Das gefährliche Gift gelangte wohl in den Bus, wie, ermittelt die Polizei noch
Ratinger Realschüler wurden zwei Mal mit Kohlenmonoxid vergiftet

Ohne bleibende Schäden für die betroffenen Schüler sind glücklicherweise zwei Kohlenmonoxid-Vorfälle ausgegangen, die sich am Donnerstag letzter Woche und am vergangenen Montag ereignet haben. Beide Male traf es dieselbe Lerngruppe der Käthe-Kollwitz-Schule. Und in beiden Fällen war das gefährliche Gas während der Fahrt mit einem Schulbus ausgetreten. Wie die Polizei auf Wochenblatt-Nachfrage gestern mitteilte, war die Revisionsklappe zwischen Motor- und Fahrgastraum in beiden Fällen nicht ordnungsgemäß befestigt gewesen.

Die Klappen hätten problemlos geöffnet werden können, erklärte Pressesprecherin Claudia Partha. Normalerweise sei dafür Spezialwerkzeug nötig. Ob die Öffnung der Klappen ursächlich für die Kohlenmonoxidvergiftungen gewesen sei, ermittle die Polizei aber noch. Wann mit abschließenden Ergebnissen zu rechnen ist, konnte die Polizeihauptkommissarin indes nicht sagen.

Polizeiliche Ermittlungen konzentrierten sich schon früh auf den Bus

Zum ersten Mal gab es bei der Feuerwehr am Donnerstagmittag vergangener Woche Kohlenmonoxid-Alarm. Ausgelöst wurde er an der Lintorfer Dependance der Käthe-Kollwitz-Schule. Fünf Schüler ließ der Notarzt mit Vergiftungserscheinungen in die Druckkammer der Uni-Klinik Düsseldorf einliefern. Dort wurde das Atemgift (CO) unter Druck aus dem Blut gelöst, anschließend konnten die Schüler es abatmen. Drei weitere Kinder wurden mit geringeren Kohlenmonoxid-Werten in die Kaiserswerther Diakonie transportiert. Nachdem durch Messungen ein CO-Austritt im Schulgebäude ausgeschlossen werden konnte, konzentrierten sich schon damals die polizeilichen Ermittlungen auf den Bus, der deshalb auch sichergestellt wurde.

Am Montagmittag gab es dann den zweiten Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften. Wie einige Tage zuvor in Lintorf klagten dieses Mal im Schulzentrum West mehrere Schüler derselben Lerngruppe über Unwohlsein nach dem Transport mit einem Schulbus. Bei den Untersuchungen durch den Rettungsdienst wurden erneut bei einer größeren Anzahl von ihnen Vergiftungserscheinungen durch Kohlenmonoxid festgestellt. Zehn mussten in die Druckkammer, 14 nach Kaiserswerth. Wie die Feuerwehr mitteilte, handelte es sich bei dem betroffenen Bus jedoch nicht um das gleiche Fahrzeug wie in der Vorwoche.

Schuldezernent Steuwe: "Vorfälle müssen vollständig aufgeklärt werden."

An beiden Tagen wurden auch alle anderen Schüler und Lehrer, die mit den Bussen unterwegs waren und über Unwohlsein klagten, von den Rettungskräften untersucht, versicherte Schuldezernent Rolf Steuwe gestern gegenüber dem Ratinger Wochenblatt. Er legt Wert darauf, dass die Vorfälle vollständig aufgeklärt würden, denn es sei wichtig, zu klaren Ergebnissen zu kommen. Nur so könne das Vertrauen der Eltern in den Schulbus-Verkehr wieder voll hergestellt werden.

Für die Verunsicherung besorgter Eltern habe er Verständnis. „Aber an den Spekulationen, die gerade ins Kraut schießen, werden wir uns nicht beteiligen“, betonte der Schuldezernent. "Wir erwarten jedoch, dass das Busunternehmen von sich aus die technische Sicherheit aller Busse überprüft, nach jeder Tour kontrolliert, ob es Manipulationen gegeben hat, und umfassend bei der Aufklärung der Vorfälle mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet.“

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