Brautmode in Zeiten der Corona-Pandemie
Der schönste Tag im Leben - ein trauriges Geschäft

Lockdown: Elke Derks zeigt im Schaufenster ihres Langenfelder Geschäfts schwarze Brautkleider.
Foto: Stefan Pollmanns
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Elke Derks und Daniel Struck haben einen traumhaften Job: Sie verkaufen Brautkleider. Warum der "schönste Tag im Leben" in Zeiten der Corona-Pandemie für die beiden Geschäftsleute aus Langenfeld und Monheim zum traurigen Geschäft geworden ist, lesen sie hier.

Die Braut trägt schwarz: Mit ihrer Schaufensterdekoration setzt Elke Derks ein deutliches Zeichen und macht auf die aktuelle Situation in ihres Fachgeschäftes „Brautmoden mit Herz“ am Konrad-Adenauer-Platz in Langenfeld aufmerksam. „Viele andere Brautmodenanbieter sind meiner Idee gefolgt“, freut sie sich über die Resonanz auf ihre Schaufenstergestaltung im Kollegenkreis.

Allein: Elke Derks ist besorgt. "So gut wie keine Hochzeiten, keine Abibälle. Viele Einnahmen fallen weg. Die Hilfen kommen nur spärlich und sind auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ohne das Einkommen meines Mannes würde es bereits jetzt sehr düster aussehen", sagt sie und macht sich Gleichzeitig Gedanken über andere Betroffene. "Eine Hochzeit ist das perfekte Zusammenspiel mehrerer Gewerbe – vom Friseur über den Juwelier bis hin zur Gastronomie. Hoffentlich sind Hochzeiten im kleineren, der Situation angemessenen Rahmen, bald wieder möglich."

Individuelle Beratung

Das Online-Geschäft ist keine Alternative. "Ein Hochzeitskleid ist etwas sehr Individuelles. Wer am Bildschirm aussucht und bestellt, ist hinterher oft sehr enttäuscht", weiß Elke Derks, die selbst auch Brautmode designt und anfertigt. Individuelle Beratung sei daher aktuell unter Einhaltung der Pandemie-Regelungen gefragt: Videoberatung, Abhol- und Bringservice inklusive Anprobe daheim und eventueller Änderungsmaßnahmen.

Der Unterschied zwischen Dienstleistung und Handwerk ärgert Daniel Struck: "Unsere Änderungsschneiderin kann ihrer Arbeit nachgehen. Meine anderen zehn Mitarbeiter sind in Kurzarbeit." Finanzielle Unterstützung läuft nur schleppend. Vor allem gibt es auch keine Überbrückungshilfe für das "zweite Standbein", das Daniel Struck nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 aufgestellt hat: einen Outletstore für Brautmoden in Leverkusen. "Die neue Kollektion für 2021 war bestellt. Warum keine Kleider und Anzüge aus der aktuellen Saison zu einem günstigen Preis anbieten?"

Konzepte vorgestellt

Daniel Struck, dessen Mutter Gisela vor 30 Jahren in Langenfeld das erste Fachgeschäft der Familie eröffnete, ist enttäuscht über die unterschiedlichen Coronaregelungen in Deutschland. "Die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Hessen erlauben eine Öffnung von Brautmodengeschäften. Ich habe diesbezüglich auch an die NRW-Landesregierung geschrieben und ein Konzept vorgestellt."

Auch in einem wichtigen Punkt sind sich Elke Derks und Daniel Struck einig: "Wunsch und Wirklichkeit sind ganz unterschiedliche Dinge", sagen die Wedding-Planer. Aus Erfahrung wissen sie, dass es am Ende anders kommt als geplant. "Nur die wenigsten Bräute heiraten in dem Traum aus Tüll, den sie ursprünglich im Sinn hatten." Wie gut, dass es Profis gibt, die sich auskennen.

Lockdown: Elke Derks zeigt im Schaufenster ihres Langenfelder Geschäfts schwarze Brautkleider.
Foto: Stefan Pollmanns
Hochzeitshaus Struck: Daniel Struck führt das Familienunternehmen, das seine Mutter vor 30 Jahren gegründet hat.
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Autor:

Bea Poliwoda aus Monheim am Rhein

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