Shoppingmeilen oder Boulevards der Langeweile
Das sagen die Stadtoberhäupter von Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal zum Ergebnis der WAP-Innenstadt-Umfrage

Gevelsberg kann sich glücklich schätzen, denn die Bürger mögen mehrheitlich die Innenstadt. Anders sieht das bei Schwelm und Ennepetal aus. Imke Heymann, Claus Jacobi und Ralf Schweinsberg nehmen Stellung zum Ergebnis der großen WAP-Umfrage "Wie attraktiv ist die Innenstadt von...".
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  • Gevelsberg kann sich glücklich schätzen, denn die Bürger mögen mehrheitlich die Innenstadt. Anders sieht das bei Schwelm und Ennepetal aus. Imke Heymann, Claus Jacobi und Ralf Schweinsberg nehmen Stellung zum Ergebnis der großen WAP-Umfrage "Wie attraktiv ist die Innenstadt von...".
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Das sagen die Stadtoberhäupter von Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal zum Ergebnis der WAP-Innenstadt-Umfrage Die WAP fragte: "Wie attraktiv ist die Innenstadt von..." und viele User antworteten. Dabei kamen zwei Innenstädte der Region nicht so gut weg. Weder in Schwelm, noch in Ennepetal waren die Bürger zufrieden mit ihrer City. Die WAP hat den Stadtoberhäuptern das Ergebnis der Umfrage übermittelt und um eine Stellungnahme gebeten.

von Nina Sikora

Für Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi war es wohl eher eine angenehme Anfrage, welche die WAP ihm gestellt hat, denn die Innenstadt von Gevelsberg kam bei der Umfrage am besten weg und erzielte als einzige ein positives Ergebnis. 61 von 88 Umfrageteilnehmer fanden: "Die Gevelsberger Innenstadt ist toll."

Dementsprechen freudig, konnte Claus Jacobi der WAP antworten: „Über das phantastische Feedback der Besucherinnen und Besucher unserer Innenstadt im Rahmen der großen WAP-Umfrage habe ich mich sehr gefreut. Es bestärkt die vielen Akteure vor Ort dabei, weiterhin ihr Beste für unsere City zu geben. Auch mir persönlich ist das Ergebnis größte Verpflichtung täglich alles für die zukunftsfähige Weiterentwicklung unserer schönen Stadt zu geben." Zwar äußert sich Claus Jacobi nicht direkt zu dem, von den Umfrageteilnehmern gemachten Vorschlag die Innenstadt für den Verkehr zumindest teilweise zu sperren, aber weist darauf hin: "Mit dem Integrierten Handlungskonzept (IEHK Gevelsberg 2030) wollen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam weitere Ideen entwickeln, um unsere Innenstadt lebenswert und attraktiv für die Zukunft zu gestalten." Das Ergebnis der Umfrage würde Anlass bieten, "zuversichtlich auf den Prozess und die Unterstützung unserer engagierten Bevölkerung" zu blicken.

Gevelsbergs City erfreut sich bei seinen Bürgern einiger Beliebtheit.
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Ralf Schweinsberg lobt Schwelm

Ralf Schweinsberg, 1. Beigeordneter der Stadt Schwelm, antwortete der WAP in Vertretung für Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock. Zunächst findet er lobende Worte für "seine" Innenstadt: "Unsere Stadt besitzt viele Qualitäten – das wissen die Bürger/innen, ob sie hier geboren sind oder unsere Stadt als Gäste besuchen, sehr zu schätzen. Wir profitieren bis heute von der in den 70er Jahren angelegten Fußgängerzone. Darüber hinaus sind wir froh über einen attraktiven Einzelhandel und eine weitgefächerte Gastronomie in der ganzen Stadt sowie über ein breites Angebot des Stadtmarketings, das Wirken der Kulturschaffenden und der Vereine sowie den Wochenmarkt, denn all das führt die Menschen in unsere Stadt und macht ihnen den Aufenthalt angenehm. Trotz harter Gegenwart durch Corona: Wir stehen diese Herausforderung gemeinsam durch und bleiben eine Stadt auch mit attraktiver Innenstadt."

Aber auch Schweinsberg gesteht ein: "Doch natürlich sehen wir auch den Wandel der Zeit und die damit einhergehenden Herausforderungen. Manches ist in die Jahre gekommen und könnte, ja, müsste sich zeitgemäß anders präsentieren." Wie schon im Artikel der WAP und in den Kommentaren der Umfrageteilnehmer macht er dann das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept zum Thema: "Deshalb hat die Stadt das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept für die Innenstadt von Schwelm auf den Weg gebracht, das der Rat 2019 verabschiedet hat. Es strebt nichts weniger an als die Schaffung der 'Neue Mitte' von Schwelm, zu der, impulsgebend, auch das neue Kulturzentrum und das Rathaus gehören werden. Das kurz „ISEK“ genannte Konzept, für das Bürger/innen ihre Vorstellung von einer modernen und doch liebenswerten Innenstadt eingebracht haben, benennt zahlreiche Ziele, wie die Innenstadt – im Zusammenwirken mit lokalen Akteuren - so umgestaltet werden könnte, dass sie noch bürgerfreundlicher wird und sich zugleich zukunftsfest aufstellt."

Konkrete Maßnahmen benennt der 1. Beigeordnete jedoch nicht: "Die Fülle dieser Ziele ist faszinierend und mündet in einem Maßnahmenkatalog zu den Themen 'Öffentlicher Raum und Verkehr', 'Städtebau und Wohnen', 'Ausflugsziele, Kultur, Freizeit und Soziales' sowie 'Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie'." Und auch hinsichtlich eines Zeitplans und der Umsetzung macht Schweinsberg keine genaueren Angaben. Er bleibt hoffnungsvoll: "Wir versprechen uns sehr viel vom ISEK, für dessen Umsetzung wir Fördermittel beantragt haben. "

In Schwelm sehen die Bürger Positives, üben aber auch viel Kritik.
  • In Schwelm sehen die Bürger Positives, üben aber auch viel Kritik.
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Ennepetal arbeitet an sich

Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heymann musste mit der härtesten Kritik umgehen - nur neun von 92 Teilnehmern befanden die Innenstadt für gut. Sie antwortet jedoch zeitgleich auch sehr konkret auf die in der Umfrage geäußerten Meinungen der Bürger. "Mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept haben wir die Grundlage geschaffen, unsere Innenstadt weiterzuentwickeln", ist sich die Bürgermeisterin sicher und nennt konkrete Beispiele: "Mit dem Umbau der ehemaligen Marktpassagen-Immobilie wurde ein erster Baustein geschaffen. Der Action-Markt hat die Besucherfrequenz der Innenstadt und die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht, das Bürgerbüro und die Stadtbücherei tragen ebenfalls dazu bei."
Doch bei allem Optimismus gibt das Stadtoberhaupt auch zu: "Der Weg, die Innenstadt zu beleben ist schwierig und lang." Mahnt jedoch zeitgleich vor falschen Schlüssen: "Aber der Eindruck von Ladenschließungen am laufenden Band täuscht. Seit 2019 haben mehr Geschäfte in der Innenstadt eröffnet als geschlossen worden sind. Allein in den letzten Monaten hatten wir vier Neuansiedlungen."

Auch auf die Kritik zur Öffnung der Innenstadt für den Verkehr geht Heymann ein: "Die Entscheidung, die Innenstadt wieder für den Fahrzeugverkehr zu öffnen, haben wir uns nicht leicht gemacht. Letztlich hat der Rat eine gute Lösung gefunden, die zum einen kurze Wege zu den Geschäften und Dienstleistern ermöglicht, zum anderen aber die Interessen der Fußgänger und Passanten berücksichtigt." Dadurch habe sich die Frequenz in der Innenstadt deutlich erhöht. Berücksichtigt worden seien dabei auch die Belange der Gastronomie, insbesondere in der Marktstraße. "Trotz Autoverkehr steht weiterhin ausreichend und sicherer Raum für Außengastronomie zur Verfügung", resümiert Imke Heymann.

Viele Akteure würden für die Innenstadt an einem Strang ziehen. Konkret nennt sie die Händlergemeinschaft „My City“ und den Innenstadtmanager Olaf Dau. "Veranstaltungen wie die Oldtimermeile oder der Adventsmarkt haben bewiesen, dass solche Events gerne angenommen werden", so die Bürgermeisterin.

"Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass die Ennepetalerinnen und Ennepetaler den Weg zur Belebung der Innenstadt gemeinsam mit uns und den Händlern gehen. Angebot und Nachfrage sind voneinander abhängig und eine Innenstadt kann sich immer dann erfolgreich entwickeln, wenn sie durch die Akzeptanz der Menschen getragen wird", appelliert sie zum Abschluss an die Bürger.

Die Innenstadt von Ennepetal fällt bei den Umfrageteilnehmern durch.
  • Die Innenstadt von Ennepetal fällt bei den Umfrageteilnehmern durch.
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Autor:

Nina Sikora aus wap

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