Nach 100 Toren im National-Team Karriere beendet - Handball-Legende Werner Bartels feiert 75. Geburtstag

Werner Bartels präsentiert den Wimpel der ungarischen Handball-Nationalmannschaft, den er 1965 als Spielführer der deutschen Handball-Elite überreicht bekam.  Foto: Alfred Möller
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  • Werner Bartels präsentiert den Wimpel der ungarischen Handball-Nationalmannschaft, den er 1965 als Spielführer der deutschen Handball-Elite überreicht bekam. Foto: Alfred Möller
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Gestrenger Vater verbot
Sport im Verein

Vom Straßenkicker
zum Nationalspieler

Seine Erfolge: seitenfüllend. Seine Tore: zahllos. Sein Name: das personifizierte Synonym
für Handball in der Ruhrstadt.
Und heute, am 11. Juni, feiert Werner "Mickey" Bartels, die Wittener Handball-Legende,
sein 75. Wiegenfest.

Eigentlich fing das richtige Leben für den vielseitig talentierten Hobby-Sportler Werner Bartels erst mit 13 Lenzen an. Denn sein Vater, alleinbestimmendes und gestrenges Oberhaupt einer 9-köpfigen Großfamilie, verbot seinem Zögling humorlos bis zum 13. Lebensjahr jeglichen Sport in einem Verein. "Ich war richtig sauer auf den Alten. Und aus stillem Protest habe ich jahrelang weder Geburtstags- noch Weihnachtsgeschenke angenommen", erinnert sich Geburtstags-Jubilar Bartels und schmunzelt.

Mit dem väterlichen Einverständnis war der Weg endlich frei für eine einzigartige Handball-Karriere, die den wurfstarken Wittener "Rechtshänder" aus der Handball-Landesliga über die Westfalen-Auswahl bis hin zum Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft führte.

Dabei wäre der Ruhr-Gymnasium-Schüler beinahe beim damaligen Fußball-Oberligisten Borussia Dortmund gelandet, der nach Bartels beachtlichen vier Toren beim 5:0-Endspielsieg um die westfälische Schulfußball-Meisterschaft im Stadion "Rote Erde" mehr als nur ein Auge auf den talentierten Wittener Kicker geworfen hatte."Da ich zu dem Zeitpunkt erstmals eine Einladung für die Feldhandball-Westfalenauswahl erhielt, habe ich das ehrenvolle Angebot aus Dortmund - schon alleine wegen des damals unlösbaren Fahrproblems - abgelehnt. Und danach gab's für mich sowieso nur noch eins: Handball", erläutert Bartels.

Und dass die Entscheidung gegen das vielleicht große Geld, aber für den Handball richtig war, beweisen schon allein die beeindruckenden Erfolge, die sich bei Bartels' kometenhaften sportlichen Aufstieg wie bunte Perlen auf eine Schnur reihen. Oberliga-Aufstieg mit seiner Turngemeinde Witten, jüngster Spieler im Landeskader, Gewinn der Landesmeisterschaft sowie als Krönung 1958 die Berufung in die Handball-Nationalmannschaft. Und als die treffsichere Wurfkanone mit dem direkten Zug zum Tor nach elfjähriger Zugehörigkeit zur bundesdeutschen Handball-Elite seine internationale Karriere beendete, konnte Bartels nicht nur auf insgesamt 60 Länderspiele und 100 Treffer im Nationalteam zurückblicken, sondern gehörte zum WM-Team einer Feldhandball-WM und zweier Hallenhandball-Weltmeisterschaften.

7:14-WM-Finalniederlage gegen DDR ärgert "Mickey" heute noch

Und eins ärgert den ehrgeizigen Athleten auch heute noch: die 7:14-WM-Finalniederlage gegen das Handball-Kollektiv der ehemaligen DDR. "Ich kann es immer noch nicht begreifen, wie wir in 60 Minuten nur sieben Tore werfen konnten. Ich glaube, wir mussten damals alle so richtig blind gewesen sein", findet Bartels. Sein letztes Spiel im Nationaltrikot bestritt der Wittener am 11. Februar 1968 in der Dortmunder Westfalenhalle gegen die damalige UdSSR. Beim knappen 20:19-Sieg der deutschen Mannschaft zeigte sich Bartels noch einmal von seiner besten Seite und verabschiedete sich mit fünf Treffern.

Nach seinem einjährigen Engagement als Spielertrainer beim Bundesliga-Aufsteiger RSV Mülheim beendete Vollbluthandballer Bartels beruflich bedingt seine beeindruckende Karriere. "Damals hieß es für mich Sport oder Beruf. Und da du beim Handball selbst in der Nationalmannschaft noch Geld mitbringen musstest, war die Entscheidung für mich klar", so der ehemalige leitende Angestellte von Lohmann & Stolterfoth.

"Mit 29 Jahren mit dem Sport aufzuhören, war schon hammerhart. Aber dafür hat der Handball mir auch sehr viel gegeben. Durch meinen Sport habe ich einen Teil der Welt gesehen, zahlreiche Persönlichkeiten kennengelernt und reichlich Lebenserfahrung gewonnen. Das alles hat mich geprägt und ließ mich viel weltoffener werden. Alles in allem waren es schon tolle Jahre", resümiert rückblickend der zweifache Vater und Großvater.

Doch so ganz ohne sportliche Betätigung kann einer wie er natürlich nicht sein. Um fit zu bleiben, geht's trotz seines künstlichen kniegelenks im Winter dreimal wöchentlich in die "Muckibude", und im Sommer stehen ausgiebige Radtouren mit alten Sportfreunden auf dem Plan. Dagegen beschäftigt sich seine aus dem holländischen Tilburg stammende Frau Tonny, mit der Bartels seit über 40 Jahren in Treue fest verbunden ist, mit ganz anderen Prioritäten. Unter ihrer kreativen Regie und mit seinen handwerklichen Fähigkeiten entstand bei den Bartels' in Stockum ein wahrhaft idyllisches kleines Paradies namens "Wellness-Oase". Und genau dort wird heute im Kreise der Familie auf das erreichte Dreiviertel-Jahrhundert der früheren Wittener Handballgröße und des heutigen Familienoberhaupts angestoßen.

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Autor:

Alfred Möller aus Witten

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