Impfstart im EN-kreis
Betreiber und Bürger trotzen Schnee und Eis

Landrat Olaf Schade im Gespräch mit Hedwig Brand und ihrem Sohn Karl-Ulrich. Die 99-jährige Breckerfelderin war am ersten Tag die älteste Bürgerin, die geimpft wurde. | Foto: Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Landrat Olaf Schade im Gespräch mit Hedwig Brand und ihrem Sohn Karl-Ulrich. Die 99-jährige Breckerfelderin war am ersten Tag die älteste Bürgerin, die geimpft wurde.
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"Kompliment an alle. Kompliment an diejenigen, die das Impfzentrum innerhalb kürzester Zeit aus dem Aldi-Markt gestampft haben, Kompliment an diejenigen, die ab heute für den Impfbetrieb sorgen und Kompliment an die ersten ab 80-Jährigen und ihre Begleiter, die ihren heutigen Termin trotz des Wetters wahrgenommen haben." Landrat Olaf Schade ließ es sich nicht nehmen, sich vom Start der in der Geschichte größten Impfaktion in Nordrhein-Westfalen und damit auch im Ennepe-Ruhr-Kreis ein persönliches Bild zu machen.

Bereits Mitte Dezember war die Einrichtung startbereit gewesen, die Wochen bis zum Startschuss hatten alle Beteiligten genutzt, um an letzten Details zu feilen und Abläufe zu üben. Auf der Zielgeraden zu den ersten 168 Impfungen an Tag eins sorgten Schnee und Eis für eine gewisse Unsicherheit.

Diese wich erstmals, als am Montagmorgen das Eintreffen des Impfstoffes vermeldet werden konnte. Dieser fand über zum Teil sehr verschneite Straßen ebenso den Weg nach Ennepetal wie die überwiegende Mehrheit der Bürger ab 80, die für heute einen Termin vereinbart hatten.

"Sie alle haben sehr lange auf diesen Schutz vor Corona gewartet. Niemand wollte sich da vom Wetter einen Strich durch den Temin machen lassen", berichtet Schade von seinen Erkenntnissen aus zahlreich geführten Gesprächen.

Nahezu alle Termine wurden wahrgenommen

Spätestens zweieinhalb Stunden nach dem Impfstart wich so zum zweiten Mal die Verunsicherung. Die Verantwortlichen verzeichneten weniger als eine Handvoll nicht wahrgenommener Termine. Ebenso positiv: Entgegen der Befürchtungen im Vorfeld tauchte auch niemand auf, der zwar einen Temin hatte, aber jünger als 80 Jahre ist.

"Wie heute werden wir mit dem Impfstoff, der uns zugesagt wurde, auch in den nächsten Tagen jeweils 168 Bürgerinnen und Bürger ab 80 Jahren impfen können. Wir planen mit 36 Impfungen pro Stunde. Um das zu schaffen, öffnen wir drei Impfstraßen", skizziert Dr. Christian Füllers, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, den weiteren Fahrplan. Dieser gilt übrigens durchgehend von montags bis sonntags, also an sieben Tagen in Woche.

Ähnlich wie der Landrat lobt auch Dr. Füllers die Premieren-Impflinge. "Viele waren bestens vorbereitet, von Angehörigen sehr gut begleitet und so frühzeitig da, dass es für uns überhaupt kein Problem war, unseren engen Zeitplan einzuhalten. Ganz im Gegenteil."

Stand jetzt wird es also nur sehr vereinzelte Fälle geben, in denen Bürger aufgrund von witterungsbedingten Anreiseschwierigkeiten ihren Termin 24 Stunden später wahrnehmen werden. Dieses gemachte Angebot wird weitestgehend ungenutzt bleiben. Mit Blick auf die anhaltend winterliche Wetterlage bleibt es voraussichtlich dennoch bis Ende der Woche bestehen.

Aldi wird zum Impfzentrum

Die Einrichtung in einem ehemaligen Aldi-Markt an der Kölner Straße 205 in Ennepetal wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und dem Ennepe-Ruhr-Kreis gemeinsam getragen. Die KVWL ist für alle medizinischen Aspekte verantwortlich, der Ennepe-Ruhr-Kreis für das Organisatorische. Diese Aufgabe hat die Kreisverwaltung in weiten Teilen auf das DRK Schwelm übertragen.

Alle Informationen, die für den Besuch wichtig sind, sowie Hinweise zu Abläufen und notwendige Erklärungen und Formulare hat die Kreisverwaltung auf ihrer Internetseite zusammengestellt. Dort finden sich auch Kontaktdaten städtischer Ansprechpartner, die ihren Bürgern bei Fragen rund um das Impfen weiterhelfen.

Autor:

Lokalkompass Schwelm aus Schwelm

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