Ende mit Schrecken

Dr. Rainer Kunterding
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Auch dem ärztlichen Direktor Dr. Rainer Kunterding ist die Nachricht von der Schließung des Marienkrankenhauses in Wickede-Wimbern „auf den Magen geschlagen“. Denn sein Blick drückt Traurigkeit aus, seine Stimme ist gedämpft.
„Wir alle haben schließlich immer noch gehofft, dass alles wieder ins Lot kommt“, schildert der Chefarzt der Inneren Medizin seine Emotionen. „Trotz der widrigen Situation hat unsere Einrichtung immerhin bei den Menschen einen hohen Stellenwert.“ So war vielleicht der Wunsch der Vater des Gedanken, dass es gelingen könnte, die Einrichtung „zu reanimieren“.
Natürlich muss auch er zugeben, dass der Entschluss des Katholischen Hospitalverbandes Hellweg nachvollziehbar ist. „Wer nach den nackten Zahlen geht, sieht eindeutig, dass es nicht geschafft wurde, den Betrieb auf wirtschaftlich sichere Füße zu stellen“, gibt der Mediziner zu.
Nach der Übernahme durch den Verbund konnte 2008 die schon damals drohende Schließung abgewendet werden. Aber es war klar, dass die Zahl der Patienten gesteigert werden musste, um aus den roten Zahlen herauszukommen. „Zu Beginn sah es durchaus positiv aus“, schaut Dr. Kunterding zurück. 2007 lag die „Fallzahl“ bei 3.711, im Jahr 2009 wurden 4.468 Menschen behandelt. Doch dann stagnierte die Entwicklung. Ein weiterer Zuwachs wäre aber zwingend notwendig gewesen. Denn die bundespolitischen Rahmenbedingungen verschärften sich. Wurde von den Krankenkassen 2004 für eine Blinddarm-OP noch 5.083 Euro überwiesen, sank diese Summe nur sechs Jahre später auf 3.999 Euro. Dazu kamen Belastungen durch Tariferhöhungen für das Personal.
Den Mitarbeitern ist kein Vorwurf zu machen, wie die Geschäftsleitung ausdrücklich betont. Im Gegenteil, der Einsatz der Krankenhausangehörigen ging in vielen Fällen über das normale Maß hinaus.
Alle Planspiele, die Einrichtung weiter zu betreiben, zeigten keine positive Effekte. Da zudem der Verkauf an den Absagen potentieller Investoren am Ende scheiterte, bleibt nur noch die Schließung. Und zwar am 31. Dezember.
„Auch ich habe viel Herzblut hier hinein gesteckt“, ist Rainer Kunterding kurz nach der Nachricht immer noch fassungslos. „Aber jetzt ist es raus. Mit der Ungewissheit zu leben, ist auch nicht unbedingt förderlich.“

Autor:

Peter Benedickt aus Fröndenberg/Ruhr

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