„Dieses Palaver muss aufhören!“ Einwohnerantrag zu OB-Abwahl

Jede Menge zu tun hat Werner Huesken, der Unterschriften für die Abwahl von OB Sauerland sammelt. Selbst Nicht-Duisburger wollen unterschreiben, dürfen aber nicht. Wer sich am Einwohnerantrag beteiligen will, muss genau das sein: Einwohner Duisburgs. Foto
  • Jede Menge zu tun hat Werner Huesken, der Unterschriften für die Abwahl von OB Sauerland sammelt. Selbst Nicht-Duisburger wollen unterschreiben, dürfen aber nicht. Wer sich am Einwohnerantrag beteiligen will, muss genau das sein: Einwohner Duisburgs. Foto
  • hochgeladen von Sabine Justen

„Wo kann ich hier unterschreiben?“, „Sind Sie denn Duisburgerin?“, „Ja, leider!“ Die junge Frau ist eine von vielen Passanten, die in der Duisburger Innenstadt Werner Huesken an seinem kleinen Klapptisch neben dem „Lifesaver“-Brunnen entdecken und sein Anliegen unbedingt unterstützen wollen. Denn der 58-Jährige sammelt seit Tagen Unterschriften für einen Einwohnerantrag an den Rat der Stadt nach Paragraf 25 der Gemeindeordnung. Ziel: die Abwahl von OB Adolf Sauerland sowie die Abberufung/Suspendierung des Sicherheitsdezernenten Wolfgang Rabe und des Baudezernenten Jürgen Dressler als die politischen Verantwortlichen der Loveparade-Tragödie.
„Dieses gegenseitige Schuldzuschieben, dieses Palaver muss aufhören“, sagt Werner Huesken, „ich will überhaupt nicht beurteilen, inwieweit Einzelne konkret verantwortlich sind. Mir geht es um die politische, die moralische Verantwortung.“ Ruhig beantwortet der gelernte Krankenpfleger die Fragen aufgebrachter Bürger, besonnen steht er Rede und Antwort. Nein, von Hetzkampagnen gegen den Oberbürgermeister hält er rein gar nichts. Morddrohungen gegen Adolf Sauerland findet er infam. „Das hat niemand verdient. Damit unterstellt man ihm, dass er das so gewollt hat. Und das ist eine unglaubliche Unterstellung“, erklärt Huesken. Sauerland habe sich in der Vergangenheit verdient gemacht, so der Initiator des Einwohnerantrags. Deswegen – und vor allem wegen Sauerlands Familie – will er dessen Bezüge auch gar nicht in Abrede stellen.
Werner Huesken geht es nicht um konkrete Schuldzuweisungen: „Aber wir können nicht warten, bis die rechtlichen Fragen geklärt sind. Wir wollen, dass jetzt die politische Verantwortung übernommen wird. Das ist Sauerland den Bürgern der Stadt schuldig!“
8000 Unterschriften sind für den Einwohnerantrag nötig. Rund 3000 Duisburger haben bis Mittwoch bereits unterzeichnet. Mindestens 10000 bis 12000 Unterschriften sollen aber zusammenkommen – als Sicherheitspolster. „So ein Bürgerantrag bedeutet viele formelle Hürden“, weiß Werner Huesken. So müssen die Unterzeichner mindestens 14 Jahre alt, seit mindestens drei Monaten behördlich in der Stadt gemeldet sein. Die Unterschriften müssen lesbar, der Antragstext auf jeder Liste gedruckt sein.
Warum macht sich Werner Huesken die Mühe? „Dieser Antrag setzt ein Signal, weil er aus der Bürgerschaft kommt!“ Alle politischen Kräfte der Stadt, jedes Ratsmitglied gleich welcher Partei müssen sich so dem Ansinnen und den Fragen der Bürger stellen.
Der 58-Jährige hat zudem noch einen ganz persönlichen Grund: Sohn Tobias hatte auf der Loveparade seinen 21. Geburtstag gefeiert, vom Geschehen zunächst nichts mitbekommen. „Hätte er das Gelände eine halbe Stunde früher verlassen wolle, hätte er zum Unglückszeitpunkt den Tunnel passieren müssen.“
Wer den Einwohnerantrag unterstützen will, kann sich Antragsformulare über die Homepage des Mieterschutzbundes in Duisburg, der die Aktion unterstützt, herunterladen: www.msb-dmb.de Die Rückgabe der Unterschriftslisten kann dann in den Beratungsstellen des Mieterschutzbundes oder per Post direkt an Werner Huesken erfolgen (Adresse auf Antragsformular).

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