St. Antonius-Schützenbrüder laden ein zum elften Kabarettabend
Trepper, Kühne, Thekentratsch: Bühnenhighlights zwischen Melkkammer und Futtergang

Von links: Christian Krebber-Hortmann (Hofbesitzer), Helmut Peters (amtierender Schützenkönig bei St. Antonius), Stefan Döring (Präsident der Schützenbruderschaft), Bärbel Krebber-Hortmann (Frau von Christian).
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  • Von links: Christian Krebber-Hortmann (Hofbesitzer), Helmut Peters (amtierender Schützenkönig bei St. Antonius), Stefan Döring (Präsident der Schützenbruderschaft), Bärbel Krebber-Hortmann (Frau von Christian).
  • Foto: RaV
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Schützen, die Kabarett veranstalten? Das kann doch nix werden, mögen Manche meinen. Die St. Antonius-Schützengilde in Ginderich liefert im elften Jahr den Gegenbeweis: Dort gehen Kabarettveranstaltungen weg wie heiße Semmeln.

Die Bruderschaft ist bestens organisiert (hier geht's zur Vereins-Homepage) und lässt ihren Präsidenten Stefan Döring erklären, wie es dazu kam, dass im beschaulichen Ginderich jedes Jahr zum Kabarett geläutet wird. Hier seine Anrworten ...

Dibo: Wann und wie entstand die Idee, Kabarett nach Ginderich zu holen?
Döring: Die Idee hatte unsere damaliger Präsident Michael Brinkhoff. Er war mit seiner Frau auf Städtetour und man war irgendwie bei einem Kabarettauftritt vom Duo „Die letzten Chauvikaner“ gelandet. Das Duo wurde dann auch für 2009 zum 1. Gindericher-Kabarettabend verpflichtet. Da das Format des Kabarett-Abend in Ginderich noch neu war, spielten sie vor einem vergleichsweisen kleinen Publikum.

Dibo: Zählen Sie bitte mal auf, wer schon alles da war!
Döring: 2009 – Die letzten Chauvikaner; 2010 – Thekentratsch;: 2011 – Wolfgang Trepper; 2012 – Vera Deckers; 2013 – Funke & Rüther; 2014 – Frieda Braun; 2015 – De Frau Kühne; 2016 – Die Bullemänner; 2017 – Hildegart Scholten; 2018 – Beckmann-Griess; 2019 – Fritz & Hermann

Dibo: Erinnern Sie sich an besondere Begebenheiten im Austausch mit den Künstlern?
Döring: Wolfgang Trepper war lässig drauf. Er hatte früher wohl auch mal in der Nähe gewohnt und kannte aus der Zeit auch noch einige der Besucher. Nach seinem Auftritt mischte er sich noch unters Volk, trank das ein oder andere Bier mit und sorge für gute Stimmung bei der After-Show Party.
Super waren auch Beckmann und Griess in 2018. In diesem Jahr war der Kabarett-Abend schon sehr früh im Jahr. Die Wetterbedingungen am Tage des Kabarett-Abend bereiteten uns mit minus 11 Grad Celsius und scharfem Ostwind schon einige Schwierigkeiten die Durchführung der Veranstaltung zu gewährleisten. Beckmann und Griess waren trotz schwieriger Temperaturen im Kuhstall super charmant, honorierten den eigens für den Abend ausgeliehenen Bechstein Konzertflügel, lieferten ein tolles Programm ab und besuchten dann auch noch die After-Show Party.

Dibo: Ein Wort zu den Locations – es war ja nicht immer dieselbe!
Döring: Früher hatten wir ja noch die Dorfkneipe 'Zur Alten Post' mit einem eigenen Saal, in dem die ersten Kabarett-Abende durchgeführt wurden. Leider steht die Kneipe seit ein paar Jahren leer und soll wohl demnächst auch zum Teil abgerissen und zu Wohnungen umgebaut werden. Da der Kabarett-Abend aber etabliert war und wir diesen auf keinen Fall sterben lassen wollten, haben wir 2016 im „Alten Kuhstall“ eine neue Heimat gefunden. Der Alte Kuhstall ist in der Tat ein ehemaliger Kuhstall den wir jedes Jahr aufs Neue mit viel Engagement in eine kultige Veranstaltungsstätte verwandeln. Als Künstlergarderobe dient die alte Melkkammer, der Futtergang ist die Empore. Bei allem Charme des Kuhstalls fehlt trotzdem eine Art Saal oder Veranstaltungshalle in unserem Dorf.

Dibo: Ist Ginderich (Vergleichswert: Marienthal) ein Kulturdorf? 
Döring: Uns mit Marienthal und insbesondere mit den Marienthaler Abenden zu vergleichen, wäre sicher vermessen. Aber dennoch finden in Ginderich viele Veranstaltungen statt. Der Verein Kunst- und Kultur organisiert z.B. Orgelkonzerte in unserer Wallfahrtskirche oder auch Impro-Theater. Besonders zu erwähnen ist das vielseitige Programm, welches in der ehemaligen Dorfschule geboten wird. Aber auch die zahlreichen Vereine sorgen für Kultur und Unterhaltung.

Dibo: Wo nächtigen Ihre Gäste, wenn die Anreise lang ist?
Döring: Das wäre bisher kein großes Thema. Einmal gab es eine Übernachtung im Hotel Wacht am Rhein im Nachbardorf Büderich und Wolfgang Trepper hatte sich privat einquartiert.

Dibo: Gibt es eine Preisobergrenze für die Tickets (bzw. eine Honorarobergrenze für die Künstler)?
Döring: Der Preis hat sich in den letzten Jahren bei rund 20 Euro eingependelt. Viel höher wollen wir nicht gehen, um der Attraktivität der Veranstaltung nicht zu schaden.
Die Künstler und Agenturen sind bei den Honarverhandlungen in der Regel flexibel und fair. Bis auf einen Fall in dem das Engagement aufgrund extremer Nebenkosten bei den Künstlern nicht zustande kam, sind wir immer gut zurechtgekommen. Bei dem großen Aufwand, den wir haben ist es natürlich auch schön, wenn etwas für die Vereinskasse hängen bleibt. Beim Getränkeverkauf während und nach der Veranstaltung sind die Preise auch moderat und sollen auch zum Verweilen einladen.

Dibo: Welche/r Wunschgast steht auf Ihrer Verpflichtungsliste, den Sie noch nicht gebucht haben?
Döring: Im letzten Jahr hatten wir schon mal kurz über Sebastian Pufpaff nachgedacht, hier wurde uns aber von Insidern zu verstehen gegeben, dass wohl sehr schwer würde ihn für den Gindericher-Kabarettabend zu buchen. Da es ja grundsätzlich sehr viele potenzielle Künstler gibt, die ein gutes Programm abliefern, fällt es ja nicht schwer Alternativen zu finden. Außerdem haben wir dann ja im Freundes- und Bekanntenkreis auch noch viele ehrenamtliche Scouts unterwegs, die uns immer wieder Künstler vorschlagen und oft sind wir diesen Vorschlägen auch schon gefolgt.

Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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