Herzinfarkt - die Geschichte von Tanja Jade

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Dankbar für ihr zweites Leben: Tanja Jade mit ihren Töchtern Nathalie und Nela und ihrem Lebensgefährten Norbert. (Foto: Magalski)
Tanja Jade kostete ein Herzinfarkt fast das Leben. Dank schneller Hilfe kann die Lünerin heute ihre kleine Tochter aufwachsen sehen und hat noch viele Pläne. Im Lüner Anzeiger erzählt sie ihre Geschichte.

Im Dezember vor zwei Jahren verändert sich das Leben von Tanja Jade im Alter von nur 37 Jahren. Die Mutter von drei Töchtern wacht in der Nacht auf, sie hat Magenschmerzen, Schweißausbrüche und Kreislaufprobleme. Sodbrennen hatte sie schon einige Tage vorher, schob das aber auf das viele Essen und den Stress an den Weihnachtstagen. Nachts verschlechtert sich der Zustand zunehmend und ihr Lebensgefährte ruft schließlich einen Rettungswagen. Die Retter bringen Tanja Jade in die Notaufnahme des Marien-Hospitals. Das Team des Rettungswagens, Ärzte, Schwestern sind noch im Raum, da kollabiert die Lünerin. "Ich habe gesagt, dass es mir gerade gar nicht gut geht", erinnert sich die Mutter an den letzten Satz - dann verliert sie das Bewusstsein. Tanja Jade erleidet in diesem Moment einen Herzinfarkt, sie hat Kammerflimmern. Das Herz pumpt kein Blut mehr durch den Körper. In Sekunden beginnt das Krankenhaus-Team mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Zwei Mal geben Ärzte dem Herzen mit einem Defibrillator zudem Elektroschocks und bringen den lebenswichtigen Muskel so zurück in den Takt - als Tanja wieder zu Bewusstsein kommt und die Augen öffnet, schaut sie auf den Beatmungsbeutel. "Der Brustkorb tat mir weh und ein Arzt sagte mir, man habe mich gerade wiederbelebt", erzählt Tanja Jade. Ein Schock.

Lünerin lebt mehr im Hier und Jetzt

Ärzte finden bei Untersuchungen eine Engstelle in einer Ader und setzen einen sogenannten Stent, eine kleine Gefäßstütze. Drei Tage liegt Tanja Jade auf der Intensivstation, kommt dann noch für einige Zeit auf die Kardiologie. Warum sie einen Herzinfarkt bekam, das ist in Teilen bis heute eine unbeantwortete Frage. Die Lünerin ist keine klassische Risiko-Patienten. "Übergewicht habe ich nicht, geraucht habe ich nur wenig und mein Blutbild war bei Untersuchungen immer in Ordnung." Der Herzinfarkt nimmt Tanja Jade viel von ihrer Unbeschwertheit. Muskelgewebe am Herzen starb trotz der schnellen Hilfe ab, dort blieb eine Narbe und noch heute hat sie Einschränkungen wie Schwindel oder Magenprobleme aufgrund der Medikamente. "Der Preis dafür, dass ich noch leben darf", sagt die heute Vierzigjährige. Zuhause hätte sie den Herzinfarkt nicht überlebt, das steht für Tanja Jade außer Frage. Ihre Einstellung zum Leben hat sich geändert, die Lünerin schiebt Dinge nicht mehr auf und lebt mehr im Hier und Jetzt. Ihre Tochter Nela war zum Zeitpunkt des Infarktes gerade sechs Monate alt, nun geht sie bald in den Kindergarten. Tanja Jade ist dankbar für jeden Moment mit ihrer Familie.

Facebook-Seite und ein eigenes Buch

Jede Minute zählt - das ist für Tanja Jade nicht nur das Motto für ihr ganzes Leben, sondern auch in der Ersten Hilfe. Ihre Geschichte soll andere Menschen aufrütteln für das wichtige Thema. Ihnen Mut machen, die Angst vor dem Helfen nehmen, über das richtige Verhalten zu informieren und vielleicht eines Tages so ein Leben zu retten, das wünscht sich Tanja Jade. Die Lünerin hat dazu ein Buch über ihren schweren Schicksalsschlag und ihr Leben geschrieben und gründete ein Projekt mit eigener Facebook-Seite: Herzschlag ist der passende Name. Für Tanje Jade im wahrsten Sinne des Wortes eine Herzenssache.

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