Bücher-Kompass

Beiträge zum Thema Bücher-Kompass

Kultur

Barbara Honigmanns Band „Mischka“
Irrungen und Wirrungen

„Ortsnamen verbanden sich mit den Worten Gefängnis, Zuchthaus, Lager, Gulag, Einzelhaft, Folter, Verbannung und Zwangsarbeit in Sibirien, hinter dem Polarkreis. All das hörte ich und davon las ich, und all das hörte dann endlich auch die ganze Welt, und wer will jetzt sagen, was schlimmer war, Auschwitz oder Workuta, das Butyrka-Gefängnis oder das Zuchthaus Brandenburg?“ fragt die 77-jährige Barbara Honigmann in ihrem autobiografischen Band „Mischka, in dem sich die Autorin auf behutsame Weise...

Kultur

Lídia Jorges Roman „Erbarmen“
Bewegung ist Leben

„Bewegung ist Leben, die, die sich am meisten bewegen, sind die, die am meisten leben“, bekennt die im Rollstuhl sitzende Maria Alberta Nunes Amado, genannt Dona Alberti, die nach einem Unfall in einem Pflegeheim mit dem irreführenden Namen „Hotel Paraíso“ lebt. Sie ist eine betagte, starke, eigenwillige Frau und hat ihrer Tochter in mehreren Audiodateien ihre Lebenserinnerungen diktiert. Dies ist der erzählerische Rahmen des neuen Romans der portugiesischen Schriftstellerin Lidia Jorge...

Kultur

Mieko Kawakami: „All die Liebenden der Nacht“
Erschütternder Blick in den Spiegel

„Seit ich als Korrekturleserin arbeitete, schaute ich so gut wie kein Fernsehen mehr, weil es mich ärgerte, dass ich die Fehler, die mir bei Texteinblendungen auffielen, nicht verbessern konnte. Ich hörte keine Musik, und Freunde, mit denen ich hätte telefonieren oder ausgehen können, hatte ich auch nicht“, berichtet die Protagonistin in Mieko Kawakamis neuem Roman über ihr tristes Dasein. Die 46-jährige japanische Erfolgsautorin widmet sich wie schon zuletzt im Vorgängerroman „Heaven“ (2022)...

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