Integration über Sprache

Die verschiedenen Berufsfelder in Deutschland, aber auch soziale Kompetenz sind zurzeit Lerninhalte im Unterricht von Dozentin Bettina Meyer (r.).
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Das von der Wirtschafts- und Sprachenschule WIPA in Velbert vor zwei Jahren initiierte Projekt "Schrittwechsel" ist ein Erfolgsmodell. Dank berufssprachlicher Fortbildung konnten bereits Flüchtlinge, aber auch Einwanderer aus Staaten der Europäischen Union in den Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Hoher Besuch hatte sich an der Sontumer Straße angesagt. Neben Kerstin Griese, Vorsitzende des Arbeits- und Sozialausschusses im Bundestag, war Raimund Becker, Regionalvorstand der Bundesagentur für Arbeit, gekommen, um sich vor Ort ein Bild von der erfolgreichen Arbeit der WIPA zu machen. "Ohne die deutsche Sprache läuft weder die berufliche, noch die sprachliche Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund", erklärte der weit gereiste Gast.
Das weiß auch Knut Bruckmann, Geschäftsführer der Sprachenschule WIPA, die seit 2014 die Sprachentwicklung in Verbindung mit berufssprachlichen Kursen vorantreibt. "Es geht um die Menschen, es geht um die Entwicklung der Menschen und es geht um Arbeit", sagt Bruckmann und kann inzwischen eine tolle Erfolgsquote vermelden: "Über die Schrittwechsel-Struktur können wir inzwischen 45 Prozent der Absolventen integrieren."
Nach erfolgreichem Integrationskurs werden die Menschen in Workshops auf das Berufsleben vorbereitet. Im Unterricht spricht Dozentin Bettina Meyer über soziale Kompetenz und über Berufsfelder. "Es gibt wenig konkrete Berufswünsche. Wenn die sprachlichen Fähigkeiten da sind, gilt es, das System Deutschland mit seinen vielen Berufen zu erklären", sagt Knut Bruckmann und ergänzt: "Als Träger müssen wir die Fertigkeiten beobachten."

Volle Stelle als Zusteller

Kamala Akbarova aus Aserbaidschan spricht bereits sehr gut Deutsch. Und sie möchte möglichst bald auch in Deutschland gern als Ärztin arbeiten. Auch der Syrer Bahaa Al Zoubi hat einen konkreten Berufswunsch: Er hofft auf eine Anstellung als Englischlehrer. Tekleab Amanual war in seiner Heimat Eritrea Krankenpfleger und hat damit sicher auch in Deutschland gute Chancen. Allerdings braucht er noch die berufliche und sprachliche Anerkennung B2.
Einer, der es bereits geschafft hat, ist Pieer Atcoo aus Syrien. Nach erfolgreich absolvierten Sprachkursen bei der WIPA hat er ein Praktikum bei der DHL absolviert. Dort hat er sich dermaßen gut gemacht, dass er beim Briefdienstleister Postcon eine volle Stelle bekam.

Die verschiedenen Berufsfelder in Deutschland, aber auch soziale Kompetenz sind zurzeit Lerninhalte im Unterricht von Dozentin Bettina Meyer (r.).
Pierr Atchoo aus Syrien hat es mit Hilfe von Sozialpädagogin Antonina Hals geschafft, eine Festanstellung bei einem Postzusteller zu bekommen.
Autor:

Michael Köster aus Essen-Borbeck

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