Arno Klare hat Mülheim lange im Blick

Anzeige
Arno Klare an einem seiner Lieblingsplätze in Mülheim: „Rick‘s Café“ am Synagogenplatz, das ihn an den Film „Casablanca“ erinnert. (Foto: PR-Foto Köhring/JA)

Ledig, alleinlebend, 61 Jahre alt, Bundestagskandidat: Arno Klare. Damit ist er eigentlich auch Kandidat auf den Posten begehrtester Junggeselle der Stadt. Doch Klare winkt ab: „Schon vergeben.“

Schon früh hat der gebürtige Oberhausener die Nachbarstadt im Blick: Die Eltern leben in der Stiftstraße. Sein größter Traum seinerzeit: Einmal mit der Weißen Flotte fahren. Doch die Mutter winkt ab: „Da ist der Kaffee zu teuer.“
Zum Baden geht es später mit dem Rad an das Schwimmbad an der Ruhr, „weil der Eintritt frei war“.

Sein Abi macht er am heutigen Heinrich-Heine-Gymnasium, obwohl die Mutter meinte: „Gymnasium ist nichts für uns; eine Nummer zu hoch.“ Nach dem Zivildienst folgt das Lehramtsstudium (Deutsch und Philosophie) an der Ruhr-Uni in Bochum und später in Duisburg. „Mit zweitem Staatsexamen“, betont Klare.

Sein Referendariat absolviert er in Xanten. Angesichts der Lehrerschwemme zieht es ihn beruflich zur VHS nach Moers. Er unterrichtet Deutsch für Aussiedler. Danach wird er Leiter des AWO-Weiterbildungswerkes im Kreis Wesel. 1998 übernimmt Klare die Geschäftsführung des SPD-Unterbezirks Mülheim - ein Jahr später kommt die Essener Unterbezirksgeschäftsstelle dazu. „Zur SPD hatte ich schon früh Kontakt. Mein Vater hat mir als Fünfjähriger mal einen Wahlzettel gezeigt“, erinnert sich Klare. Er tippte mit dem Finger auf die SPD : „Die wählen wir immer.“


Kniefall im Warschauer Ghetto

„Nach dem Kniefall Willy Brandts 1970 am Mahnmal des Warschauer Ghetto bin ich in die SPD eingetreten“, sagt Klare. Zwei Jahre danach unterstützt er ehrenamtlich den SPD- Wahlkampf: „Das Muster, der Tür zu Tür-Wahlkampf, ist noch immer prägend im Kopf. Ich bin überzeugt, dass die Menschen mit dem Kandidaten reden wollen.“ Seine politische „Laufbahn“ beginnt Klare in Xanten - zunächst im Vorstand der SPD und wenig später sitzt er im Rat der Stadt.
An Mülheim schätzt der SPD-Bundestagskandidat vor allem die Menschen. „Sie sind offen und zugewandt, trotz ihrer kritischen Distanz.“ Aber auch die Übersichtlichkeit der Stadt, „mit bisweilem dörflichen Charakter“, liegt ihm. „Ich finde es klasse, dass 51 Prozent der Stadtfläche grün sind - Feld, Wald und Wiesen.“ Zu seinen Lieblingsorten gehören - da werden Kindheitserinnerungen wach - der Wasserbahnhof. Ganz oben steht aber Rick‘s Cafe - Casablanca, ein Lieblingsfilm - lässt grüßen. Auf die Frage nach dem Lieblingsessen zögert Klare einen Moment: „Tortellini“. Doch die eigenständige Zubereitung ist nicht sein Ding. „Ich bin des Kochens unkundig. Mir fehlt die Zeit“, erzählt Klare - ein wenig Bedauern schwingt mit. „Aber mit dem Grillen klappt es ganz gut.“ Unter dem Wahlkampf leidet auch sein Hobby: der Sport. Vom Zehnkampf, „das war mein Ding, den habe ich ernsthaft betrieben“, ist das Radfahren übriggeblieben. Touren über 60 Kilometer am Tag sind für ihn kein Problem. Das sieht man dem drahtigen Kandidaten auch an, der seinen Namen zum Programm gemacht hat: Klare ist ein Mann klarer Worte.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.