Stadt hat Fisch satt: Dinslakener Rathausteich schaffte es ins Fernsehen

Hier tummeln sie sich: Goldfische und Kois locken Zuschauer an, die schmeißen extra noch mal Brot in den Teich. Das ist verboten, weil es den Teich auf Dauer tötet.
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  • Hier tummeln sie sich: Goldfische und Kois locken Zuschauer an, die schmeißen extra noch mal Brot in den Teich. Das ist verboten, weil es den Teich auf Dauer tötet.
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Rathausteich schaffte es ins Fernsehen - Elektrobefischung ab Oktober

Wieder einmal ist der Rathausteich ein großes Thema. Doch diesmal geht es nicht um Algen, die ja zu den klassischen Sommerplagen von städtischen Seen gehören. Nein, die Stadt hat Fisch satt - im doppelten Sinne.

Dinslaken. Sogar Sat1 schickte ein Team raus in die Gute Laune-Stadt, um das zu filmen, das eigentlich Anglerherzen höher schlagen lässt: viele Fische. Doch waren es zu viele für den kleinen Teich, gehörten von der Art her gar nicht dorthin und waren auch zum Verspeisen nicht geeignet. Schlichtweg muss man von einem Streich sprechen. "Irgendwelche Zeitgenossen haben ihre Fische dort entsorgt, davon ist auszugehen", erklärt Horst Dickhäuser aus der Stadtpressestelle.
Und in dem riesigen Natur-Aquarium fanden die Goldfische und Koikarpfen hervorragende Bedingungen zur Vermehrung vor.
Doch zum wahren Schwarm angewachsen, der Wale sättigen könnte, war rasch die Plage erkannt, die bald im Netz kursierte und dann vor allem abenteuerhungrige Journalisten anlockte. "Wir haben bald alle Sender hier gehabt. Lokalradio, WDR, Aktuelle Stunde, Sat1", berichtet Dickhäuser, der auch eine Bezeichnung für das Phänomen hat: "Saure Gurken-Zeit." Denn es seien ereignisarme Wochen, in denen dann der Pressesprecher mehr zu tun habe, während andere relaxen. Und so wurden alle Medien bedient und natürlich auch der Niederrhein Anzeiger.
"Das ist eigentlich ein ernstes Thema", weiß Dickhäuser. "Wir werden und dürfen keine Fische an Dritte abgeben." Eine wirtschaftliche Betätigung der Stadt sei nicht möglich.
Das Fische-Keschern wird nicht erlaubt, der natürlich angelegte Teich hat einen fragilen Boden, ist 1,60 Meter tief und Rohre für die Fontäne führen hindurch.
Auch sollten Goldfische und Koikarpfen nicht einfach umgesiedelt werden.

Kollege Reiher freut sich

Die Lösung: Eine Privatfirma soll eine Elektrobefischung durchführen, um die Umsiedlung zu ermöglichen und die Fische an Parks oder Zoos weiterzureichen. Doch das wird noch ein Weilchen dauern. Die Stadt muss Angebote einholen und vergleichen. Anfang bis Mitte Oktober könnte der Teich dann wieder in den normalen Zustand versetzt werden.
Einen dürfte diese Nachricht beruhigen: Den Fischreiher, der seit einiger Zeit dort zu beobachten ist und sich an Fischen dick und rund frisst - so scherzen zumindest die Menschen im Netz. Vielleicht bekommt Kollege Reiher ja noch einen Namen von der Internet-Gemeinde.

Fotos: Harald Landgraf

Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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