Stellungnahme des Vorsitzenden der JU Marl zur Berichterstattung der Marler Zeitung über die „Marke Marl“

Gleichermaßen mit Interesse als auch mit Überraschung habe ich die Berichterstattung in der MZ zur „Marke Marl“ in den letzten Tagen verfolgt. Überrascht hat mich hier vor allem die Feststellung von Herrn Niewöhner, der innerhalb weniger Monate erkannt haben will, dass die Marler Einwohner ihre Stadt hassen. Diese Aussage kann ich so nicht stehen lassen. Mir ist bewusst, dass viele Marler die Entwicklung in ihrer Stadt oft kritisch beobachten und in vielen Fälle nicht gutheißen. Daraus einen Hass auf die gesamte Stadt abzuleiten, erscheint mir doch sehr weit hergeholt.
Als Vorsitzender der Jungen Union in Marl kommt man mit sehr vielen verschiedenen Gruppen, Vereinen, Institutionen und auch Privatpersonen in Kontakt. Und in fast allen Fällen wird dort mit großer Hingabe für Projekte in Marl gearbeitet. Sei es im Sportverein, in Selbsthilfegruppen, über Parteien und Gewerkschaften, überall ist ein Interesse zu spüren, in dieser Stadt etwas auf die Beine zu stellen. So etwas macht man mit Sicherheit nicht, wenn man seine Stadt hasst.
Natürlich darf man nicht alles schönreden. In Marl fehlt einiges, was es in anderen Städten gibt. Gerade auch für Jugendliche. Und es muss auch immer erlaubt sein, solche Fehlentwicklungen zu benennen und zu kritisieren, um dann gezielt entgegen zu steuern. Denn auf die Frage nach einem fehlenden Hallenbad mit einer Bowlingbahn oder auf die Suche nach einem Kino oder einer Disco mit dem Hinweis auf reichlich vorhandene Kunst zu antworten, hilft ebenfalls nicht weiter. Man muss allerdings auch so realistisch bleiben, dass niemals alle Wünsche erfüllt werden können. Allen Menschen recht getan ist eine Kunst die keiner kann. Für manches gibt es eine Lobby, für anderes, oft leider, nicht.
Vielleicht ist der Marler an sich aber auch tatsächlich kritischer mit seiner Stadt als der Recklinghäuser oder der Dorstener. Aber auch das möchte ich nicht glauben. Denn ist das Gras auf der anderen Seite des Zauns nicht immer grüner? Mit Sicherheit wird auch in den anderen Städten im Kreis Recklinghausen und darüber hinaus geschimpft und sich beklagt. Genau wie die Vorsitzende der CDU Marl, Anke Ronge, bin auch ich der Meinung, dass ein solch großes Aufgabengebiet am besten von einer Stadtmarketinggesellschaft geleistet werden kann. Die einzelnen Punkte, die diese Gesellschaft bearbeiten sollte oder gar ihre Zusammensetzung, müssten auf breitester Basis diskutiert werden, um auch wirklich möglichst jeden Marler Bürger, der Interesse an der Entwicklung seiner Stadt hat, daran zu beteiligen. Und das ohne politisches Gezänk. Darum enttäuschen mich auch die Äußerungen des Stadtverbandsvorsitzenden der SPD Marl, Michael Groß. Den Vorschlägen der CDU Marl wird mit politischer Häme begegnet, Anregungen und Ansätze mit unpassenden Schlagworten wie Neoliberalismus beiseite gewischt. Dazu wird dieses lokale Thema mit Wahlkampfgetöse in Richtung Berlin vermischt. So wird es uns gewiss nicht gelingen, die Probleme vor Ort gemeinsam zu lösen. Hier muss Hand in Hand gearbeitet und die Brücke vom Bürger zur Politik und zur Verwaltung geschlagen werden.
Denn das aufdrücken eines Stempels „Marke Marl“ von oben wird mit Sicherheit nicht gelingen. Die Menschen müssen abgeholt und mitgenommen werden bei dieser Entwicklung. Die „Marke Marl“ existiert im Grunde schon in den Köpfen und Herzen derjenigen, die etwas in und für ihre Stadt tun. Es gilt nur noch sie nach außen darzustellen. In Marl und über die Stadtgrenzen hinaus. Genügend positive Beispiele hierfür ließen sich finden. Die Junge Union Marl wird sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer für eine positive Entwicklung dieser Stadt einsetzen. Und jeder ist dazu aufgerufen dies ebenfalls zu tun. Egal an welcher Stelle oder in welcher Position.

Text: Oliver Müller, Vorsitzender Junge Union Marl

Autor:

Philip Neumann aus Marl

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