Feen für den Familienalltag
Evangelische Familienbildungsstätte organisiert Hilfe

Lila Fee" Christa Warm (re.) mit Maren Strempel-Pooth und Sohn Nino.
  • Lila Fee" Christa Warm (re.) mit Maren Strempel-Pooth und Sohn Nino.
  • Foto: A. Lante
  • hochgeladen von Andrea Rosenthal

„Es war wirklich eine schöne Zeit, aber jetzt tut mir der Abschied doch in der Seele weh“, sagt Christa Warm nach viereinhalb Jahren bei den „Lila Feen“, die ehrenamtlich Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden betreuen. Für die 70-jährige Speldorferin beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, sie zieht zur Tochter nach Köln – und damit auch zu zweien ihrer Enkel. Insgesamt hat sie acht Enkelkinder, sechs leben im Ausland. Und für Sabine Brillen, Projektkoordinatorin der „Lila Feen“ bei der Evangelischen Familienbildungsstätte, gibt es einen Anlass mehr, neue ehrenamtliche Mitstreiter fürs Projekt zu suchen.

21 Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler machen mit im Projekt von Evangelischer Familienbildungsstätte und Diakonie. Und längst nicht alle sind schon Großeltern: Zwischen 20 und 85 Jahre alt sind die Freiwilligen. Sie gehen für meist etwa drei Stunden an einem oder zwei Tagen in der Woche in Ein-Eltern-Familien und helfen dort, wo sie gebraucht werden: die Kinder von Schule oder KiTa abholen, spielen oder auch ein Auge auf die Hausaufgaben haben. Sabine Brillen koordiniert das Projekt im Auftrag der Evangelischen Familienbildungsstätte. „Wir haben wieder Alleinerziehende auf der Warteliste, könnten also noch gut neue Lila Feen gebrauchen“

Chemie ist wichtig

Wer sich für das Ehrenamt interessiert, sollte persönliche Offenheit mitbringen und die Bereitschaft, sich auf die neue Familie einzulassen. „Zuverlässigkeit setzen wir voraus und auch ein erweitertes Führungszeugnis wird verlangt“, erklärt Sarine Brillen. Aber pädagogische Fachkenntnisse werden nicht gefordert, „schließlich ist es ein Ehrenamt“. Wichtiger ist, dass die Chemie zwischen Fee und Familie stimmt. Dafür führt Sabine Brillen mit beiden Seiten Gespräche, ehe sie ein Kennenlernen vermittelt.

Der Umgang mit den Kindern ist eine Aufgabe, die die Ehrenamtlichen durchaus fordert. „Aber ich habe mir gedacht, ich kann ja nicht einfach hier rumsitzen und darauf warten, dass ich alt werde“, lacht Christa Warm mit Blick auf ihre Situation, nachdem sie in Rente ging. Auf einen Zeitungsartikel hin meldete sie sich und wurde so „Lila Fee“ für den damals sechsjährigen Ben, Sohn von Maren Strempel-Pooth. Für die jetzt 32-jährige Alleinerziehende war Christa Warm zuerst eine dringend gebrauchte Unterstützung und bald schon eine feste Größe im Familienalltag. „Man muss ich seine Betreuung gut organisieren: Montags hilft die Schwester, dienstags die Oma und am Donnerstag zum Glück die Lila Fee“, sagt Strempel-Pooth, während sie Bens gerade zehn Wochen alten Bruder Tino in den Armen hält. Ihr gut abgestimmter Plan machte möglich, dass sie als alleinerziehende Mutter wieder Vollzeit in einer Mülheimer Arztpraxis einsteigen konnte – Eine Situation, die „ihre“ lila Fee Christa warm gut nachfühlen kann. „Ich war auch alleinerziehend und habe dann wider Vollzeit gearbeitet. Damals wurde ich sogar angefeindet deswegen.“ Ihr Engagement bei den Lila Feen hat Ehrenamtlerin Christa Warm nie bereut. „Ich weiß ja selber, wie es einem als Alleinerziehende geht. Und wenn eine Mutter dadurch wieder im Beruf Fuß fasst, dann sieht man gleich, wofür man es macht.“

Jetzt bewerben

Wer sich vorstellen kann, auch als Lila Fee aktiv zu werden – auch männliche Feen sind herzlich willkommen – meldet sich bei Sabine Brillen unter brillen@evfamilienbildung.de oder bei der Diakonie unter Tel. 0208/3003-277.

Autor:

Andrea Rosenthal aus Mülheim an der Ruhr

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