Mein Freund der Baum?! Schnappschuss

Schepersweg gleiche Stelle 2010
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Ein Schnappschuss hat eine Diskussion ausgelöst. Reaktionen auf meinen Schnappschuss "Mein Freund der Baum" bringen mich nun dazu, meine Eindrücke hier zu schildern. Die abgebildeten Bäume wurden 2006 fotografiert. Seit 2009 steht keiner mehr von ihnen.
Bäume sind Lebewesen. Sie unterliegen ganz normalen biologischen Regeln: Nährstoffaufnahme(Mineralien + Wasser) durch Wurzelwerk und Blattwerk (Kohlenstoffdioxid), Umsetzung mit Hilfe des Blattfarbstoffes Chlorophyll und Energiezufuhr durch Sonnenlicht zu Traubenzucker und Sauerstoff (Fotosynthese). Der Traubenzucker wird von der Pflanze auf vielfältige Weise umgewandelt (Zellatmung) in für die Pflanze notwendige Aufbau-, Speicher-, Hilfs-, Duft-, Geschmacks-, Abwehrstoffe, die über sog. Siebröhren im Bastbereich unter der Borke zu den einzelnen Pflanzenteilen transportiert und dort gelagert werden. Bei voll ausgebildetem Blattwerk steht dem Baum eine riesige Umsetzungsfläche zur Verfügung, so dass für seine Entwicklung und Versorgung ausreichend Nährstoffe produziert werden können. Das unterirdische Netzwerk der Wurzeln entspricht in etwa dem der voll ausgebildeten Krone. Jeder Wurzelabschnitt ist für einen bestimmten Kronenteil zuständig. Besonders der Feinwurzelbereich spielt eine bedeutende Rolle für die Aufnahme.
Beschränke ich durch Versiegelung den möglichen Nährstoffaufnahmebereich, kommt es zwangsläufig zu Mangelerscheinungen, Mangelerscheinungen führen zu Krankheitsanfälligkeit. Beschneide ich den Kronenbereich so extrem, dass der folgende Austrieb nur einen geringen Prozentsatz des eigentlichen Kronendaches einnimmt, beschränke ich die Nährstoffproduktion. Folge sind wieder Nährstoffmangel und erhöhte Anfälligkeit. Pilze haben so ein leichtes Spiel.
Ein so radikaler Rückschnitt ist meines Erachtens nur dann langfristig erfolgreich, wenn dem Baum auch die Möglichkeit gegeben wird, sich seinen Ansprüchen entsprechend wieder zu regenerieren. Dazu gehört allerdings, dass alle Faktoren berücksichtigt werden müssen. Ganzheitliches Denken ist angesagt.
Ich habe den Eindruck, dass man meint, wenn die Nährstoffaufnahme im Boden eingeschränkt ist, sich das Problem dadurch lösen lässt, dass man im Kronbereich auch kürzt, um ein Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone herzustellen. M.E. hinkt dieser Gedanke (s.o.).
Hinzu kommt, dass Holz einen sehr hohen Marktwert hat. Es könnte ja sein, dass die Baumschutzverordnung manchmal etwas im Wege steht. Aber durch Pilze gefährdete Bäume können gefällt werden, ähnlich wie uralte Eichen und Buchen, deren Altholz eben durch den Sturm zu Boden fällt (dann ist es ja schon unten), zum Schutz von Leib und Leben beseitigt werden können.

Autor:

Jörg Titze aus Wesel

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