Menden, Balve und Fröndenberg
Anzahl der Kinder in katholischen Kitas seit Wochenbeginn verdoppelt

Auch in der Kita St. Blasius in Balve hat sich die Anzahl der Kinder durch die generelle Öffnung seit Wochenbeginn verdoppelt.
  • Auch in der Kita St. Blasius in Balve hat sich die Anzahl der Kinder durch die generelle Öffnung seit Wochenbeginn verdoppelt.
  • Foto: Peter Benedickt
  • hochgeladen von Vera Demuth

Geschlossen waren die Kitas in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen nicht, aber es galt der Appell des Familienministeriums, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Seit Montag, 22. Februar, sind alle Kinder wieder in den Kitas willkommen. In Menden, Balve und Fröndenberg macht sich das mit einem sprunghaften Anstieg bemerkbar.

Von Vera Demuth

"Die Anzahl der Kinder in den Kitas ist sehr unterschiedlich, aber sie hat seit Wochenbeginn deutlich zugenommen", erklärt Martina Kuhlmann, Pädagogische Fachbereichsleitung bei der Katholischen Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark gem. GmbH. Die Gesellschaft ist einer der Kitaträger in den drei Städten. Insgesamt betreibt sie 17 Kitas, davon zehn in Menden, drei in Balve und vier in Fröndenberg.
Im Vergleich zu den Wochen zuvor, als die Kitas zwar geöffnet waren, aber möglichst nicht besucht werden sollten, hat sich die Zahl der Kinder im Durchschnitt verdoppelt. "In der Kita St. Blasius in Balve waren es zum Beispiel vorher 16, und jetzt sind es 32 Kinder", sagt Kuhlmann. "Das ist in vielen Einrichtungen so." Alle Kinder in den drei Städten sind damit jedoch nicht seit Montag in die Kitas zurückgekehrt. Die Fachbereichsleiterin beziffert den Anteil auf etwa 75 Prozent. "Teilweise auch mehr."

Freude und Sorge bei den Erzieherinnen

Auf Seiten der Erzieherinnen ist die Freude groß, die Kinder wieder um sich zu haben. Zugleich ist die Rückkehr einer deutlich größeren Zahl an Kindern aber mit Sorge unter den Kita-Mitarbeiterinnen verbunden. "Je mehr Kinder es sind, desto größer ist die Infektionsgefahr", erklärt Kuhlmann. Denn auch wenn es ein Hygienekonzept in den Kitas gebe, das den Vorgaben des Ministeriums entspreche, erbrächten Kitas eine Dienstleistung, die körpernah sei. "Kinder müssen gewickelt oder beim Gang auf die Toilette begleitet werden, und auch beim Spielen gibt es einen engen Kontakt", so Kuhlmann. Abstand halten geht daher nicht.
Zum Schutz der Erzieherinnen stellt die katholische Kita-gGmbH ihnen Masken zur Verfügung. Ob sie sie im Umgang mit den Kindern tragen, können die Mitarbeiterinnen selbst entscheiden. Wenn der vorgeschriebene Abstand von 1,50 Metern zu anderen Erzieherinnen oder Eltern nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen Pflicht.
Dass Erzieherinnen ebenso wie Grund- und Förderschullehrer nun früher gegen Covid-19 geimpft werden können, weil sie in die Priorisierungsgruppe zwei aufrücken, befürwortet die katholische Kita-gGmbH. "Wir haben uns als Träger dafür eingesetzt, zum Beispiel in Gesprächen mit Politikern", erklärt Martina Kuhlmann, denn durch die Impfung könne das Bildungssystem aufrecht erhalten werden.

Impfung bietet sicheren Umgang

Die Aussicht auf die Impfung wirke sich zudem positiv auf die Stimmung der Mitarbeiterinnen aus, vor allem da die Kinder es spürten, falls Erzieherinnen Ängste wegen des engen Kontakts haben sollten. Eine Impfung böte die Chance, einen sicheren Umfang miteinander zu haben, so die Fachbereichsleiterin.
Eine gewisse Sicherheit bieten bereits die Schnelltests, die die Erzieherinnen zwei Mal pro Woche machen lassen können. Bezahlt werden sie vom Ministerium. "Allerdings müssen unsere Mitarbeitenden die Tests selbst organisieren, das heißt in Praxen gehen oder Ärzte kommen lassen", erläutert Kuhlmann. Viele der Erzieherinnen nähmen das Angebot in Anspruch.
Wie im Juni 2020, als die Kitas in Nordrhein-Westfalen wieder mit einem eingeschränkten Regelbetrieb starteten, gelten auch diesmal verkürzte Betreuungszeiten. Sie werden um jeweils zehn Stunden verringert: von 45 auf 35 Stunden pro Woche, von 35 auf 25 und von 25 auf 15. Diese Regelung hatte im vergangenen Jahr bei einigen Eltern im Land für Unmut gesorgt. Aus Martina Kuhlmanns Sicht jedoch wäre die Arbeit in den Kita ohne diese Stundenreduzierung gar nicht zu leisten. Da die Kinder nur in festen Gruppen betreut werden dürften, müssten die Erzieherinnen dafür sorgen, dass die Gruppen unter sich blieben. "Das ist ein erheblicher Aufwand, für den wir mehr Personal brauchen. Zum Beispiel gibt es in manchen Kitas nur einen Waschraum. Früher war das kein Problem, wenn sich hier Kinder aus zwei Gruppen begegneten, aber jetzt muss aufgepasst werden, dass das nicht passiert", erklärt Kuhlmann.
Darüber hinaus seien Erzieherinnen früher mit leichten Krankheitssymptomen in die Kita gekommen. Doch genau wie bei den Kindern ist dies jetzt nicht mehr möglich, was sich ebenfalls auf die Personaldecke auswirkt.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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