Pferdebachstraße: Sind alle noch ganz dicht?

Erwin Ruskowski betrachtet die Kamerafahrt auf dem Monitor.
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Sind an der Pferdebachstraße eigentlich noch alle ganz dicht? Dieser Frage geht zurzeit die ESW nach, die dort die Abwasserrohre der Hausanschlüsse an den Kanal überprüft.

Erwin Ruskowski, Rolf Vester und Detlef Siepmann, erfahrene Kanalprofis der ESW, gehen dabei mit schwerem Gerät vor: Ein motorbetriebener Schlitten mit zwei Kameras fährt durch den Kanal. Die Hauptkamera hält Ausschau nach den Hausanschlüssen, eine kleinere Kamera wird, geschützt in einem Rohr, mittels Wasserdruck durch diese geschickt. „Im Durchschnitt mit 80 Bar“, weiß Rainer Gerlach, Abteilungsleiter für Kanalneubau und Kanalunterhaltung bei der ESW.
Die gesamte Aktion wird komplett aus dem Einsatzfahrzeug gesteuert – modernste Technik macht’s möglich. Die hat allerdings auch ihren Preis. Rund 100.000 Euro kostet das Arbeitsgerät, wobei die kleine Kamera zu Testzwecken erstmal nur vom Hersteller ausgeliehen wurde.
Insgesamt 40 Anschlüsse werden zurzeit zwischen Ziegel- und Westfalenstraße überprüft, etwa fünf pro Tag schaffen Gerät und Mannschaft. „Da die Pferdebachstraße demnächst vom Bahnübergang bis zur Ardeystraße ausgebaut werden soll, ist das eine sinnvolle Maßnahme“, erklärt Rainer Gerlach. „Denn wir wollen vermeiden, dass nach dem Ausbau ein Hausbesitzer einen Schaden an seinem Anschluss meldet und alles wieder aufgerissen werden muss.“
Das 380 Kilometer lange Wittener Kanalnetz muss alle 15 Jahre überprüft werden. Der städtische Kanal an der Pferdebachstraße wird bei der aktuellen Maßnahme nur „mitinspiziert“, denn er ist erst vor sechs Jahren erneuert worden. Anders die aktuell geprüften Hausanschlüsse – sie sind zum Teil schon 70 bis 80 Jahre alt. Bei einer geschätzten Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren geht Rainer Gerlach davon aus, „dass einige Anschlüsse sanierungsbedürftig sind.“
Betroffene Hauseigentümer wird es allerdings nicht knüppeldick treffen. Denn neben der kostenlosen Untersuchung durch die ESW, für die ansonsten ein Unternehmen beauftragt werden müsste, was mit mehreren Hundert Euro zu Buche schlagen würde, wird auch die Sanierung/Reparatur der Anschlüsse günstiger als im Normalfall. Diese wird im Zuge des Ausbaus der Pferdebachstraße erfolgen, und da die Fahrbahndecke dann ohnehin schon aufgebuddelt ist, entfällt mit der Oberflächenwiederherstellung der teuerste Faktor. Die Kosten beziffert Rainer Gerlach zwischen 700 und 7.000 Euro, im Normalfall würden sie sich auf 1000 bis 10.000 Euro belaufen.
Glück im Pech oder Pech im Glück für die Hauseigentümer an der Pferdebachstraße? Im vergangenen Jahr wurde die Pflicht der Dichtheitsprüfung für private Haushalte abgeschafft, ausgenommen davon sind lediglich Häuser, die in Wasserschutzgebieten stehen – das ist an der Pferdebachstraße definitiv nicht der Fall. Und würde es die Kanalprofis der ESW nicht geben, könnte dort manche Undichtigkeit sprichwörtlich im Sande verlaufen.

Autor:

Walter Demtröder aus Witten

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