur im Bett und konnte am Ende noch nicht einmal mehr sprechen. Wie schon sein Vater und die Schwester leidet auch er an der erblich genetisch bedingten chronischen Lungenerkrankung COPD seit seinem 50. Lebensjahr, deshalb wurde der heute über 70järige berufsunfähig.

Durch seine Arbeit in der Politik - er war 35 Jahren in der SPD, später auch im Vorstand, und 21 Jahre als Bezirksstellvertreter und Stadtvorstand in AWO in Dortmund aktiv - hat Feldmann ein umfangreiches Wissen erlangt und noch immer viele Kontakte, was ihm in seinem Anliegen zugute kommt.
In inzwischen 6 Ordnern hat Helmut Feldmann eine beeindruckende Sammlung von Zeitungsartikeln, Berichten, Fotos, Briefen, Urkunden und vieles mehr aus über 30 Jahren archiviert.
Übrigens berichtet der Stadtspiegel 2016 erstmals über den kämpferischen Maler, den danach auch viele andere Medien kontaktierten.

Seine Erfahrung hat ihn dazu bewogen, sich intensiv mit dem Thema Sterbehilfe zu beschäftigen und einzusetzen, nicht nur für sich selber, sondern auch für alle Betroffenen.
Dass er damit Erfolg hat, zeigen nicht nur die vielen Berichte und Beiträge. Alleine nach dem ersten Bericht über ihn im Stadtspiegel Marl, bekam er über 150 Anrufe von Betroffenen und Angehörigen, die ihn nur noch mehr motivierten, seinen Kampf fortzusetzen.

Ein Tipp

Helmut Feldmann legt allen Menschen nahe, eine Patientenverfügung zu haben, noch haben 70% der Deutschen keine. Denn oft ist es so, dass plötzlich die eigenen Angehörigen keine Entscheidungen mehr treffen können und womöglich sogar ein Betreuer bestellt wird.

Autor:

Anja Hermanski aus Marl

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